Die Kino-Kritiker

«Das ist das Ende»

von

James Franco schmeißt ’ne Party – und vor seinem Haus tobt die Apokalypse. Komiker Seth Rogen liefert einen durchgeknallten Genremix mit Kultpotenzial.

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Der Cast sorgt zunächst für turbulenten Spaß. Alle Stars spielen sich hier selbst und sind sich für nichts zu schade. Völlig ungehemmt werden Drogen konsumiert und die schauspielerischen Leistungen der Kollegen runtergemacht. Es gibt Gespräche über die immens hohen Gehälter in der Branche, Michael Cera genießt seinen Status mit zwei Frauen auf der Toilette und scheut auch nicht davor zurück, Rihanna einen Klaps auf den Po zu geben. Das mag auf den Zuschauer zunächst übertrieben und sinnlos wirken, hält aber stellenweise richtige Brüller bereit. Allerdings: Wer den Humor von Seth Rogen noch nie mochte, wird wohl auch diesmal wenig zu lachen haben.

Der Ton wird jedoch zunehmend rauer, wenn sich urplötzlich der Boden auftut und die Hollywoodsternchen reihenweise verschluckt werden. Und das ist nichts für Zartbesaitete, geizen die Tötungsszenen nicht mit Blut und abstrusen Einfällen. Dennoch bewirkt die einsetzende Apokalypse vorrangig ein besonderes Kammerspiel zwischen einst besten Freunden. Je aussichtsloser die Situation, desto mehr bekommen sich Rogen, Hill und Co in die Wolle. Streitigkeiten um den einzigen Milky Way-Riegel im Haus und ein farblicher Overkill in Zeitlupe zum „Gangnam Style“ sind da noch das geringste Übel. Seth Rogen fackelt ein Feuerwerk absurder Momente ab und streut nebenher diverse Filmzitate für Filmfans ein.

„Die Studiobosse hielten uns für verrückt, als wir mit der Idee zum Film ankamen“, sagte Rogen in einem Interview. Verwunderlich scheint das kaum – aber der verrückte Genremix aus derber Buddykomödie, Splatter, Fantasy, Action und Monstermovie funktioniert ganz hervorragend. Bleibt zu hoffen, dass die Gags in der deutschen Synchronfassung die gleiche Wucht besitzen wie in der Originalversion. Doch selbst wenn einige Lacher auf der Strecke bleiben sollten: Wenn das Ende der Welt so durchgedreht und komisch daherkommt wie in der Vision von Rogen und Goldberg, gehen wir liebend gern mit ins Verderben.

«Das ist das Ende» überrascht mit großartigem Witz und Topstars, die sich gekonnt auf die Schippe nehmen. Zwischen den namhaften Darstellern liefert ausgerechnet Frauenschwarm Channing Tatum («G.I. Joe», «Magic Mike») die denkwürdigste Performance. Und die Backstreet Boys haben das Publikum mit dem wohl besten Auftritt ihrer Karriere zweifellos in der Hand. Letztlich aber gebührt Seth Rogen und seinen Kollegen großer Respekt für die herrliche Selbstironie und den Mut, ein solches Projekt umzusetzen. Es hat sich gelohnt.

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