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«Vorstadtweiber»

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Obwohl das neue ORF-Format nicht so fantastische Zahlen holte wie «Um Himmels Willen», lief es gut für die neue Serie, die insbesondere beim jungen Publikum besser abschnitt als andere Formate im Ersten.

Unsere Kritik zu «Vorstadtweiber»

"Inhaltliche Relevanz sucht man vergebens, unterschiedliche Charaktere sowieso. Eine gelungene Persiflage ist die Serie damit sicher nicht. Allein aber die Tatsache, dass die Cliffhanger einigermaßen gut gelingen und der Triumphzug auf dem österreichischen Markt, schließen einen Erfolg im Ersten nicht aus."
Lesen Sie hier die gesamte Kritik zu «Vorstadtweiber».
Neue Akzente wollte Das Erste zur besten Sendezeit am Dienstag setzen. Als „zeitgeistiges und freches“ Format, wie es ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner beschrieb, schien sich «Vorstadtweiber» dafür bestens zu eignen. Die österreichische Serie handelt von einer Frauengruppe aus den Wiener Reichenvierteln, Intrigen sind an der Tagesordnung und meist ziehen die Charaktere ihre Motivation aus Geld oder Sex. Was dann wie «Desperate Housewives» im Wiener Schmäh daherkommt, erwies sich im Mutterland des Formats als großer Erfolg, wo zuweilen um die 900.000 Zuschauer einschalteten. Auch in Deutschland hatte die Sendung gute Voraussetzungen, erhielt es doch einen Programmplatz, der fast ausschließlich tolle Marktanteile hervorbringt. Wenn nicht gerade DFB-Pokal-Übertragungen liefen, feierte «Um Himmels Willen» mit Zuschauerzahlen um die sechs Millionen an diesen Abenden zuletzt große Erfolge.

Auch «Vorstadtweiber» startete am 5. Mai vielversprechend, als sich 5,12 Millionen Zuschauer für die deutsche TV-Premiere interessierten. So sprang ein ausgezeichneter Marktanteil von 17,2 Prozent heraus und damit auch der Primetime-Sieg für die «Vorstadtweiber», die um diese Uhrzeit mit RTL-Crime, «Sing meinen Song» auf VOX und dem wie immer schwachen «ZDFzeit» konkurrierten. Erfreulich verlief der Abend auch beim jungen Publikum, das mit 9,5 Prozent vertreten war. Gleich nach der ersten Episode strahlte Das Erste eine weitere Folge aus, die ihre Reichweite leicht steigerte. 5,14 Millionen Zuschauer verfolgten im Schnitt die zweite Folge ab 21 Uhr. Mit 16,9 Prozent verbuchte Das Erste nun einen etwas niedrigeren Marktanteil, dafür wuchs die Sehbeteiligung des jungen Publikums auf 9,6 Prozent.

Ein toller Start für die Serie aus dem Nachbarland, der in der Folgewoche etwas gedämpft wurde. 3,54 Millionen Zuschauer am 12. Mai bedeuteten noch 11,7 Prozent bei den Zuschauern ab Drei, womit «Vorstadtweiber» sogar unter den Senderschnitt rutschte. Überdurchschnittlich gut lief es jedoch noch immer bei den jungen Zuschauern, von denen 7,3 Prozent einschalteten. Schuld an den massiven Abschlägen war ein Spiel der UEFA Champions League, das im Schnitt 7,31 Millionen Menschen interessierte. Spannend war nun zu beobachten, inwiefern sich die «Vorstadtweiber» sieben Tage später rehabilitierten. Die Sendung, die der ORF als Persiflage beschrieb, erreichte wieder 4,19 Millionen Zuschauer und kam damit auf 14,1 Prozent bei allen Fernsehenden. Damit lag «Vorstadtweiber» deutlich hinter den Zahlen, die «Um Himmels Willen» sonst generiert, dafür schnitt die Serie weiterhin beim jungen Publikum viel besser ab. 8,0 Prozent verzeichnete «Vorstadtweiber» am 19. Mai, sonst sind 6,6 Prozent im Ersten die Norm.

Zumindest in Bezug auf den Gesamtmarktanteil zeigte sich das neue Format im Ersten bis Mitte Juni konstant. Die Marktanteile schwankten zwischen 13,2 und 13,6 Prozent, allerdings befand sich die Reichweite im Fall. 4,18 Millionen Zuschauer schalteten noch am 26. Mai ein, in den Wochen darauf sank die Gesamtzuschauerzahl auf 3,83 Millionen, ehe das Format am 9. Juni wieder 100.000 Zuschauer hinzugewann, allerdings bis zum 16. Juni wieder 250.000 Interessierte abgab und auf 3,68 Millionen Zuseher kam. Konträr dazu feierte «Vorstadtweiber» weitere Achtungserfolge beim jungen Publikum, wo am 9. Juni fantastische 10,3 Prozent zu Buche standen. Noch bis zum Staffelfinale hielt sich die Sendung beim jungen Publikum bei Werten, die die Acht-Prozent-Grenze deutlich überstiegen. Die vorletzte Ausgabe der Staffel erreichte 3,75 Millionen Zuschauer. Obwohl zuvor schon öfter niedrigere Reichweiten zu Papier standen, erzielte «Vorstadtweiber» an diesem 23. Juni mit 12,5 Prozent den bislang zweitniedrigsten Gesamtmarktanteil. Der Staffelabschluss erreichte schließlich noch 2,92 Millionen Menschen. Daraus entstand eine Quote von 12,1 Prozent bei allen Fernsehenden.

Zu einem Leuchtturm wie «Um Himmels Willen» wurde die erste Staffel von «Vorstadtweiber» nicht. Auch an die Werte des Follow-Ups «In aller Freundschaft» kam die neue Serie nicht heran. Allerdings setzte «Vorstadtweiber» ein Zeichen beim jungen Publikum. Dort schalteten pro Folge mittlere 0,89 Millionen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren ein und generierten im Schnitt einen für Das Erste-Verhältnisse tollen Marktanteil von 8,7 Prozent. Auch beim Gesamtpublikum liegen die Werte deutlich über der Sendernorm, denn durchschnittlich 4,03 Millionen Zuschauer bewirkten pro Folge insgesamt 13,8 Prozent.

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