US-Check

Vom Durchstarter zum Rohrkrepierer

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In den USA ist die Sitcom «Go On» vor einem Jahr hervorragend gestartet, dann dramatisch abgestürzt und inzwischen abgesetzt. Anlässlich des Starts bei RTL Nitro wirft Quotenmeter noch einmal einen Blick auf die US-Performance.

«Go On» in Deutschland

In Deutschland ist die Serie bereits seit September beim Bezahlsender Universal Channel zu sehen. Seit Donnerstag läuft «Go On» nun auch im Free-TV. RTL Nitro zeigt das Format im Umfeld von «Modern Family» und der ebenfalls neugestarteten Comedyserie «The League». Zum Auftakt holte der ehemalige «Friends»-Star 0,06 sowie 0,07 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. 0,4 bzw. 0,5 Prozent waren im werberelevanten Alter. Im zurückliegenden Fernsehjahr kam RTL Nitro auf durchschnittlich 1,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.
Mit einer Hauptrolle bei «Friends» war Matthew Perry in den 90ern über zehn Staffeln hinweg einer der großen Sitcomstars. Im Jahr 2012 kehrte der Schauspieler mit einer eigenen Sitcom auf die TV-Bildschirme (nach seiner kanadischen Serie «Mr. Sunshine») zu NBC zurück, wo er als Chandler Bings einst große Erfolge feierte. Bei «Go On» schlüpft Perry nun in die Rolle eines Sportreporters, der nach dem Tod seiner Frau von seinem Chef zu Therapiesitzungen verdonnert wird. Andernfalls darf er nicht zurück vor die Kamera und seinem Beruf nachgehen. Also nimmt er Therapiestunden bei Lauren Schneider. Die Qualitäten der ehemaligen „Weight Watchers“-Trainerin scheinen Ryan aber nicht zu überzeugen, weshalb er selbst die Leitung der Gruppentherapie übernimmt. Als Folge dessen gibt es gnadenlose Wettkämpfe unter den Mitgliedern, wer die emotionalste Story zu liefern hat.

NBC bescherte der Serie zum Auftakt einen Sendeplatz vor einem garantiert großen Publikum. Die erste Folge lief nämlich als Preview während der Berichterstattung der Olympischen Sommerspiele 2012 und wurde am 8. August 2012 von 16,10 Millionen Zuschauern verfolgt. Das war definitiv ein Auftakt nach Maß - viel besser hätte es für den Neustart nicht laufen können. Doch nun blieb die Frage, ob man auch genug Zuschauer nachhaltig begeistern konnte, die der Serie auch auf dem regulären Sendeplatz treu bleiben würden. Die weiteren Folgen liefen dann ab September 2012 dienstags im Anschluss an «The Voice». Auch die Castinghow bildete ein starkes Vorprogramm und so erreichte die zweite Folge von «Go On» gute 9,73 Millionen Amerikaner. Damit gingen zwar im Vergleich zum Auftakt über sechs Millionen Zuschauer verloren, doch angesichts von immer noch knapp zehn Millionen Interessierten dürfte NBC den Rückgang gut verkraftet haben. Erst recht, als die dritte Folge mit 9,28 Millionen Zusehern die Werte nahezu bestätigte.

Die vierte Episode musste dann schon deutlich größere Verluste verschmerzen. 6,90 Millionen Zuschauer blieben übrig. Eine Woche später gingen noch einmal rund eine Millionen Zuseher verloren und "nur" noch 5,82 Millionen US-Bürger interessierten sich für die neuste Ausgabe der Sitcom. Nichtsdestotrotz reichten die erzielten Werte offenbar aus, sodass NBC im Oktober die erste Runde um neun Episoden verlängerte und somit eine volle Staffel in Auftrag gab. Auch die Stimmen der Kritiker dürften zu der Entscheidung beigetragen haben, denn die Serie musste sich vor Lob nicht verstecken. Und so konnte die sechste Episode dann ihre Werte wieder auf 6,58 Millionen Zuschauer steigern. In diesem Quotenbereich pendelten sich auch die nachfolgenden fünf Ausgaben ein, die bis Anfang Dezember 2012 gezeigt wurden.

Nach rund einem Monat Winterpause kehrte «Go On» dann im Januar 2013 auf die Bildschime zurück, allerdings ohne den starken Vorlauf von «The Voice». Und das bekam die Sitcom auch prompt zu spüren. Lediglich 4,29 Millionen Amerikaner interessierten sich für die neuste Folge. Damit markierte die Serie einen neuen Tiefpunkt und weitere Negativrekode sollten folgen. Der zweite Teil der ersten Staffel schaffte in den kommenden Wochen nämlich nicht mal ansatzweise den Sprung auf Augenhöhe mit den Anfangsepisoden. Ende Januar unterschritt man sogar erstmals die Vier-Millionenmarke und kam auf nur noch 3,97 Millionen Zuschauer - viel zu wenig für die Ansprüche von NBC. Es blieb allerdings auch in den kommenden Wochen bei Werten mit weniger als vier Millionen Interessierten. Das Finale kam sogar auf nur noch 2,67 Millionen Zuseher, sodass es zum Schluss hin nicht verwunderte, dass der Sender im Frühjahr 2013 die Reißleine zog und die Sitcom nach dieser ersten Staffel beendete.

Seit Donnerstag versucht nun RTL Nitro, dem deutschen Publikum die Serie schmackhaft zu machen. Doch ob nun mit Erfolg oder nicht, nach 22 Episoden wird gezwungenermaßen auch in Deutschland Schluss sein.

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