Die US-Serie «Wayward Pines» hat über zehn Episoden spannend und mysteriös zugleich gezeigt, was passiert, wenn ein Herrscher versucht Macht über eine Bevölkerungsgruppe zu erlangen.
Lange musste das Publikum warten – knapp zwei Jahre – ehe nach der ersten Ankündigung der neuen FOX-Miniserie «Wayward Pines» auch die erste Folge im TV lief. Dafür war der Start direkt umso größer – in 125 Ländern weltweit begann die Geschichte rund um die mysteriöse Kleinstadt Wayward Pines parallel. Branchenkenner hatten vorher schon verlauten lassen, die Serie sei ein cleverer Mix aus «Twin Peaks» und «The Truman Show», im gleichen Atemzug aber angemerkt, dass das Format – natürlich! – niemals mit «Twin Peaks» würde mithalten können. Dieser Eindruck hat sich nach dem Serienfinale bestätigt.
Der Big Bang in «Wayward Pines» kommt unverhofft und ziemlich genau in der Mitte der Geschichte. Wir schreiben nicht mehr das Jahr 2014, sondern leben im Jahr 4028. Die Welt außerhalb von Wayward Pines existiert längst nicht mehr, die Menschheit wurde aufgefressen von gebückt laufenden aggressiven Mutationen, die „Abbys“ genannt werden. Der große Zaun ist dazu da, die Alles-Zerstörer vor einem Eindringen zu bewahren. In der Stadt wird dabei größten Wert auf die Jugendlichen gelegt, sie sind die erste Generation, die die Menschheit wieder aufbauen soll. Die nämlich wurde einst eingefroren, um zu überleben und wird nun nach und nach wieder aufgetaut – selbstverständlich nur einige wenige Auserwählte.
Rasanter Aufstieg - schnell wurde Agent Ethan Burke in «Wayward Pines» vom Neuling zum Sheriff, der für Recht und Ordnung zu sorgen hat. Darsteller Matt Dillon blieb in vielen Passagen aber zu blass für einen Hauptdarsteller, der eine Mystery-Serie tragen soll. Hingucker waren stattdessen an anderer Stelle zu finden - und auch die sich über zehn Folgen erstreckende Storyline wusste an vielen Stellen zu gefallen.
Dennoch wird die FOX-Serie als eine der kreativeren Produktionen des Network-Fernsehens der vergangenen zehn Jahre in Erinnerung bleiben; nicht aber mit ganz großen Hits wie «Akte X» und Konsorten mithalten können. Das hat mehrere Gründe. Da wäre die unter dem Strich eher blasse Leistung von Hauptdarsteller Matt Dillon in der Rolle von Agent Burke zu nennen. Dillon hat in der Serie den Charme eines Zementmischers, irrt regelmäßig leicht verkratzt und verbeult durch Wälder oder schaut bedeutungsschwanger in die Kamera. Auch seine Serien-Frau Shannyn Sossamon bleibt die meiste Zeit über blass. Ethans Ex-Affäre, die anfangs ebenfalls vermisste Agentin Kate (gespielt von Carla Gugino) ist da schon eher ein Lichtblick, hat aber ebenfalls nicht das Zeug dazu, das Vakuum zu füllen. Das gelingt dann schon eher der in Serien sonst kaum präsenten, aber für viele Kinofilme prämierten Melissa Leo, die als merkwürdige Krankenschwester Pamela die beste Figur der ganzen Serie abgibt.

• Akte X • The Truman Show • The Walking Dead • Twin Peaks • Wayward Pines
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