Quotencheck

News-Check 2016: An der «Tagesschau» gibt's kein Vorbeikommen

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«heute» im ZDF sichert sich mit einigem Abstand erneut Platz zwei, während «RTL aktuell» besonders bei den Jüngeren überzeugen kann. Erstaunlich konstant erweist sich «Newstime» bei ProSieben.

«Tagesschau»-Werte (nur Das Erste)

  • 2013: 4,83 Mio. / 17,4% (ab 3)
  • 2014: 4,93 Mio. / 17,6% (ab 3)
  • 2015: 4,97 Mio. / 17,8% (ab 3)
  • 2016: 5,30 Mio. / 18,6% (ab 3)
Eines vorweg: Bei den klassischen TV-Nachrichten war die Hauptausgabe der «Tagesschau» auch 2016 das Maß der Dinge. Im Jahresmittel erreichte die 15-minütige Nachrichtensendung allein im Ersten 5,30 Millionen Zuschauer und 18,6 Prozent Marktanteil. Zählt man nun noch alle hinzu, die das 20-Uhr-Format in den Dritten Programmen und bei Phoenix verfolgten, kommt man sogar auf eine durchschnittliche Reichweite von 9,81 Millionen Zuschauern. Das bedeutet eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, in dem durchschnittlich 9,11 Millionen ermittelt werden konnten. Allerdings dürfte diese nicht zuletzt mit der Tatsache zusammenhängen, dass der BR die Nachrichtensendung inzwischen auch zeigt.

Zusätzlicher Sender hin oder her: Mit diesen Werten steht die «Tagesschau» so gut da wie seit zehn Jahren nicht mehr. 34,6 Prozent betrug der Marktanteil im abgelaufenen Jahr im Mittel insgesamt, bei den 14- bis 49-Jährigen waren es noch starke 19,7 Prozent, die verzeichnet werden konnten. Selbstredend, dass die Konkurrenz bei derartigen Werten nicht viel zu melden hat.

«heute»-Werte

  • 2013: 3,45 Mio. / 15,5% (ab 3)
  • 2014: 3,66 Mio. / 16,5% (ab 3)
  • 2015: 3,62 Mio. / 16,3% (ab 3)
  • 2016: 3,78 Mio. / 16,6% (ab 3)
Der größte Verfolger der ARD war auch in diesem Jahr die «heute»-Sendung um 19 Uhr im ZDF, die 2016 durchschnittlich 3,78 Millionen informierte. Das entsprach einem Marktanteil von 16,6 Prozent bei allen. Recht überschaubar fiel der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen aus, der mit 6,3 Prozent nur knapp oberhalb des Senderschnitts liegt. Wie auch die «Tagesschau» wusste die «heute»-Sendung dabei insbesondere im EM-Monat Juni das eine oder andere Mal vom fußballerischen Umfeld zu profitieren. Die erfolgreichste «heute»-Sendung des Jahres erreichte Ende Juni mehr als 25 Millionen Zuschauer. Kein Wunder, dass sich die Mainzer damit erneut recht deutlich gegenüber «RTL aktuell» zu behaupten wussten.

«RTL aktuell»-Werte

  • 2013: 3,46 Mio. / 17,1% (14-49)
  • 2014: 3,25 Mio. / 15,6% (14-49)
  • 2015: 3,15 Mio. / 16,1% (14-49)
  • 2016: 3,07 Mio. / 15,3% (14-49)
Die Haupt-Nachrichten von RTL mit Chefmoderator Peter Kloeppel erreichten 2016 im Schnitt 3,07 Millionen Zuschauer bei 14,4 Prozent insgesamt. Eine wahre Hausnummer ist die Sendung insbesondere beim Publikum zwischen 14 und 49 Jahren, wo im Mittel knapp eine Million Zuschauer ermittelt werden konnten. Der Marktanteil belief sich auf überdurchschnittliche 15,3 Prozent. Dennoch ist damit ein leichter, aber stetiger Abwärtstrend nicht von der Hand zu weisen.

2013 erreichte RTL mit seiner 18.45-Uhr-Sendung in der Zielgruppe rund zwei Prozentpunkte mehr, insgesamt waren damals durchschnittlich knapp 3,5 Millionen Menschen zu generieren. Auf über fünf Millionen Zuschauer und mehr als 20 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe kommt «RTL aktuell» inzwischen nur noch selten. Dabei fiel der Abstand zwischen «RTL aktuell» und dem größten privaten Verfolger - den «Sat.1 Nachrichten» - weiterhin beachtlich groß aus.

