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Laber, Laber, Eierkuchen? Diese Fußballtalkshows haben’s drauf!

von   |  2 Kommentare

Fünf Formate buhlen inzwischen wöchentlich um die Gunst des Fußballfans – Etablierte und neue Vertreter. Gerungen wird aber auch um die besten Gäste.

Am Anfang war der «Doppelpass» - und weil der immer erfolgreicher wurde und selbst einem Mini-Sender wie Sport1 Reichweiten in Millionenhöhe bescherte, kamen immer mehr Fußball-Debatten nach. Vor acht Jahren etwa «Sky 90» - vergangenes Jahr der «kicker»-Talk bei Eurosport und seit wenigen Wochen zwei neue Formate: «Wontorra» bei Sky Sport News HD und «100% Bundesliga» beim Männersender Nitro. Losgetreten wurde damit ein Kampf um Zuschauer, Aufmerksamkeit und Gäste. Wer hat bis dato die Nase vorn?

Platz 1: Der Neue mit dem Bekannten!


Die Spitzenposition dieses Rankings geht halbwegs deutlich an den frischesten Fußballtalk des Landes. Im Qualitätsranking hat sich «Wontorra» an allen anderen Angeboten vorbeigeschoben. Diese Platzierung ist freilich nur eine Momentaufnahme nach bisher drei Ausgaben. Aber an den Gästen Aki Watzke von Borussia Dortmund und einem 105 Minuten langen Solo-Auftritt mit Uli Hoeneß gibt es kein Vorbeikommen. Die beiden wichtigsten Manager im deutschen Fußball glänzten im Sky-Studio nicht nur mit Schlagfertigkeit, sondern auch mit fundierten und wichtigen Aussagen zum aktuellen Geschehen. Einen größeren Mehrwert kann eine Fußballrunde nicht bieten. Da ist es auch Verziehen, dass die dritte Ausgabe nur mit einem zugeschalteten HSV-Boss Heribert Bruchhagen (und mit Sky-Experte Lothar Matthäus als Gast im Studio) aufwarten konnte.

Ebenfalls ein Pluspunkt von «Wontorra»: Stammexperte Dietmar Hamann, dessen Performance sich schon im Vorjahr massiv gesteigert hat und er dann die guten Leistungen aus 16/17 bisher anzuknüpfen wusste.

Platz 2: Der Leader


Die Konkurrenz von «Wontorra» hat dem Sport1-«Doppelpass» noch nicht geschadet. Die Runde vom Münchner Flughafengelände ist weiterhin ein großer Anziehungspunkt. In diesem Jahr begrüßte Moderator Thomas Helmer bereits unter anderem Heribert Bruchhagen, Ralf Rangnick, Andreas Rettig und Fredi Bobic. Mit Vertretern von Hamburg, Leipzig, Frankfurt und St. Pauli war die Sendung personell also bestens aufgestellt. Zudem hat man mit Ex-Schiri Bernd Heynemann eine neue Schiedsrichter-Rubrik eingeführt – passend zum aktuellen Wirbel rund um den Video-Schiedsrichter. Eine kleine Delle, die letztlich auch Platz zwei im Ranking manifestiert, war die Sendung nach dem 2. Bundesliga-Spieltag, als man „nur“ Hans Meyer als Star-Gast hatte und damit zwar jemanden, der für große Unterhaltung sorgte, aber eben nicht mehr zur A-Kategorie im Bundesliga-Zirkus gehört. Eine echte Bereicherung für das Original des Fußball-Talks: Reporter Marcel Reif, der beim «Doppelpass» den Experten gibt und dabei wie gewohnt durch scharfe Zunge und einen eben solchen Verstand auffällt.

Abzüge in der B-Note gibt es zur immer ausufernderen Länge der Sendung. Früher zweistündig bis 13 Uhr im Programm, hatte Sport1 das Format zuletzt schon bis 13.15 Uhr verlängert und nun neuerdings noch einmal eine Viertelstunde drauf gepackt. Zweieinhalb Stunden Fußball-Talk dürfte aber selbst dem hartgesottenen Fan am Sonntagmittag etwas zu viel sein.

Platz 3: Deutschlands einziges Fußball-Aquarium


Umzug: Nicht nur einen neuen Standort hat die Kulisse des Talks «Sky 90», sondern auch einen neuen Sendeplatz. Während die grauen Wände inklusive Deutschlands einzigem Fußball-Aquarium nun in Unterföhring im Sky Sport HQ stehen, wanderte die Sendung im Programmplan von sonntags um 19.30 Uhr auf den nicht ganz so prickelnden Slot montags um 22.30 Uhr. Befürchtungen, an diesem Tag die ganz großen des Fußballs nicht live ins Studio zu kriegen, müssen noch ausgeräumt werden. Inhaltlich dürfte man auch deshalb leichte Korrekturen vorgenommen haben. Das wichtigste Thema der Woche dominiert das Format nun noch mehr. Zum Auftakt war dies die Schiedsrichter-Diskussion: Hellmuth Krug vom DFB, Sky-Experte Markus Merk und der neue Sky-Mann Ewald Linien bildeten dabei nicht nur eine starke Runde, sondern sogar die beste seit längerer Zeit. «Sky 90» hat also vorgelegt, ist aber inhaltlich vom Sky-Pendant am Sonntag schon überholt worden.

