Am Dienstagabend zeigt RTL die erste Folge von «Paradise Hotel» - ein Format, das selbst hartgesottene Freunde von leichter TV-Kost stellenweise die Stirn runzeln lässt. Selbst für ein Trash-TV-Format kommt der Neustart bisweilen sehr flach daher.
Für Freunde der leichten TV-Unterhaltung ist die aktuelle Staffel von «Das Sommerhaus der Stars» ein großes Vergnügen. Auch die dritte Folge der Promi-Show, die heute Abend zu sehen ist, wird den geneigten RTL-Zuschauer kaum enttäuschen. Vom leicht zu erregenden Willi Herren über die peinlichen Geschichten um Michael Wendler und seine junge Freundin bis hin zur schrillen Sabrina Lange, die in der nächsten Folge ins Haus einziehen wird, haben die Verantwortlichen einen hervorragenden Cast zusammengestellt. Abgerundet wird das Sommerspektakel durch herrlich komische Wortwitze und Kommentare, die das Geschehen aus dem Off einordnen. Kein Wunder, dass «Das Sommerhaus der Stars» in den vergangenen Wochen von Quotenrekord zu Quotenrekord eilte.
In dem TV-Now-Format ziehen elf liebeshungrige Singles in ein traumhaftes Haus in Mexiko ein, wo sie laut Formatbeschreibung „das Abenteuer ihres Lebens“ erwartet. In der ersten Folge treffen dabei fünf Männer auf sechs Frauen. Sie müssen Pärchen bilden und ein gemeinsames Hotelzimmer beziehen, in dem die Kondome praktischerweise schon auf dem Nachttisch liegen. Aufgrund der ungeraden Teilnehmerzahl geht am Ende eine Dame leer aus. Ihre Aufgabe wird es sein, eines der Paare auseinanderzubringen, um so im Rennen für die Gewinnsumme von 20.000 Euro zu bleiben. Moderiert wird die Sendung von Vanessa Meisinger, die sich in der ersten Folge aber im Hintergrund aufhält.
Salvatore
Sympathien entwickelt man bei «Paradise Hotel» für niemanden so wirklich, dafür wirken die Kandidaten viel zu oberflächlich. Man könnte fast meinen, dass die Produktionsfirma für die Sendung die McFit-Studios des Landes durchforstet hat. Ein genauerer Blick auf die Teilnehmerriege offenbart schließlich, dass die meisten Kandidaten keine unbeschriebenen Blätter sind. Linda war vor zwei Jahren bereits bei «Love Island» (RTL II), Vanessa bei «Take Me Out» (RTL), Kevin machte bei «Get the F*** Out Of My House» (ProSieben) mit, Elias bei «Workout» (RTL II) und Salvatore war sogar erst kürzlich bei «Temptation Island» (RTL/ TV Now) zu sehen.
Einen spannenden Kniff wendet das Format dagegen im Finale an, wenn sich das Gewinnerpärchen zwischen Geld und Liebe entscheiden muss. Wählen beide die Liebe, wird die Gewinnsumme gerecht unter beiden aufgeteilt. Entscheidet sich jedoch einer für die Liebe und der andere für Geld, geht der Liebeshungrige leer aus. Bis es aber so weit ist, werden sich die Zuschauer noch durch einige Folgen hindurchkämpfen müssen. Fraglich ist, ob dazu viele Menschen bereit sein werden, schließlich startet neben dem «Sommerhaus der Stars» am Freitag eine neue Staffel von «Promi Big Brother» bei Sat.1. Die junge Zielgruppe, die offenbar auch «Paradise Hotel» im Auge hat, wird dagegen in wenigen Wochen noch von «Love Island» bei RTL II bedient werden. 

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