Sonntagsfragen

Amiaz: ,Man kann es einfach nicht mit anderen Sendungen vergleichen'

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In dieses Show-Experiment legt VOX große Hoffnungen: Am Dienstagabend (20.15 Uhr) startet die Gründer-Show «Die Höhle der Löwen». Quotenmeter.de sprach vorab mit Moderator Amiaz Habtu.

So beschreibt VOX die Show

Die einen haben eine spannende Geschäftsidee oder eine innovative Erfindung, aber nicht das nötige Kapital und Know-how, um ihren großen Traum zu verwirklichen. Die anderen sind erfolgreiche Investoren und haben ausreichend Budget - sie sind auf der Suche nach lukrativen Geschäften. In 'Die Höhle der Löwen' bringt VOX diese Menschen jetzt zusammen - und dann heißt es: Showtime für gute Ideen! In der neuen Gründer-Show bekommen Nachwuchs-Unternehmer die Chance ihres Lebens: Im Rahmen eines einzigen Business-Pitches haben sie die Möglichkeit, den fünf angesehenen Investoren Vural Öger, Judith Williams, Jochen Schweizer, Frank Thelen und Lencke Wischhusen ihr Geschäftsmodell vorzustellen. Hinter den Kulissen werden die Start-up-Unternehmer von Amiaz Habtu begleitet. Von personalisierbaren Liebesliedern über Portemonnaies aus Öko-Materialien bis hin zur rollenden Zuckertüte - dem Erfindungsreichtum der Nachwuchs-Unternehmer sind keine Grenzen gesetzt.
VOX-Beschreibung zur «Höhle der Löwen»
Amiaz, was war Dein erster Gedanke, als Du vom Konzept von «Die Höhle der Löwen» erfahren hast?
Da kam direkt ein großes ,Wow!' von mir! Ich hatte nämlich vorher schon «Shark Tank» gesehen, die amerikanische Version von «Die Höhle der Löwen» - und ich war wirklich begeistert von der Sendung. Dass VOX dieses Business-Format nach Deutschland holen will, freut mich. Vor allem, weil es eine Gründershow ist, die sich von vielen anderen Sendungen im deutschen Fernsehen unterscheidet.

Du selbst bist studierter Diplom-Kaufmann und hast nach dem Studium eine Produktionsfirma gegründet. Halfen Dir diese Erfahrungen weiter, Dich besser ins Format hineinzudenken?
Ja klar, da gab’s durchaus Parallelen. Mit anderen Worten: Auch ich bin ein Stück weit Jungunternehmer. Ich weiß genau, was es bedeutet, Geld in die Hand zu nehmen und etwas zu riskieren. Nun gut, ich habe während meines Studiums mit der Zeit den Fokus aber immer mehr aufs Moderieren gelegt. Aber dadurch, dass ich das Studium doch beendet habe, kenne ich viele BWL-Absolventen, die Jungunternehmer geworden sind. Und wenn ich dann in der Sendung höre, was unsere Kandidaten teilweise durchgemacht haben, kann ich so einiges ganz gut nachvollziehen.

Trotzdem bleibt für viele Unterhaltung und Wirtschaft wohl eher widersprüchlich…
Das ist es aber gar nicht. Ich habe in der Presse auch hier und da schon lesen müssen, dass unsere Sendung eine andere Art von Castingshow ist. Das stimmt aber nicht. Es ist eine Gründer-Show und allein schon deswegen kann man es einfach nicht mit den Sendungen vergleichen, die schon liefen. Ich weiß, Du kennst die Sendung natürlich noch nicht, darum kannst Du Dir kein Bild von machen. Aber ich kann versprechen: Es ist echt ein tolles Format geworden mit vielen Aufs und Abs. Eine sehr emotionale Angelegenheit!

Welche Zielgruppe habt Ihr mit der Sendung konkret im Auge?
Menschen, die Lust darauf haben, zu sehen, was andere Menschen für tolle Geschäftsideen haben und was sie in kürzester Zeit leisten können. Die Frage nach der Zielgruppe ist sowieso eher eine, die sich VOX stellen muss. Ich kann nur für mich sprechen. Aber ich denke durchaus, dass die Sendung ein sehr breites Publikum ansprechen kann – Männer und Frauen. Schließlich haben wir für unsere Show auch tolle Frauen finden können, die sich super präsentiert haben. Nur weil wirtschaften ein wichtiger Teil der Show ist, heißt es lange nicht, dass das eine reine Männerangelegenheit wird.