In der zweiten Sendung trat unter anderem Gladbachs Max Eberl auf, der einige Wochen zuvor montags schon bei Nitro zu sehen war. Gemeinsam mit Skys Kai Psotta und Toni-Kroos-Berater Volker Struth behandelte er aktuelle Themen rund um das sich schließende Transferfenster. Erneut mit Mehrwert und daher sicherlich nicht über die komplette Saison fix auf Tabellenplatz drei der Fußballtalks festgenagelt.

Platz 4: Die Show mit der coolen Treppe


Die Treppe im Studio-Hintergrund ist ein echter Hingucker: 18 Stufen, eine für jeden Tabellenplatz. Inhaltlich kümmert sich «100% Bundesliga» bei Nitro um die Highlights aller Spiele des Spieltags. Diese sind zum Sendezeitpunkt montags ab 22.10 Uhr auch schon alle gelaufen. Neben den Free-TV-Erstverwertungsrechten für die Montags-Spiele und weiteren Highlights gehören auch gesellige Talks zum festen Programmpunkt. Gerade hier wusste Nitro stellenweise schon zu punkten: Max Eberl etwa war direkt zu Beginn ein guter und dankbarer Gast. Sein Sportdirektoren-Kollege aus Köln, Jörg Schmadkte, brachte in Sendung zwei viel Leichtigkeit mit. Schleppender verlief das Gespräch mit zwei Leverkusener Spielern in Woche 3 – Jonathan Tah und Benjamin Henrichs hatte man zuvor schon aufgeweckter erlebt. In Sendung vier kam der verletzte BVB-Profi Julian Weigl, der einen sympathischen Auftritt hatte.

Bereichernd sind in jedem Fall die Analysen von Dauergast Steffen Freund, der ohnehin als einer der besten Fußball-Experten des Landes gilt und in der Wahrnehmung vieler absolut zu niedrig angesiedelt ist. Ein weiterer Pluspunkt ist der entweder als Reporter oder Kommentator agierende Marco Hagemann, der ebenfalls als Sympathieträger zu umschreiben ist. Auffallend aber bisher bei der Sendung: Die Gäste aus der Liga kamen allesamt aus dem Dunstkreis NRW, hatten also keine allzu weite Anfahrt. Verirren sich zu Thomas Wagner und Laura Wontorra auch mal Funktionäre aus dem Norden oder Süden?

Platz 5: Die Rausschmeißer am Freitag


Inhaltlich wusste der «kicker.TV»-Talk im vergangenen Jahr ein ums andere Mal zu überraschen. Auf seltsamem Sendeplatz versteckt (montags, 18.15 Uhr) überraschte die Show immer wieder mit echten Erkenntnissen, starken Zitaten und sehr namhaften Gästen. Die Großen scheuten sich also nicht ins Münchner Studio von Eurosport zu kommen. Für den besseren Flow könnte man das nun geopfert haben. Die Talkshow, die neuerdings im Wechsel von Marco Hagemann und Wolfgang Nadvornik präsentiert wird, ist nun zum Lead-Out der Live-Spiele an Bundesliga-Freitagen geworden.

Nur: Freitags um 22.45 Uhr, wenn zwei Bundesligisten gerade gespielt und 16 die Partien direkt vor der Brust haben, dürfte es richtig schwer werden, Akteure aus dem direkten Vereinsumfeld ins Eurosport-Studio zu lotsen. Dieser Eindruck erhärtete sich in den ersten beiden Wochen: Olaf Thon, Mirko Slomka, Holger Fach und Thomas Eichin gehörten zum Gäste-Line-Up. Für eingefleischte Fans und Nostalgiker sicherlich eine Herzensangelegenheit: Der Auftritt von Kult-Kommentator Fritz von Thurn und Taxis in der zweiten Sendung. Der Inhalt des Talks: Nicht fad, aber auch nicht aufregend. Ob die Sendung sich im Laufe der Saison noch steigern wird, wird stark mit den Zusagen der Vereinsfunktionäre zusammenhängen.

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Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
Traber
29.08.2017 12:56 Uhr 1
Schaue nur noch die reinen Spiele, keine Vor- Nachberichterstattung, keine Talkshow-Laberei. Fussballexperte bin ich selber, zwar bei den Sportfreunden

Katernberg "nur" bis zur Verbandsliga gespielt, reicht aber um mir selber ein Urteil zu bilden.

Außer der Uli Hoeneß kommt nach einer Niederlage mit der roten Bombe ins Studio, und erklärt der Fussballwelt warum alle Anderen Schuld an der Niederlage haben, Schiedsrichter zuvorderst, nur sie selber nicht.
sven.matt
30.08.2017 00:50 Uhr 2
Das DOPA verlängert wurde gefällt mir dagegen sehr. Ist zwar immer noch zu Schwerpunktartig aber zwei Stunden waren früher immer sehr kurz. Aus meiner Sicht könnten es auch drei Stunden immer sein. Wenn auch mal zu je 10 Minuten andere Clubs kurz beleuchtet werden. So könnte die letzte Stunde mit je 4 Teams kurz besprochen werden. Macht mit den drei oder 4 Hauptthemen in den zwei Stunden zuvor insg. 6 Teams pro Sendung. Das ergebe aus meiner Sicht eine doch bessere Ausgewogenheit.

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