Prominente und Kinder spielen Memory, stapeln Bausteine und quizzen sich durch Trivial Pursuit. Das «Wetten, dass...?»-Erbe glänzt vor allem mit alten Konzepten und Langeweile.
Mit «Wetten, dass…?» verschwand eine der letzten großen Samstagabend-Shows aus dem deutschen Fernsehen. Jahrzehntelang versammelte sich die ganze Familie vor dem Fernsehgerät, um über die Zeit hinweg Frank Elstner, Wolfgang Lippert, Thomas Gottschalk und Markus Lanz dabei zuzusehen, wie sie die nationale und internationale Prominenz auf ihrem Sofa versammelten und dabei die interessantesten und verrücktesten Wett-Ideen der Menschen vorstellten. Bekanntlich wurde die Sendung aber eingestellt, sodass der Samstagabend beim ZDF im Showbereich brach lag. Diese Lücke versucht man ab sofort mit einer neuen Idee zu füllen: In der Show «Das Spiel beginnt – Die große Show von 3 bis 99» werden die beliebtesten Gesellschaftsspiele ins Fernsehen übertragen.
Vor jedem Spiel wird ausgewürfelt, wie viele Punkte das Gewinnerteam in der Runde bekommen wird. Am Ende werden alle Punkte zusammen gezählt. Das Team, das in allen Runden am erfolgreichsten war, erhält als Preis „die Erfüllung seiner Träume“. Da in der ersten Sendung die Kinder gewonnen haben, bestand dies beispielsweise aus einem Reiturlaub in Frankreich oder einem Treffen mit Lukas Podolski. Im Zentrum der Show standen also eindeutig die Gesellschaftsspiele. Zwischen den Runden wurden die Kinder in kleinen Einspielern vorgestellt und es wurde mit den Prominenten geplaudert.
Das Prominenten-Team war eine typische Mischung aus öffentlich-rechtlicher und privater TV-Klientel. Bei Schauspielerin Veronica Ferres hatte man phasenweise das Gefühl, dass sie etwas deplatziert wirkte und mit der Sendung an sich nicht viel anfangen konnte. Comedian Bülent Ceylan war ganz er selbst: Er interagierte mit dem Publikum, animierte es zur Laola oder zum Headbangen und verschenkte direkt Karten für seine Live-Show an die Kinder. Kostja Ullmann, der seit Januar im Film „3 Türken und ein Baby“ zu sehen ist, und ZDF-Bergdoktor Hans Sigl gingen dabei etwas unter. Alle vier waren aber stets darum bemüht, vor allem mit und nicht gegen die kleinen Kandidaten zu spielen. Zwischendurch durfte auch Sängerin Nena in der Sendung auftreten und wurde für ein Spiel direkt in das Kinder-Team integriert.
So neu das Konzept von «Das Spiel beginnt» auf den ersten Eindruck wirkt, so altbacken sind die Elemente. Prominente gegen Kinder ist ein typisches Show-Prinzip. Verrückte Spiele in Übergröße kennt man auch schon zu Genüge aus «Dalli Dalli». Selbst das sich bewegende Sofa war nicht neu, wenn man an «Wetten, dass...?» unter Markus Lanz zurückdenkt. Auch die Spielideen sind natürlich keine Neuheit. Alle Spiele gab es schon seit Langem. Das Konzept der Sendung ist also nicht neu, sondern in erster Linie ein Konvolut an etablierten Ideen.

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