Wochenquotencheck

«Quizduell»: Ende gut, alles gut

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Eineinhalb Wochen machte beim «Quizduell» die App Probleme. Als alles funktionierte, begannen die Zuschauerzahlen zu steigen, bis am Freitag sogar ein neuer Quotenrekord verbucht wurde. Aber da war das Experiment auch schon vorbei.

«Quizduell»: Durchschnittswerte

  1. Woche: Ø1,38 Mio. Zuschauer (MA: 8,5% )
  2. Woche: Ø1,03 Mio. Zuschauer (MA: 7,8%)
  3. Woche: Ø1,42 Mio. Zuschauer (MA: 9,0%)
TV-Zuschauer wollen an Formaten aktiv mitwirken – und das nicht mehr nur via Gewinnspielfrage oder Telefonvoting-Verfahren. Der Trend geht dazu, Zuschauer direkt in die Sendung zu integrieren. Oder noch vielmehr: Selbst zu einem Teil des Formats zu machen. Das haben Fernsehsender erkannt – und reagiert. Bei RTL läuft im Herbst «Rising Star» , ProSieben versucht sich schon in diesen Tagen an «Keep Your Light Shining» . Und auch Das Erste war in den vergangenen drei Wochen mit dem «Quizduell»  interaktiv unterwegs. Pardon: Eigentlich waren es ja nur die letzten eineinhalb Wochen, in denen die App funktionierte. Wie hinlänglich bekannt, brauchten die Verantwortlichen sieben Folgen, um alle technischen Schwierigkeiten zu beheben. In dieser Zeit wurde das Quiz sozusagen „unplugged“ gespielt. Und wenngleich Jörg Pilawa für seine souveräne Moderation ausschließlich gute Kritiken bekam: Zufrieden sein konnte auf Seiten der Verantwortlichen zunächst niemand - zumal auch der Quotentrend in den ersten beiden Wochen eindeutig nach unten zeigte. Die Wende erfolgte erst spät – aber sie erfolgte.

Und so kommt es, dass die dritte Woche tatsächlich die erfolgreichste war. Im Schnitt sahen die vier Folgen 1,42 Millionen Zuschauer, womit ungefähr neun Prozent am Gesamtmarkt zustande kamen. Dabei war der Zuschauertrend durchaus beachtlich. War das «Quizduell» in Woche zwei mit drei von fünf regulären Folgen unter die Millionenmarke gefallen, reichte es in dieser Woche schon am Montag zu 1,40 Millionen Zuschauern und 8,8 Prozent. Am Dienstag und Mittwoch wusste die Sendung sogar auf 1,52 bzw. 1,47 Millionen Zuschauer zuzulegen. Zum Freitag hin ging es zwar auf 1,30 Millionen bergab, dafür wurde mit 9,5 Prozent der höhste Marktanteil für eine reguläre Folge ermittelt.

Zum Vergleich: Die erste Woche war im Durchschnitt auf 1,38 Millionen Zuschauer sowie 8,5 Prozent gelangt – profitierte allerdings vom Faktor Neugier. Die zweite Woche hielt sich mit durchschnittlich 1,03 Millionen Zuschauern schon nur knapp über der Marke von einer Million Zuschauer. Auch der Marktanteil fiel mit 7,8 Prozent bedenklich aus. Als Wendepunkt kann aus Quotensicht das Prominenten-Special vom 22. Mai genannt werden, das zur Primetime lief und grandiose 3,70 Millionen Zuschauer anlockte. Diese Event-Programmierung dürfte zahlreiche Menschen auf die Sendung um 18 Uhr aufmerksam gemacht haben – schließlich stieg die Reichweite nach dem Special binnen eines Tages von 0,86 Millionen auf 1,24 Millionen an. In Sachen Marktanteil ging es um satte zwei Punkte nachhaltig bergauf.

Beim jungen Publikum verlief die Zuschauerentwicklung ähnlich. Während die erste Woche mit 5,7 Prozent ganz passabel lief, das aber vor allem der Neugierde zahlreiche Zuschauer geschuldet war, scheiterte die zweite Woche mit schwachen fünf Prozent. Woche drei steigerte sich danach auf sehr solide 6,3 Prozent. Zwei der vier Folgen liefen in den vergangenen Tagen eindeutig im grünen Bereich, zwei weitere holten einigermaßen ordentliche Quoten.

Nach zugegeben etwas holprigem Beginn erleben wir nun eine schöne Sendung mit guten Einschaltquoten. Die hohe Beteiligung im Netz zeigt mir, dass unsere Entwicklung den richtigen Weg weist und wir solch mutige Vorhaben weiter vorantreiben sollten.
Frank Beckmann, ARD-Koordinator Vorabendprogramm zum «Quiduell»
Damit ist bewiesen, dass das Quizduell Potenzial hat. Ideal wäre nun eigentlich eine vierte Testwoche gewesen. Sie würde Aufschlüsse darüber geben, ob «Quizduell» für regelmäßige Staffelproduktionen geeignet wäre. So aber bleibt die Erkenntnis, dass eine Sendung zu einem Zeitpunkt zu Ende geht, zu dem sie gerade erst so richtig losgelegt hat. Während «Verbotene Liebe»  nicht einmal mehr über sieben Prozent gelangte, pendelte sich das «Quizduell» in den vergangenen Tagen bei etwa neun Prozent ein. Und auch beim jungen Publikum schlug man sich zuletzt deutlich besser als die Daily-Soap und erzielte Werte auf Höhe des Senderschnitts. Ob und wie eine Fortsetzung stattfinden könnte, muss nun ausgiebig diskutiert werden. Für den ersten Testlauf gilt aber: Ende gut, alles gut.
Das Experiment «Quizduell» ist nach drei Wochen vorläufig beendet. Soll es eine Fortsetzung geben?
Ja, die Verantwortlichen sind mit dem Format den richtigen Weg gegangen.
76,8%
Für drei Wochen war es nett anzusehen, nun reicht es aber.
5,1%
Nein, Das Erste muss am Vorabend dringend weiter experimentieren.
3,7%
Nein, ich bin froh, dass endlich wieder «Verbotene Liebe» zurück ist.
14,5%

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