Sonntagsfragen

Sonntagsfragen an Dr. Torsten Rossmann (Teil II)

von  |  Quelle: Quotenmeter.de Exklusiv
Mit Quotenmeter.de sprach der Sat.1-Geschäftsführer sowohl über die erfolgreiche Daytime seines Senders als auch über den schlecht laufenden Donnerstag- und Freitagabend. Auch der Umzug des Nachrichtensenders N24 und das neue Studio des Kanals waren Themen des Gesprächs.

Das Tagesprogramm von Sat.1 beschert Ihnen wohl keine Sorgen. In dieser Woche wurde bekannt, dass RTL eine zweite Talkshow starten wird. «Britt» schlägt sich bei Ihnen auch sehr gut - kommt da ebenfalls Nachwuchs?
Im Augenblick gibt es dazu keine konkreten Überlegungen. Wir sind Marktführer in der Daytime und wachsen aktuell. Das Thema Talkshow werden wir aber in jedem Fall im Auge haben. Insgesamt für das Programm von Sat.1 gesprochen, steckt in dem Bereich Infotainment noch sehr viel Potential. Da werden wir noch für die eine oder andere Überraschung sorgen.

Um 10.00 Uhr läuft «Vera» recht erfolgreich als Re-Run. Ist eine Verlängerung des «Frühstücksfernsehens» bis 11.00 Uhr nun vom Tisch?

Nein, aber es eilt nicht. Wir wollen zunächst den Vorabend bearbeiten. Unsere Magazinredaktion konzentriert sich zunächst verständlicherweise auf «Das Sat.1 Magazin».

Von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr wollen Sie also an den Wiederholungen festhalten?

Ich denke, dass uns die Quoten da recht geben. Das heißt aber nicht, dass wir diese Zeitschiene völlig aus den Augen verlieren. Wenn wir ein Format finden, das sehr gut passt, dann werden wir das da ausstrahlen.

Sat.1 zeigt am Donnerstagabend seit geraumer Zeit Krimis mit mehr oder weniger Erfolg, am Freitag setzt man auf Shows - hier bleibt der Erfolg gänzlich aus. Wieso setzen Sie - gerade freitags - dann dennoch und immer wieder auf Shows?

Am Donnerstagabend schlagen sich die Lizenzserien ab 21.15 Uhr ganz wunderbar. Und das Genre “Deutsche Serie” muss man derzeit ganz besonders pflegen. Tut man das nicht, oder setzt Formate schon nach nur einer Folge ab, dann sorgt man mittelfristig dafür, dass die deutsche Serie gar nicht mehr auf die Füße kommt.

Thema Freitag. Die Casting-Show darf als Flop bezeichnet werden und die Comedy-Serien laufen auch nicht so toll.

Sie hat es nicht leicht. Comedy-Formate tun sich derzeit leider schwer. Das war in diesem Maße nicht vorherzusehen. Noch Mitte/Ende 2007 liefen die Comedy-Serien am Freitagabend recht gut. Auch deshalb werden wir ab dem 18. April in der Late-Prime am Freitag ein Experiment wagen: «Die Niels Ruf Show» ist dann bei uns zu sehen. Insgesamt steht uns am Freitag in den kommenden Wochen aber dennoch harte Arbeit bevor.

Also kein Show-Freitag mehr?

Das würde ich hier an dieser Stelle gerne noch offen lassen. Wir wollen zum Beispiel «Die Hit-Giganten» am Freitag zeigen. Ich glaube, dass sie deutlich resistenter sind als manch anderes Show-Format. Wir müssen sehen, was mit der «Schillerstraße» passiert - auch hieran arbeiten wir.

Neues gibt es hiervon konkret aber noch nicht?

Nein, aktuell nicht.

Seit Montag ist der Sat.1-Ball wieder links und nicht mehr rechts zu sehen. Sie haben sich da sicherlich viele Gedanken gemacht, ähnlich wie Psychologen, die Bilder ihrer Patienten auswerten. Was sagt das denn aus, wenn der Ball jetzt links ist?

Dass er in den Mittelpunkt rückt. Der Zuschauer schaut zunächst nach links oben, wenn er fernsieht - und wird dann künftig wieder unseren Ball sehen. Der Ball steht dort wieder alleine. Ich glaube, dass der Sat.1-Ball das bekannteste deutsche TV-Logo ist. Es wäre schade, wenn wir das nicht nutzen würden.

Herr Rossmann, Sie sind auch Geschäftsführer von N24. Bärbel Schäfer hat Sie verlassen, Sie zeigen derzeit drei Late-Night-Talks. Bleibt es bei der Lücke am Mittwoch?

Vorerst ja.

Am Vormittag geben sich bei Ihnen die Politiker und Experten die Klinke in die Hand - Sie haben viele Schalten zu Reportern im Programm. Ist das der Schlüssel zum Erfolg?

Ich glaube, dass wir mit diesem Element einen gewissen Trend gesetzt haben. Die Interviews und Schalten sorgen dafür, dass das Nachrichtengeschehen sehr lebendig ist. An diesem Konzept werden wir auch in den nächsten Monaten intensiv weiterarbeiten. Für die Politiker in der Hauptstadt sind wir als Nachrichtensender ein sehr wichtiger Ansprechpartner.

Sie werden im Herbst umziehen - es wird ein neues Studio geben. Es hieß, die Passanten draußen könnten künftig durch ein Fenster ins Studio schauen. Im Fernsehen werden diese Passanten aber wohl nicht zu sehen sein?

Nein, das nicht. Aber man kann künftig in unseren Newsroom blicken und mitverfolgen, wie unsere Sendungen entstehen.

Erklären Sie das Konzept doch ein wenig.

Es wird kein klassisches Studio mehr geben. Unser Studio ist mitten im Newsroom, mitten in der Redaktion, direkt bei den Redakteuren. Das ist etwas, das sich in den USA etabliert hat - und ich freue mich, dass wir ein Gebäude gefunden haben, in dem sich das prima umsetzen lässt.

Wird das neue Studio demnach größer?

Das neue Studio wird anders, es ist eine andere Studiosituation. Das klassische Studio mit Kulisse im Dunkeln wird es nicht mehr geben. Alles wird sehr hell und transparent. Jeder Redakteur kann das Endprodukt, die Sendung, in der Entstehung verfolgen.

Es gibt weiterhin aber nur ein Studio?

Wir werden für die Nachrichten bei N24 weiterhin ein Studio haben.

Das kommt auch dieses Mal wieder aus den USA?

Richtig. Wir arbeiten wieder mit der Express Group zusammen, die auch schon unser jetziges Studio gebaut hat. Die Kollegen haben sozusagen alles stehen und liegen gelassen um nach Berlin zu reisen. Und der Chefdesigner George Andrus höchstpersönlich hat in den neuen Räumen Maß genommen.

Herr Rossmann, ich bedanke mich bei Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen beim Umzug und allen weiteren Plänen viel Erfolg.

Kurz-URL: qmde.de/26202
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