In Deutschland werden reiche Menschen häufig kritisch beäugt, die Reichensteuer ist populär in der Bevölkerung – ganz anders als in Amerika. Salopp gefragt: Ist Deutschland das richtige Land für dieses Format?
Ja, ich weiß was Du meinst. Es gibt was das angeht einen großen Unterschied zwischen Amerika und Deutschland. In den USA präsentiert man sich gerne. In Deutschland hingegen spricht man oft nicht darüber, wenn man reich ist. In manchen Punkten ist das sicher gut so. Aber – und das ist etwas, was unsere Sendung auch deutlich macht: Bis zum Reichtum hin ist es oft ein weiter Weg. Vielleicht hilft so eine Gründer-Show, dass bestimmte Tabus gebrochen werden können. Wir erwähnen immer wieder, dass auch unsere reichen "Löwen" in ihrem Leben Hochs und Tiefs erlebt haben. Vielleicht haben Sie im Moment ein Hoch und sind reich – aber der Weg, um dort hinzukommen, ist nicht leicht. Und wer sagt schon, dass das so bleiben muss. Einer unserer Investoren hat ganz klar gesagt, dass es Zeiten gab, in denen er kurz vor der Insolvenz stand…

Habt Ihr Euch bei «Die Höhle der Löwen» an anderen Versionen in anderen Ländern orientiert – oder ist es eher ein ganz eigenes Ding geworden?
Ja, es ist ganz klar ein eigenes Ding geworden. In den amerikanischen und englischen Versionen gehen die Macher so gut wie nie auf den Menschen ein, der sich, sein Unternehmen und seine Idee präsentiert. Diesen Aspekt behandeln wir ausführlich, die Erzählweise ist bei uns also eine andere. Das ist es aber auch, was bei «Die Höhle der Löwen» meinen Part als Moderator ausmacht: Ich darf diese Menschen, die sich mit ihren Ideen vor den Investoren präsentieren, kennenlernen und vorstellen.

Seit den Dreharbeiten sind ja nun einige Monate vergangen. Gibt es Erfolge, was neue Unternehmen bzw. neugeschaffene Arbeitsplätze angeht?
Über erste Erfolge zu sprechen, wäre an dieser Stelle nicht richtig. Es gab einige Tränen, es gab viele Momente der Freude. Ich bin mir sicher, dass viele vor dem Fernseher sitzen werden, sich ärgern werden und denken, warum sie sich nicht auch bei uns beworben haben. Aber ich schlage vor, Ihr schaltet am Dienstag einfach ein und seht selbst (lacht).

Ob es im ZDF-Hauptprogramm funktioniert hätte – keine Ahnung. Ich bin einfach froh, dass es überhaupt im deutschen Fernsehen lief und noch dazu gute Quoten geholt hat.
Amiaz auf die Frage, ob «Der Rassist in uns» nicht besser im ZDF gelaufen wäre
Amiaz, dann lass uns zum Schluss noch kurz über «Der Rassist in uns» sprechen. Inwiefern hat Dich das Experiment persönlich bewegt bzw. bereichert?
Ich habe bei «Der Rassist in uns» auf jeden Fall einiges mitgenommen. Es gab diesen Workshop erstmalig in den 60er Jahren, danach bekanntlich auch in den Niederlanden. Daher war ich über den Ablauf und das, was passieren kann, natürlich informiert. Aber wenn Du an diesem Tag hautnah dabei sein darfst und mit dem Experten in einer Beobachterposition bist, ist das echt nochmal was ganz anderes. Im Nachhinein bin ich sehr dankbar, dass ein Teil von diesem Format sein durfte.

Die Sendung hatte ein überaus positives Medienecho erhalten. Wäre sie nicht was fürs ZDF-Hauptprogramm gewesen?
Die Frage habe ich in der Tat des Öfteren gehört. Gestellt habe ich sie mir aber nie, weil es wieder einmal eine Sendungsentscheidung ist. Letztendlich war es ZDFneo, das mit dem Format zu mir kam und fragte, ob ich Lust darauf hätte. Ob es im ZDF-Hauptprogramm funktioniert hätte – keine Ahnung. Ich bin einfach froh, dass es überhaupt im deutschen Fernsehen lief und noch dazu gute Quoten geholt hat.

Amiaz, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg am Dienstag!

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