US-Check

Casting ist nicht gleich Casting, Teil 2

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Castingshows sind keine Selbstläufer – das beweist der Blick auf die beiden jüngst zu Ende gegangenen US-Formate «The X Factor» und «The Voice». Ersteres fiel beim Publikum durch, «The Voice» hingegen funktionierte. Quotenmeter hat sich die Zuschauerzahlen genauer angesehen.

Während NBC mit der jüngst beendeten fünften Staffel von «The Voice» sehr zufrieden sein kann, hat FOX an der dritten Staffel von «The X Factor» längst nicht so viel Freude gehabt. Der Quotenverlauf sorgte eher für Sorgenfalten auf der Stirn. Am 11. September begann FOX die Ausstrahlung. Erneut gab es mit dem Beginn der dritten Staffel auch einen Wechsel in der Jury. Kelly Rowland und Paulina Rubio leisteten von nun an Demi Lovato und dem Castingshow-Urgestein Simon Cowell Gesellschaft. Der Auftakt fiel allerdings sehr ernüchternd aus. Nur 6,45 Millionen Zuschauer interessierten sich für die erste Episode. Staffel zwei hatte zum Start immerhin noch 8,73 Millionen Menschen begeistert. Der Verlust ist also enorm. In der Zielgruppe reichte es zwar noch für ordentliche sieben Prozent, doch auch hier ist ein schmerzhafter Verlust von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr nicht von der Hand zu weisen.

Die zweite Ausgabe brachte dann einen leichten Anstieg von 400.000 Zuschauern. 6,87 Millionen Menschen schalteten ein. Der Zielgruppenmarktanteil lag bei konstanten sieben Prozent. Man konnte also durchaus etwas aufatmen, da es nicht weiter bergab ging. Dennoch wird die Erwartung an die Quote vor Staffelstart eine andere gewesen sein. Auch die weiteren Folgen der ersten Showphase – dem Vorsingen vor der Jury – blieben auf einem nahezu identischen Level. Eine Ausnahme bildete die fünfte Folge, die erstmals während der aktuellen Runde die Sieben-Millionenmarke durchbrach und auf 7,73 Millionen Zuschauer kam. Der Marktanteil bei den 18- bis 49-Jährigen blieb mit sieben Prozent konstant.

Anfang Oktober startet «The X Factor» in die zweite Showphase und im Gegensatz zum Vorjahr ging es nicht ins Bootcamp und anschließend ins Juryhaus, sondern die Kandidaten absolvierten die sogenannten „Four-Chair Challenges“. Diese Veränderung hatte Produzent und Jury-Mitglied Simon Cowell bereits am Ende der zweiten Staffel angekündigt, da er sich mit den Bootcamp- und Juryhaus-Phasen nicht sonderlich glücklich zeigte. Das Interesse an der Konzeptveränderung war groß und so generierte die Castingshow mit der ersten Ausgabe der „Four-Chair Challenge“ ihren Staffelbestwert. 7,80 Millionen Zuschauer schalteten ein. In der Zielgruppe kam man auf gewohnt ordentliche sieben Prozent. Auch die nachfolgenden Episoden der „Four-Chair Challenge“ hielten sich über der Sieben-Millionenmarke. Allerdings ging der Zielgruppenmarktanteil leicht zurück und man landete bei sechs Prozent.

Ende Oktober startete die dritte Staffel dann in ihre Liveshow-Phase und mit den Liveshows kam der Quotenzerfall. Die erste Show, in der die Jury die 16 verbliebenen Kandidaten auf zwölf Finallisten reduzierte, sahen lediglich 4,90 Millionen Zuschauer. Bei den Werberelevanten sackte die Castingshow auf unzureichende vier Prozent. So schwach lief es für «The X Factor» in den Staaten bis dahin noch nie. Ein Special, in dem die Top 12 genauer vorgestellt wurde, kam sogar nur auf 3,25 Millionen Zuschauer und drei Prozent bei den 18- bis 49-Jährigen. Die nächste reguläre Liveshow kam dann wieder auf 4,54 Millionen Zuseher sowie nach wie vor unzureichende vier Prozent.

Auch die weiteren Ausgaben, die jede Woche unter einem anderen Motto standen, kamen nicht wirklich auf einen grünen Zweig. Als es Mitte November um die Performances von Hits aus den 80ern ging, konnte man sich zwar auf 5,51 Millionen Zuschauer und fünf Prozent in der Zielgruppe steigern, dennoch lag man damit deutlich unter den Werten der ersten beiden Staffeln und auch deutlich unter den Ergebnissen der ersten beiden Showphasen der aktuellen Staffel. Und so dümpelten die Liveshows stets mit Werten zwischen vier und sechs Millionen Zuschauern vor sich hin. Auch zum Finale blieb das Interesse gering. Lediglich 5,04 Millionen Menschen sahen die finalen Auftritte. Zur Verkündung der Ergebnisse einen Tag später sahen dann immerhin 6,22 Millionen Amerikaner zu. Mit fünf Prozent bei den 18- bis 49-Jährigen wird man aber kaum zufrieden gewesen sein.

Alles in allem markierte die dritte Runde von «The X Factor» einen neuen Tiefpunkt, dennoch hat Produzent und Jury Mitglied Simon Cowell bereits alle Spekulationen über eine mögliche Absetzung des Formats im Keim erstickt. Mitte Dezember erklärte er, dass eine Verlängerung „so gut wie sicher“ sei. Eine offizielle Bestätigung des Senders steht allerdings noch aus. Klar ist aber schon jetzt: Sollte «The X Factor» zurückkehren, dann wohl erneut mit einem völlig überarbeiteten Konzept.

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