«Sat.1 Nachrichten»-Werte

  • 2013: 1,65 Mio. / 7,4% (14-49)
  • 2014: 1,47 Mio. / 6,9% (14-49)
  • 2015: 1,36 Mio. / 6,8% (14-49)
  • 2016: 1,32 Mio. / 6,5% (14-49)
Die Nachrichten des Bällchensenders präsentierten sich im abgelaufenen Jahr gewohnt trist und informierten im Schnitt nur 1,32 Millionen Zuschauer. Die Folge: Schwache Marktanteile von 4,8 Prozent bei allen und 6,5 Prozent der 14- bis 49-Jährigen. Auch wenn Sat.1 mit seinen Nachrichten zwischen Heiligabend und dem 2. Weihnachtstag gleich drei Mal hintereinander Quoten von mehr als zehn Prozent einheimste, sind zweistellige Werte in der Regel die absolute Ausnahme. Nur selten erreichen die Nachrichten mehr als zwei Millionen Zuschauer, ein einziges Mal waren dieses Jahr exakt drei Millionen Menschen drin. In Anbetracht der starken Konkurrenz durch die «Tagesschau» dürften die Quoten der 20-Uhr-Sendung auch langfristig kaum steigen.

«RTL II News»-Werte

  • 2013: 0,87 Mio. / 6,8% (14-49)
  • 2014: 0,87 Mio. / 6,9% (14-49)
  • 2015: 0,82 Mio. / 6,5% (14-49)
  • 2016: 0,76 Mio. / 5,8% (14-49)
Die dritte Nachrichtensendung im Bunde, die um 20 Uhr gezeigt wird, sind die «RTL II News». Sie informierten 2016 im Schnitt 0,76 Millionen Menschen, was einem eher schwachen Gesamtmarktanteil von 2,7 Prozent entspricht. RTL II hat mit seinem Angebot aber ohnehin die Jüngeren im Blick und bei denen läuft es auch um einiges besser. Bei den 14- bis 49-Jährigen standen 2016 solide 5,8 Prozent zu Buche, bei den 14- bis 29-Jährigen sogar etwas mehr als elf Prozent. Dass die Quoten trotzdem schlechter als in den Vorjahren sind, dürfte vor allem mit einem schwächeren «Berlin: Tag & Nacht» im Vorprogramm zusammenhängen (mehr dazu hier).

«Newstime»-Werte

  • 2013: 0,80 Mio. / 11,5% (14-49)
  • 2014: 0,80 Mio. / 11,4% (14-49)
  • 2015: 0,80 Mio. / 11,7% (14-49)
  • 2016: 0,80 Mio. / 11,6% (14-49)
Rund 0,8 Millionen Zuschauer sahen 2016 die ab kurz vor 18 Uhr gezeigte «Newstime» bei ProSieben, was für den Sender mit sehr ordentlichen 11,6 Prozent der Umworbenen einherging. Etwa drei von vier Zuschauern befinden sich zumeist im Alter zwischen 14 und 49 Jahren. Erstaunlicher Weise zeigen sich die Nachrichten bei ProSieben damit konstant wie kaum eine andere Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen – schon zum vierten Mal in Folge landete die Reichweite im Jahresmittel beim gleichen Wert (siehe Infobox).

«kabel eins News»-Werte

  • 2013: 0,54 Mio. / 6,7% (14-49)
  • 2014: 0,47 Mio. / 5,9% (14-49)
  • 2015: 0,51 Mio. / 6,1% (14-49)
  • 2016: 0,53 Mio. / 6,0% (14-49)
Schlusslicht bei den Haupt-Nachrichtensendungen der großen TV-Stationen ist kabel eins, das mit seinen «kabel eins News» gegen 15.50 Uhr am Nachmittag im Schnitt 0,53 Millionen Menschen informierte. Wenngleich die Reichweite auf den ersten Blick mickrig wirkt, fielen die Marktanteile in den meisten Fällen gar nicht schlecht aus. Im Schnitt reichte es zu 4,2 Prozent bei allen und genau sechs Prozent der Umworbenen. Diese guten Werte dürften allerdings vor allem mit den Serien im Vorprogramm zusammenhängen, die zumeist zu überzeugen wissen. Gegenüber den beiden Vorjahren veränderten sich Reichweite und Quote auch hier kaum.

Übrigens: Zusammengenommen erreichten die besprochenen Hauptnachrichten-Sendungen allein bei den sieben großen Sendern Abend für Abend rund 15,5 Millionen Zuschauer - ein stolzer Wert, der beweist, dass lineares Fernsehen alles andere als out ist.

Und wie sich 2016 die ARD-«Brennpunkte» schlugen, können Sie hier noch einmal nachlesen.

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