ABC hat einen neuen Drama-Flop: «Red Widow». Wir sagen, ob der Freshman zurecht beim Publikum durchfällt.
Doch es ist vor allem der Ton, den Rosenberg leider nicht getroffen hat. Will man einen Stoff über die organisierte Kriminalität spannend erzählen, darf man vor einer gewissen Radikalität nicht zurückschrecken. «Red Widow» wirkt über weite Strecken der ersten beiden Folgen jedoch zu sehr auf das Klischeebild von Frauenaffinität getrimmt. Mit allen Konsequenzen: Evan liegt in der Klimax des ersten Aktes nicht einfach tot auf der Straße, wie man das in «Breaking Bad» sehen würde. Nein, er muss sich theatralisch erschießen lassen, im blutüberströmten T-Shirt neben seinem kleinen Sohn sein Leben aushauchen und seine Frau Marta muss in Zeitlupe aus dem Haus rennen, um ihm in seinen letzten Momenten verzweifelt beizustehen. Melodram, ich hör' dein Trapsen.
«Red Widow» reiht sich somit perfekt in die Schlange der in dieser Season neu gestartete ABC-Drama-Flops ein: Den noch im Sommer hoch gehandelten Serien «666 Park Avenue» und «Last Resort» wurde bereits während der November-Sweeps der Stecker gezogen, während das am 14. Februar gestartete «Zero Hour» nun den Rekord für die zuschauerschwächste ABC-Serien-Premiere innerhalb einer TV-Saison hält. Lediglich «Nashville» konnte aus dem ABC-Lineup Zuschauer wie Kritiker überzeugen. Doch eine Serie zu finden, die von Anfang an ein Aushängeschild wie «Desperate Housewives» hätte ersetzen können, ist nicht geglückt. Mit einer Larifari-Sendung wie «Red Widow», die eine Mafiaserie für die bügelnde Hausfrau aus Nebraska sein will, natürlich erst recht nicht.
• 666 Park Avenue • Breaking Bad • Desperate Housewives • Last Resort • Nashville • Red Widow • Sopranos • Twilight • Weeds • Zero Hour
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