Inhaltlich präsentierte sich der Sommerpausen-Ersatz für die «heute-show» in seiner Erstausgabe defizitär, doch vor allem der Versuch, Ironie und Biss in das Format zu quetschen, ging nach hinten los.
Auffällig ist vor allem in diesem ersten Drittel der Sendung, das beinahe ausschließlich im Studio stattfindet, die Diskrepanz zwischen akustischer und optischer Wahrnehmung des Publikums. So hört man zwar von Zeit zu Zeit recht euphorische und laute Lacher von den Rängen, sobald die Kamera es jedoch zeigt, ist die Stimmung bestenfalls noch als zurückhaltend interessiert zu bezeichnen. Dies legt zumindest den Verdacht nahe, dass auch das Produktionsteam der Sendung nicht völlig vom humoristischen Niveau des Moderators begeistert gewesen sein könnte und die Resonanz des Publikums etwas... wohlwollender ausgelegt hat, als sie eigentlich war.
Am Ende der 30-minütigen Sendung werden immerhin noch ein paar Personen aus dem Publikum ins Geschehen involviert, indem man sie darauf hinweist, dass sie in einem eilig vor der Show unterschriebenen Schreiben zugestimmt haben, dass ihnen Mobiltelefone, Uhren und Autos entwendet werden können. Sicher ist auch dieser Hinweis auf Betrügereien im Kleingedruckten kein revolutionäres und nie zuvor angesprochenes Thema, das den Zuschauer zu ganz neuen Erkenntnissen bringt, aber immerhin misslingt hier einmal die Umsetzung nicht völlig und es kommt zu einer recht spaßigen Interaktion zwischen den Moderatoren und dem Studio-Publikum. Nur die offensichtlich gefakte Explosion des Zuschauer-Autos, die das große Finale stellen soll, ist auch hier wieder ein Stück zu viel des Bemühten.
Alles in allem ist der Versuch, investigativen Verbraucherschutz mit bissiger Satire zu kombinieren, bei «Ohne Garantie» beinahe völlig misslungen. Das Schauspiel der Akteuere, zu denen neben Reichow und Trepper auch Bernhard Hoecker und die völlig blasse Judith Richter gehören, ist nicht authentisch genug, um vergessen zu machen, dass die gesamte Sendung mitsamt aller Monologe und Dialoge bereits im Vorfeld durchgeplant ist. Potenziell interessante Themen werden zu plakativ und platt aufbereitet, sodass die Einspielfilmchen zwar mitunter ein gewisses Amüsement besitzen, aber kaum neue Erkenntnisse liefern. Somit darf man sich zumindest inhaltlich bei «Durchgedreht!» und «Vier sind das Volk» einreihen, deren ambitionierte Grundidee ebenfalls an der miesen Umsetzung in der Praxis gescheitert ist.• Durchgedreht! • Ohne Garantie • Vier sind das Volk • heute-show
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