Der Mastermind von «Élite» und «Feria», Carlos Montero, hat ein Medical-Drama für Netflix entwickelt. Die neue Serie dreht sich um Politik und das Krankenhaus dient nur als Kulisse einer Soap.
Das neue Medical-Drama von Netflix startet vielversprechend. Biel de Felipe (Manu Rios) liegt im Bereitschaftszimmer des fiktiven Hospital Joaquín Sorolla in der Stadt Valencia. Enrique 'Quique' (Xoán Fórneas) weckt seinen Assistenzarztkollegen auf, er blickt auf die Uhr und stürmt durch das Krankenhaus in einen Operationssaal. Das Krankenhaus ist voller Menschen, zahlreiche Zettel an der Wand sprechen von Streik. Eine Schar von Ärzten, die die Zuschauer später noch kennen lernen werden, steht im Operationsaal. Biel blickt immer wieder auf die Uhr, schließlich kommt es zum Eklat. Die Uhr schlägt auf Mitternacht, weshalb ein Teil der Ärzte und Krankenpfleger den Operationsaal verlässt.
Im Chaos der Notaufnahme trifft der Assistenzarzt Felipe relativ schnell auf Patricia Segura (Najwa Nimri), die Präsidentin der Generalitat Valencinia und damit die wichtigste Frau von Valencia. Bei einem Autounfall stellt Felipe, ein Freund der Familie, fest, dass sie wohl einen Knoten in der Brust hat. Er konsultiert schnell seinen Chefarzt Néstor Moa (Borja Luna), der zu den besten Onkologen in Spanien gehört. Seine Frau ist vor geraumer Zeit an Krebs erkrankt und erlag dieser Krankheit. Er und die Präsidentin geraten immer wieder zwecks der Behandlung aneinander. Die Präsidentin Patricia Segura will sich eigentlich in einer schicken Privatklinik behandeln lassen, doch der ist der Fall zu heikel. Gleichzeitig möchte die Partei die Kliniken im Großraum Valencia privatisieren lassen, was zu weiteren Problemen im Gesundheitswesen führen könnte.
Die leitende Gynäkologin Leo Santapau (Ana Rayo) und die Assistentsärztin May (Marwa Bakhat) untersuchen Joana (Candela Pradas), die bei der Polizei eine Vergewaltigung angibt. Santapau frisiert den Bericht, nachdem weder DNA-Spuren noch Spuren an dem Opfer festgestellt wurden. Das Problem: Der Täter soll ihr Sohn gewesen sein, der von der Polizei direkt abgeholt und in Untersuchungshaft gebracht wird. Die Storyline der Polizei ist unglaubwürdig, da der beschuldigte Hugo (Álex Medina) ohne Befragung abgeführt wird.
Das Skript von «Atemlos» ist unsauber verfasst. Chirurgen hüpfen nicht den halben Tag in der Notaufnahme herum und Assistenzärzte entscheiden nicht über Operationen. Gleichzeitig sind die Ärzte verantwortungslos und feiern vor den Diensten und nehmen Drogen. Ohnehin ist die Zahl der Drogenkonsumenten in der Valencia-Serie sehr hoch. Gleichzeitig spielen andere Krankheiten kaum eine Rolle. Es gibt auch keine Entwicklung der Figuren, vielmehr stehen Politik, Justiz und Beziehungen an erster Stelle. Nach dem Tod eines nahestehenden Menschen hält eine Figur um die Hand einer anderen Person an – und ist dann beleidigt, dass die Person nicht so wirklich darauf reagiert. Carlos Montero hat in «Atemlos» überwiegend empathielose Menschen geschaffen, die alle nur auf ihren Vorteil aus sind.

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