Eine Serie mit einem dokumentarischen Look versucht durch seine Handkamera und seine schnellen Schnitte immer besonders „edgy“ zu sein. Es ist oft der Versuch anspruchsvoller Unterhaltung, selbst wenn die Storys und Charaktere alles andere als intelligent geschrieben sind. Wenn MTV versucht, „edgy“ zu sein, liegt es allerdings meistens am kleineren Budget. Nichtsdestotrotz ist der neue Versuch des ehemaligen Musiksenders, mit «I Just Want My Pants Back» eine geskriptete Serie an den Mann zu bringen, und den letztjährigen Erfolg von «Teen Wolf» und «Awkward.» anzuknüpfen soll. Zugleich soll es den Beweis erbringen, dass ein „«Jersey Shore» mit Drehbüchern“ unterhaltsam sein kann. Zusätzlich steht «I Just Want My Pants Back» als Objekt der Wiederbelebung des „Twentysomethings“-Genres: Geschichten von Mittzwanzigern in der Großstadt, die durch dick und dünn gehen, und dabei kein Thema unberührt lassen. Auch wenn das Thema „Sex“ dabei stets im Vordergrund steht. Was allerdings mit dem 21. Jahrhundert kommt und der Serie nicht verübelt werden sollte.
«I Just Want My Pants Back» zelebriert sich selbst als neuester Dramedy-Aufguss in der „Twentysomething“-Sparte, ohne wirklich originell zu wirken. Jasons Geschichte ist wie geschaffen für die Botschaft, dass selbst ein Mittzwanziger in einer modernen Welt mit einem langweiligen Job seinen Spaß finden kann. Jasons Freunde sind wiederum wie geschaffen dafür, New York als Ort voller Partys zu zeigen, die von zufälligen sexuellen Abenteuern gefolgt werden. Und dabei ist «I Just Want My Pants Back» nicht mal eine Serie, die zu sehr auf die Sex-Pedale drückt und die Grenzen der TV-Zensur in Sachen Freizügigkeit angreift. Die Serie hält sich in diesem Gebiet überraschend stark zurück, und geht stattdessen auf Entdeckungsreise in seiner Prämisse. Der Pilot wurde von unnötigen Zoten und billigen Gags befreit, dafür mit allerhand Feingefühl und Charakterstärken bestückt. Zumindest für MTV-Standards. Das Problem ist allerdings, dass die Pilotfolge in Sachen Charakterarbeit geschlampt hat. Statt wirklich originell zu wirken, ist die Premiere ein Schatten des Genres aus den 90er Jahren, und wirkt mit seinen Popkultur-Zitaten sogar recht überholt.
Die Darsteller sind durchaus solide. Die Chemie zwischen Peter Vack und Kim Shaw ist zeitweise etwas zu aufgesetzt, um natürlich zu wirken, dafür stimmt das Comedytiming der beiden (selbst wenn alle Kommentare der beiden für einen Lacher gut sind). Lediglich Jordan Carlos und Elisabeth Hower, die das Collegepärchen Eric und Stacey verkörpern, kommen in der Premiere zu kurz, um wichtig zu wirken. Vor allem während der Geburtstagsfeier erhält man das Gefühl, dass die beiden bloß in der Serie vorkommen, damit der Dialog zwischen einer vierköpfigen Wohngemeinde nur so sprudeln kann. Allerdings ist dies nicht mal ein so großer Nachteil. «I Just Want My Pants Back» funktioniert deshalb, weil es durch seinen dokumentarischen Stil eben nicht versucht, so „edgy“ zu sein, sondern versucht seine Prämisse so einfach wie möglich zu halten: eine Wohngemeinschaft in New York, mit einigen Romanzen hier und da, und die übliche Portion Sex, damit die Serie wie maßgeschneidert für MTV und sein junges Publikum ist. Fast wie eine schmutzigere und kleinere Version von «Friends», nur ohne die minütlichen Lachsalven.• I Just Want My Pants Back • MTV
Manager Creative Productions (m/w/d)
Jungredakteur/Redakteur Casting (w/m/d)
Pflicht/-Orientierungspraktikant Redaktion (w/m/d)
Redakteur (w/m/d) oder Jungredakteur (w/m/d)
Jungredakteur/Redakteur (w/m/d)