Mit Russel Crowe, Naomi Watts und Seth MacFarlane in den Hauptrollen erzählt Showtime in Form einer siebenteiligen Miniserie gerade das Wirken von Fox-News-Gründer Roger Ailes nach. Warum daraus unverhofft eine Persiflage wird...
Ende der 70er Jahre ließ Bundeskanzler Helmut Schmidt die Verkabelung deutscher Städte stoppen – das dadurch möglich werdende Privatfernsehen sei gefährlicher als die Kernenergie. Doch selbst in seinen wildesten Alpträumen wird der aufgeräumte Hanseat nicht vorausgesehen haben, welch grundlegende Strukturen des demokratischen Zusammenlebens es mancherorts umgebaut hat und wie es in manchen Spielarten den gesellschaftlichen Diskurs seit Jahrzehnten konsequent, schamlos und unfassbar effektiv vergiftet und das politische Leben zersetzt.
Dieser Ambition steht natürlich die Realität des dauergrapschenden, unflätigen, egomanischen Ailes im Wege, der von allen Attributen des machtbesessenen weißen Mannes mit reaktionärer Weltsicht und größenwahnsinnigem Selbstbild in einem Maße erfüllt war, dass ihre schonungslose Darstellung den Stoff unweigerlich in die Persiflage treibt. Vor demselben Problem werden auch einmal alle Regisseure und Autoren stehen, die sich an der Präsidentschaft Trumps abarbeiten wollen: Denn diese Männer vereinigen all die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften und Verhaltensweisen in so vollständiger und überzogener Weise, dass man sich ihnen nicht in ernsthaftem Duktus nähern kann. • The Loudest Voice • Fox-&-Friends
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