Die Kritiker

«Im Bett mit Paula»

von
GQ-Kolumnistin Paula Lambert spricht mit „Promis“ über kunstvolle Pornos und Sex in der DDR.

Inhalt


Die Sex-Kolumnistin Paula Lambert will nicht länger allein sein in ihrem kuscheligen Bett. Deshalb hat sie sich direkt mal zwei Männer eingeladen, die ihr Gesellschaft leisten sollen. Doch bevor sie mit den beiden in die Kiste springt, werden sie erst einmal zum Thema Sex ausgefragt. Beide offenbaren in den Gesprächen über Pornos, das erste Mal und guten Sex die eine oder andere Überraschung…

Kritik


Direkt vorweg: Wer bei «Sextalk mit Paula Lambert» eine Variante der damaligen RTL-Sendung «Eine Chance für die Liebe» erwartet, liegt völlig falsch. Viel mehr dürfen wir Paula Lambert, die Sex-Kolumnistin beim Männermagazin GQ ist und eigentlich Susanne Frömel heißt, dabei beobachten, wie sie sich mit Halb-Prominenten im Bett wälzt. Keine Sorge, Sex gibt es nicht. Aber es wird ausführlich darüber gesprochen.

Für die erste Sendung hat sich die „Frau ohne Blatt vorm Mund“ gleich zwei Hochkaräter eingeladen: Nils (oder Nilz) Bokelberg und RP Kahl (auch Rolf Peter Kahl). Zur Einordnung: Bokelberg war mal VIVA-Moderator und sendet seit 2010 beim Internetradiosender ByteFM seine eigene Sendung. RP Kahl dagegen ist zu Gast, weil er mal einen Kunstporno gedreht hat. So wirklich prominent sind die beiden Premierengäste also nicht. Schlüpfrige Dialoge gibt es dennoch zu Hauf.

In einer halben Stunde offenbaren die drei Sexperten Dinge, die man eigentlich gar nicht wissen möchte. Immerhin fängt das Gespräch mit RP Kahl direkt mit dem Küssen an, während sich Lambert und Bokelberg zunächst minutenlang darüber auslassen, wie sie sich denn nun am geeignetsten ins Bett legen. Über die Decke, unter die Decke, ohne Decke – die Richtung des Talks scheint klar. Doch kaum ist die Diskussion überwunden, legt Bokelberg plötzlich los: er habe mal einen Porno vom Grabbeltisch gekauft, der sei super gewesen. Tolle Handlung und scharfe Sexszenen. Er schaue Pornos ja zweckgebunden. Tatsächlich sind einige Anekdoten aus dem Leben der zwei Gäste ganz lustig. Gerade aber Bokelberg gegenüber stellt sich bald eine gewisse Fremdscham ein.

Aufklärende Informationen oder neues Wissen aus dem Reich der Sexualkunde werden nicht vermittelt. Lambert wäre offensichtlich gerne Charlotte Roche, Bokelberg gerne berühmt und RP Kahl ein angesehener Pornoregisseur. Stattdessen aber muss Letzterer erklären, ob der Satz „in der DDR wurde viel gevögelt, weil’s sonst nix zu tun gab“ denn auch der Wahrheit entspricht. Im Gegenzug darf Lambert dann auch erzählen, wieso sie flotte Dreier eher nicht so mag. Man darf dem Produktionsstudio dafür danken, dass beide Gesprächspartner nicht nacheinander abgefrühstückt, sondern zum Gesprächsthema passend vermischt werden. Sonst wäre aus dem zeitweise recht kindischen und banalen Bettgeflüster womöglich eine völlig langweilige und belanglose Kiste geworden.

zdf.kultur strahlt «Im Bett mit Paula – Sextalk mit Paula Lambert» am Sonntag, den 8. Juli, um 22.00 Uhr aus.

Kurz-URL: qmde.de/57761
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