Quotencheck

«Der Lehrer»

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Auch die dritte Staffel der Serie war für RTL ein kleiner, feiner Erfolg am Donnerstagabend. Während die Werte insgesamt schwach waren, profitierte das Format von seinem sehr jungen Publikum.

Es gibt Formate, in die setzt ein Sender im Vorfeld große Hoffnungen, bewirbt sie mit großem Aufwand und muss sich mit der anschließenden Medienschelte umso heftiger beugen, wenn die Einschaltquoten bescheiden ausfallen. Mit einem solchen Format machte RTL erst vor wenigen Monaten bei «Rising Star» seine Erfahrungen. Gänzlich konträr hierzu verlief hingegen die TV-Karriere von «Der Lehrer», dessen erste Staffel bereits 2007 produziert wurde, allerdings erst zwei Jahre später - im Sommerloch versteckt - seine Ausstrahlung fand. Die Quoten waren überraschend solide, die Kritiker waren weitgehend angetan und doch mussten sich die Fans abermals über vier Jahre auf eine neue Staffel gedulden. Durchlauf drei brauchte deutlich weniger Anlauf und kam in den vergangenen zwei Monaten auf durchweg ordentliche Marktanteile beim jungen Publikum. Dass man bei allen Zuschauern ausnahmslos in der Einstelligkeit verharrte, ist da zu verschmerzen.

Der Startschuss für die zehn neuen Folgen fiel am 8. Januar, zur Feier des Tages wurden hier sogar zwei davon ausgestrahlt - was einem Brutto-Sendeumfang von zwei Stunden entsprach, schließlich wurde die Laufzeit der Folgen schon zum Start der zweiten Staffel verdoppelt. Um 20:15 Uhr sahen zunächst 2,71 Millionen Menschen zu, eine Stunde später stieg die Reichweite minimal auf 2,74 Millionen. Mit 8,4 und 8,6 Prozent fielen die Gesamt-Marktanteile schwach aus, doch in der werbereleanten Zielgruppe konnten die Programmverantwortlichen zufrieden sein. Hier standen gute 15,2 und 15,0 Prozent bei maximal 1,70 Millionen Fernsehenden zu Buche.

Ab dem 15. Januar beschränkte sich der Privatsender auf eine neue Folge pro Woche, was dem Quotenerfolg keinen Abbruch tat - im Gegenteil. In der jungen Zielgruppe verbesserte sich der Marktanteil sogar auf 15,9 Prozent bei 1,74 Millionen, während insgesamt angesichts von 2,67 Millionen und 8,5 Prozent bemerkenswerte Konstanz vorherrschte. In der vorletzten Januar-Woche wurden dann die Staffel-Rekordwerte verzeichnet: Die Reichweite stieg deutlich auf 2,93 Millionen, wenngleich auch hiermit nur recht klar einstellige 9,1 Prozent einhergingen. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden sogar weit überdurchschnittliche 16,6 Prozent bei 1,90 Millionen generiert.

Dieser kontinuierliche Aufwärtstrend endete dann in der Staffelmitte. Episode fünf, die am letzten Januar-Donnerstag gezeigt wurde, fiel auf 15,0 Prozent des jungen Publikums zurück, bevor sich Ausgabe sechs Anfang Februar wieder auf 15,6 Prozent verbessern konnte. Die Sehbeteiligung der jungen Zuschauer lag jeweils bei 1,74 Millionen. Insgesamt fielen die Zuschauerzahlen mit 2,70 und 2,72 Millionen ähnlich unspektakulär wie in den ersten beiden Sendewochen aus, die Marktanteile lagen bei 8,2 und 8,4 Prozent. Mit diesen Werten könnte Sat.1 zufrieden sein, für ProSieben wären sie gar ein Grund zum Jubel, die Ansprüche des Kölner Senders sind allerdings ein gutes Stück weiter oben angesiedelt.

Im weiteren Verlauf des Februars war die Quoten-Entwicklung dann eher rückläufig, was auch dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass die Konkurrenz mit der Europa-League auf kabel eins und vor allem «Germany's Next Topmodel» bei ProSieben stärker war. Mit 2,66 und 2,64 Millionen fielen die Reichweiten beim Gesamtpublikum immerhin trotzdem nur minimal, die Marktanteile bezifferten sich nun auf 7,9 bis 8,0 Prozent. Beim besonders stark umworbenen Publikum schien die Entwicklung zunächst durchaus kritisch: Während die erste Februar-Ausgabe noch 15,6 Prozent verzeichnete, kam die zweite nur noch auf 15,0 Prozent und die dritte sogar nicht mehr über 13,4 Prozent hinaus. Auch die Reichweiten fielen um immerhin rund 130.000 auf zuletzt 1,63 Millionen. In Richtung Staffelfinale legte die Comedy-Serie dann allerdings noch einmal zu: Episode neun kam auf 14,1 Prozent, bevor man sich mit 14,3 Prozent bei 1,67 Millionen jungen Menschen verabschiedete. Insgesamt blieb man bei 2,60 Millionen und 7,9 Prozent hängen.

Durchschnittlich verfolgten die zehn neuen Folgen seit Anfang Januar 2,71 Millionen Menschen, was beim Gesamtpublikum einem eher unbefriedigendem Marktanteil von 8,3 Prozent entsprach. Selbst in diesem wahrlich nicht herausragenden RTL-Fernsehjahr ist «Der Lehrer» damit dem Senderschnitt von 10,4 Prozent um über zwei Prozentpunkte entfernt. Doch das Team um Hauptdarsteller Hendrik Duryn konnte sich stets auf das junge Publikum zwischen 14 und 49 Jahren verlassen: Hier standen unterm Strich 15,0 Prozent bei einer Zuschauerschaft von 1,73 Millionen auf dem Papier. Damit liegt die deutsche Produktion fast anderthalb Prozentpunkte oberhalb des Sendermittels von in dieser Saison nur noch 13,6 Prozent. Im Vergleich zur zweiten Staffel lässt sich eine immer größere Divergenz zwischen Gesamtpublikum und Zielgruppe beobachten: Im Vorjahr wurden bei allen noch etwas bessere 2,72 Millionen und 8,7 Prozent verzeichnet, bei den 14- bis 49-Jährigen lief es hingegen mit nur 13,9 Prozent bei 1,66 Millionen schwächer. Das Format wird also zunehmend zum Phänomen der Jugend - oder wie man die Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen betiteln möchte.

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