Fernsehfriedhof

Der Fernsehfriedhof Spezial: Reality wohin die Kamera reicht

von
Quotenmeter.de erinnert anlässlich des 60. Geburtstags des deutschen Fernsehens an die Programmhighlights der 2000er Jahre.

Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir dem 60. Jahrestag der ersten deutschen Fernsehsendung nach dem Krieg. In sechs Spezialausgaben lassen wir daher die Programmhighlights der bisherigen deutschen Fernsehgeschichte Revue passieren. Heute: Die Höhepunkte der 2000er Jahre.

«Big Brother»


(01. März 2000, RTL II)

Bereits vor ihrem Start löst die Sendung heftige Diskussionen aus. Erstmals werden normale Menschen für drei Monate eingesperrt und rund um die Uhr gefilmt. Die Kritiker verstummen schnell, die Insassen entwickeln sich zu gefeierten Stars und das Format der Reality-Show bekommt zu Beginn des neuen Jahrtausends unzählige Ableger. Das Original sendet in jährlichen Staffeln bis heute weiter.

«Richterin Barbara Salesch»


(Ab Oktober 2000, Sat.1)

Nach dem Ende des Talkshow-Booms übernehmen die Richtersendungen die Vorherrschaft am Nachmittag. Anfänglich urteilt die tatsächliche Richterin noch über echte Schiedsfälle, doch erst die Verhandlung von erfundenen und überspitzten Strafsachen, die von Laiendarstellern vorgetragen werden, bringt ab dem Jahr 2000 den großen Erfolg. Ihrem Vorbild folgen neben «Richter Alexander Hold» drei weitere Sendungen dieser Art.

«Deutschland sucht den Superstar»


(09. November 2002, RTL)

Mit den neuen Castingshows kann scheinbar jeder Sänger zum gefeierten Star werden. Auch wenn «DSDS» nicht die erste Show dieser Art ist - «Popstars» startet bereits im Jahr 2000 bei RTL II – wird sie zur erfolgreichsten. Das erste Finale sehen bis zu 15 Millionen Menschen. Ihr folgen unzählige Kopien, von denen nur die wenigsten so erfolgreich wie das Original sind, das über das Ende des Jahrzehnts hinaus für hohe Quoten sorgt.

«Lenßen & Partner»


(10. März 2003, Sat.1)

Aus dem Erfolg der nachmittäglich Richtershows gehen die Ermittlerdokus hervor, von denen «Lenßen & Partner» der Vorreiter ist. Erfundene Handlungen werden kostengünstig in Form einer Reality-Doku mit Laiendarstellern inszeniert. Die Resonanz ist von Anfang an riesig und zieht noch im selben Jahr ähnliche Sendungen wie «K11– Kommissare im Einsatz» (Sat.1) nach sich.

«Ich bin ein Star, holt mich hier raus!»
(09. Januar 2004, RTL)

Mit seiner Version der englischen Show bringt der Sender RTL die sogenannten Ekelshows ins deutsche Fernsehen und erreicht dank umfangreicher Zusammenarbeit mit der Presse trotz der späten Sendezeit ungeahnte Einschaltquoten. Ein Trend, an dem nach Sendungen wie «Fear Factor» (2004, RTL) und «Die Burg» (2005, ProSieben) selbst traditionelle Sendungen wie «Wetten Dass...?» nicht mehr vorbeikommen.

«Verliebt in Berlin»


(28. Februar 2005, Sat.1)

Deutschland entdeckt die in Südamerika sehr beliebten Telenovelas: Nachdem das ZDF eine solche erstmals umsetzt, bringt Sat.1 mit «Verliebt in Berlin» das erfolgreichste Format dieser Art auf den Schirm. Die Serie mit Alexandra Neldel entwickelt sich zu einer der lukrativsten Sat.1-Sendungen des Jahrzehnts und macht den Weg für weitere Varianten (z.B. «Sturm der Liebe» ab 2005, ARD) frei.

«Germany’s Next Topmodel»


(25. Januar 2006, ProSieben)

Nachdem die Suche nach Sängern zu einem festen Bestandteil im deutschen Fernsehen geworden ist, weitet ProSieben das Format der Castingshows mithilfe von Heidi Klum auf Models aus und landet einen der erfolgreichsten Hits des ausgehenden Jahrzehnts. Im gleichen Jahr nimmt RTL die Produktion «Dr. House» erstmals ins Programm auf, die zur beliebtesten US-Serie des Jahrzehnts wird.

«Bauer sucht Frau»


(2007, RTL)

Über acht Millionen Zuschauer verfolgen die dritte Staffel der Show, in der einsame Landwirte vor laufenden Kameras verkuppelt werden. Damit ist das Format der Doku-Soap endgültig akzeptiert. Deko-Expertin Tine Wittler, Schuldenberater Peter Zwegat, Supernanny Katja Saalfrank oder Restauranttester Christian Rach begeistern ein Millionenpublikum. Mit zahlreichen Zoo-Dokus ziehen ARD und ZDF mit. Zum Teil sind sogar öffentlich-rechtliche Ideen die Vorlage zu den Erfolgen der Privaten.

«Das Supertalent»


(20. Oktober 2007, RTL)

Obwohl das Konzept nicht neu, sondern lediglich eine Mischung aus dem «Talentschuppen» (ab 1966), der «Gong Show» (ab 1981, NDR) und «Deutschland sucht den Superstar» ist, entwickelt sich die öffentliche Talentsuche bei RTL zum erfolgreichsten Format des Jahres 2008 – vor allem bei den jungen Zuschauern. Zeitweise übersteigen die Quoten sogar die Zahlen des Vorläufers «DSDS». Gewinner der dritten Staffel im Jahr 2009 wird ein Hund.

«Familien im Brennpunkt»


(31. August 2009, RTL)

Nach den Richtershows (ab 2001) und Ermittlerdokus (ab 2003) geht RTL nach einigen Testläufen noch einen Schritt weiter und zeigt scheinbare Reality-Dokumentationen, die jedoch nach Drehbuch mit Laiendarstellern inszeniert werden. Damit führt der Sender zwar das wesentliche Merkmal einer Realityshow ad absurdum, kann jedoch die Zuschauer begeistern. Zusammen mit der Sendung «Verdachtsfälle» lockt sie oft ein Drittel aller Zuschauer an.

Mögen die beerdigten Sendungen in Frieden ruhen!

Am kommenden Donnerstag wird die 100ste Ausgabe des Fernsehfriedhofs gefeiert.

Hier geht es weiter:
Von «Tagesschau» bis HDTV: Die Meilensteine der deutschen Fernsehgeschichte
Als das Fernsehen laufen lernte: Die Highlights der 50er Jahre
Die Geburt der Klassiker: Die Highlights der 60er Jahre
Es wird bunt: Die Highlights der 70er Jahre
Neue Trends und Rekorde: Die Highlights der 80er Jahre
Der Triumph des Privatfernsehens: Die Highlights der 90er Jahre

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