Deutschlands bekanntester Anwalt ist zurück und macht ab sofort Essen unsicher. Gemeinsam mit seinen Ermittlern ist Ingo Lenßen, bekannt aus der Scripted Reality-Dokusoap «Lenßen und Partner», auf dem heimischen Bildschirm zurück. Seine neue Sendung trägt den simplen Titel «Lenßen» und ist nicht mehr als eine Neuauflage seines alteingesessenen und mittlerweile totgelaufenen Vorgängerformates, das von 2003 bis 2009 in Sat.1 lief und vor knapp drei Jahren schließlich aufgrund stetig sinkender Einschaltquoten abgesetzt wurde. Im Vormittagsprogramm überzeugten jüngst aber Wiederholungen der Serie – und genau das hat die Verantwortlichen des Senders wohl bewegt, neue Ausgaben in Auftrag zu geben.
Kurzum: nach wie vor dehnt man bei dieser «Lenßen und Partner»-Neuauflage munter das Gesetz. Da wird sich in private Netzwerke gehackt, Zeugen werden von Detektiven befragt, die sich selbstverständlich nicht ausweisen müssen und der Anwalt liefert sich Machtspielchen mit der Kriminalpolizei. Darauf abzielend, dass der unwissende Zuschauer diese Ermittlertätigkeiten allerdings doch für die Realität hält, werden die Fälle in möglichst verwackelter Amateuroptik präsentiert und wie in seriösen Formaten wie «Aktenzeichen XY» die Untertitelungen des jeweiligen Handlungsorts und der Zeit wahlweise unter die verschiedenen Bildsequenzen gelegt.
Fazit: «Lenßen» ist nicht mehr als ein müder Aufguss der fast identisch klingenden Vorgängersendung. Das Konzept ist nahezu gleich und ob die Handlung nun in Essen spielt, oder in einer anderen Großstadt wird dem geneigten Zuschauer relativ gleichgültig sein. Ebenso wie die neuen Ermittlerduos, die neben Ingo Lenßen noch farbloser ausschauen, als sämtliche ehemalige Ermittler. Möglicherweise hat der eine oder andere Zuschauer noch nicht einmal bemerkt, dass ab sofort nicht mehr «Lenßen und Partner» sondern eine „brandneue Ermittlerdoku“ über die Bildschirme flimmert. • Lenßen
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