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Raab, der Unschlagbare!?

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Zum letzten Mal in diesem Jahr kann ein Kandidat den Raab schlagen - und gigantische drei Millionen Euro mitnehmen. Im Spiel war der Entertainer zuletzt unschlagbar, im Quotenkampf ließ er jedoch leicht Federn.

«Schlag den Raab»-Bilanz

Von den bisher 43 Duellen seit 2006 gingen 30 an Stefan Raab, lediglich 13 Mal gewann der Kandidat. Gleich zweimal gelang Raab sogar der perfekte Durchmarsch, also elf Siege in elf Spielen. Raabs deutlichste Niederlage war ein 61:17 gegen den Sportstudenten Deaon Maxwell am 15. Januar 2011.
Noch nie dominierte Stefan Raab seine Show so sehr wie in den vergangenen zwei Jahren: Von den letzten zwölf «Schlag den Raab»-Sendungen konnte er elf für sich entscheiden, lediglich der Landwirt Bernd Stadelmann schaffte im Dezember 2012 einen knappen Sieg im 15. und letzten Spiel. Mit 3,5 Millionen Euro wurde er damals mehr als üppig für die Strapazen des Abends entschädigt. Seither sind weitere fünf Ausgaben ausgespielt worden, die der Entertainer zum Großteil fast schon erschreckend klar dominierte: Erst im November schickte er den Kriminalkommissaren David Fritsch mit einer deftigen 72:6-Packung nach Hause, sodass der Jackpot inzwischen wieder auf drei Millionen Euro angewachsen ist.

Das Skurrile dabei ist: Hätte Quotenmeter.de vor zwei Jahren einen derartigen Artikel verfasst, wäre der Aufmacher noch ein ganz anderer gewesen. Damals zeigten sich die Medienvertreter besorgt um die vielleicht stärkste Samstag-Abendshow der jüngeren Vergangenheit, zeigte Raab nach sechs Niederlagen in zehn Duellen doch ungewohnte Schwächen - und verlor in der Januarausgabe gar erschreckend deutlich nach nur zwölf Spielen mit 61:17 gegen einen Sportstudenten. Die beliebteste Frage unter Journalisten wie Zuschauern damals: "Ist Raab zu alt für diese Sendung?" Diese Frage dürfte der inzwischen 47-jährige Kölner durch seine jüngste Siegesserie mit einem klaren "nein" beantwortet haben. Doch seine Dominanz birgt auch Gefahren, verlor die Show dadurch zuletzt immer öfter an der Spannung, die sie im Bestfall zu einem unvergleichlichen TV-Spektakel werden lässt.

Nicht zuletzt deshalb dürfte das Jahr 2013 auch als das quotenschwächste in die «Schlag den Raab»-Geschichte eingehen. Am stärksten präsentierte sich noch die März-Ausgabe mit durchschnittlich 3,19 Millionen Zuschauern und 13,0 Prozent bei allen sowie 21,2 Prozent bei den werberelevanten Konsumenten. Im September wurden mit 13,2 und 21,1 Prozent ähnlich starke Marktanteile generiert, die Reichweite war mit nur 2,62 Millionen allerdings die drittschwächste in der Geschichte. Zudem erreichten erstmals überhaupt gleich zwei Folgen nicht die 20-Prozent-Marke bei den 14- bis 49-Jährigen: Im Januar wurden 18,5 Prozent erreicht, das sehr einseitige Duell im November kam auf 19,7 Prozent.

Vergleicht man die Jahresdurchschnittswerte, verläuft diese beinahe parabelförmig: Im Jahr 2007, als erstmals sechs Ausgaben der Sendung ausgestrahlt wurden, sahen zunächst im Schnitt 3,11 Millionen Menschen zu. Anschließend steigerte man sich bis 2010 konsequent auf 3,39, 3,45 und zuletzt gar 3,71 Millionen Zuschauer, bevor 2011 der Bruch folgte: Nur noch 3,21 Millionen sahen zu, 2012 waren es noch 3,12 Millionen. Sollte die letzte Folge kein großer Erfolg werden, könnte diesmal erstmals eine Reichweite von unter drei Millionen zu Buche stehen. Aktuell liegt man jedenfalls nur bei 2,94 Millionen. Mit 12,7 Prozent des Gesamtpublikums und 20,1 Prozent der Zielgruppe werden sehr wahrscheinlich auch die schwächsten Marktanteile aller Zeiten eingefahren, zuvor lag man zwischen 13,3 und 15,2 Prozent bzw. zwischen 21,9 und 25,7 Prozent.

Dass die Sendung noch immer ein Garant für fantastische Werte meilenweit oberhalb des ProSieben-Schnitts ist, dürfte außer Frage stehen. Von einem gemächlichen, aber dennoch kontinuierlichen Abwärtstrend kann, nein muss beinahe schon dennoch die Rede sein. Zu viele zu klare Duelle für den Gastgeber in der Vergangenheit sind daran gewiss nicht unschuldig, doch auch eine latente Abnutzungstendenz dürfte ebenfalls gegeben sein. Diese bereitet einigen Raab-Events inzwischen Sorge: Die «Stock Car Crash Challenge» lief in diesem Jahr mit nur noch 12,9 Prozent so schwach wie nie, der «BuViSoCo» lag mit 11,5 Prozent gar unterhalb des Senderschnitts, diverse Pokernächte rangieren nur noch zwischen zehn und zwölf Prozent und die Neu-Erfindungen «Absolute Mehrheit» und «Quizboxen» avancierten schnell zu bedenklichen Quotenflops. Vielleicht war Raab zu lange zu dominant im Show-Geschehen, sodass die Zuschauer allmählich übersättigt sind von neuem und altbekanntem Stoff des gelernten Metzgers.

Vielleicht ist er aber inzwischen auch einfach zu alt für die junge Zielgruppe der Münchener. Doch dieses Argument könnte er - zumindest vorerst - bereits an diesem Samstagabend widerlegen. Mit einem stärkeren Konkurrenten, der ihm nach längerer Zeit mal wieder ernsthaft Paroli bieten kann, stünden die Chancen hierauf gar nicht schlecht. In der umworbenen Zielgruppe ist einzig das Weihnachts-Special von «Let's Dance» ein einigermaßen ernsthafter Gegner - wenn überhaupt. Dass sich Raab vor RTL nicht verstecken muss, stellte er in diesem Jahr schon einmal unter Beweis: Im September führte er die Kopie «Alle auf den Kleinen» ins Quotendilemma, nur katastrophale 7,1 bzw. 8,2 Prozent entschieden sich in direkter Konkurrenz für das Pocher-Format. Nicht ganz ungefährlich ist überdies das am Samstagabend ausgespielte Finale der FIFA Klub-WM. Auch wenn die anstehende Partie zwischen den Bayern und dem afrikanischen Vertreter nun wahrlich kein fußballerischer Leckerbissen zu werden verspricht: Dies hielt schon am Dienstag 6,55 Millionen Menschen nicht davon ab, die Live-Übertragung zu verfolgen. Ob für Raab einstige Spitzenwerte von rund 30 Prozent bei den Jüngeren im Dezember 2013 also noch drin sind? Vermutlich eher nicht.

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