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Was plant RTL für die US-Wahlnacht, Herr Kloeppel?

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Im exklusiven Gespräch mit Quotenmeter.de verrät Peter Kloeppel das Erfolgsrezept von «RTL Aktuell», erklärt, was RTL für die US-Wahlnacht plant und rechtfertigt den Thementag zu sozialer Gerechtigkeit im Oktober als Programmschwerpunkt, der „außergewöhnlich“ sei.

Herr Kloeppel, Ihre Nachrichtensendung «RTL Aktuell» spricht aus allen Altersgruppen und Bildungsschichten zahlreiche Interessenten an. Was macht «RTL Aktuell» so besonders im Vergleich zur «Tagesschau » und «heute»?
Wir vergleichen uns gar nicht so sehr mit der «Tagesschau» oder der «heute»-Sendung, sondern haben unseren eigenen Kompass. Den haben wir über viele Jahre entwickelt, schließlich gibt es die Sendung seit 1984. Wir hatten viele Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren und auch selber unseren Kurs festzulegen. Im Vordergrund stehen für uns vor allem immer die Fragen: Welche Informationen sind wichtig für die Menschen? Was ist aktuell? Wie relevant ist ein Thema für sie? Aber auch: Was ist für die Zuschauer interessant? Die richtige Themenauswahl und -mischung gehören angesichts der täglichen Flut von Informationen zu den wichtigsten Entscheidungen, die wir jeden Tag fällen müssen. Wenn wir dann am Ende des Tages um 19.10 Uhr sagen können: wir haben nicht nur die aktuellen und wichtigen Ereignisse abgebildet und Einordnungen geliefert, sondern wir haben auch überraschende Themen in der Sendung gehabt, die den Zuschauern etwas ganz Neues bieten, dann haben wir unseren Job richtig gemacht.

Sie haben eben von der Auswahl gesprochen und vorhin meinten Sie, Politik alleine bestimme nicht das Leben der Menschen. Ist es gerade dadurch, dass Sie nicht nur auf „harte“ Politik setzen so, dass sie viele Menschen, vor allem auch Jüngere, erreichen?
Es stimmt: wir setzen nicht nur auf „harte“ Politik, aber sie spielt bei uns eine wichtige Rolle. Nicht nur unsere Aufmacher beschäftigen sich häufig mit politischen Ereignissen, Innen- und Außenpolitik sind immer feste Bestandteile unserer Sendung. Aber wir wissen auch: nicht alles, was die Parteien in Berlin bewegt, bewegt auch die Menschen im Land. Die machen sich nicht ständig Gedanken über die Frage, wer hat jetzt in welchem Koalitionsstreit die Nase wieder vorn mit einem knackigen Zitat. Es gibt viele andere Dinge, die das Leben deutlich mehr beeinflussen. Und wenn wir ein Gefühl dafür entwickeln, was diese anderen Themen sind, dann liegen wir ganz richtig.

Sie selbst äußern sich - anders als damals bspw. Ulrich Wickert - kaum bzw. nie zu aktuellen Themen.
Ich will nicht meine Meinung verbreiten oder Kommentare sprechen. Wir sind für die Information zuständig - die Meinung sollen sich die Zuschauer schon selber bilden.

Zu den US-Wahlen wollen Sie im November eine größere Berichterstattung an den Start schicken. Wie konkret sind in diesem Zusammenhang Ihre Planungen?
Die Wahl findet zwar am ersten Dienstag im November statt, aber unsere Berichterstattung läuft natürlich schon längst. Unsere Korrespondenten in Amerika haben sich intensiv in die Berichterstattung eingeklinkt. Ich werde Anfang Oktober selber für eine Woche nach Amerika fahren und dort einige Reportagen drehen, die wir dann kurz vor der Wahl und in der Wahlnacht auf Sendung bringen. Am Wahltag selber werden wir ab Mitternacht gemeinsam mit n-tv eine etwa fünf bis sechs Stunden lange Live-Sendung machen, allerdings nicht aus Amerika, sondern hier aus Deutschland. Alle unsere Korrespondenten sind live vor Ort in Washington, New York und anderen Städten der USA, wir bekommen die offiziellen Prognosen und Hochrechnungen der Wahlergebnisse aus Amerika zur Verfügung gestellt und können damit die Zuschauer rund um die Uhr informieren. Die Nacht wird lang, auch für uns Moderatoren, aber der Adrenalin-Pegel ist sicher hoch, und ich bin gespannt, wie es ausgeht. Es ist im Moment ja noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit leichten Vorteilen für Barack Obama, aber wir müssen mal schauen, wie sich die nächsten Wochen darstellen. Eine spannende Wahlnacht wird es auf jeden Fall.

RTL hat einen Thementag zu sozialer Gerechtigkeit angekündigt. In der jüngeren Vergangenheit hat sich sehr viel ereignet, was näher thematisiert werden könnte. Warum haben Sie gerade dieses Thema ausgewählt?
Das Thema soziale Gerechtigkeit beschäftigt die Menschen sehr. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Deutschland – das ist auch gerade wieder von der OECD bestätigt worden – deutlich auseinander, stärker noch als in anderen Ländern im europäischen Raum. Viele Menschen fragen sich: Warum gelingt es mir nicht, meinen sozialen Status zu verändern? Was machen die anderen besser? Liegt es vielleicht an den Startbedingungen? In unserer Reportage «Armes Deutschland - reiches Deutschland» am 10. Oktober um 21.15 Uhr wollen wir Fragen in diesem Zusammenhang nachgehen. Wie entwickeln sich das Leben und auch die Erwerbsbiographie eines Menschen, wenn man in guten Verhältnissen geboren wird? Und was passiert, wenn man in ärmeren Verhältnissen geboren wird, wenn es um Bildung, Erziehung, Gesundheit und die Jobsuche geht? Wird Arbeit immer gerecht bezahlt? Welche Sicherheiten hat man heutzutage noch? Uns geht es aber nicht nur um eine Zustandsbeschreibung von Extremen, wir wollen auch Lösungsvorschläge anbieten.

Wie weit sind Sie in diesem Zusammenhang mit der Produktion? Ist schon alles gedreht?
Wir haben für die lange Reportage fast alles abgedreht. Aber das ist nicht alles: am 10. Oktober machen wir bei RTL eine Art Thementag, an dem wir in allen Informationssendungen immer wieder auf das Thema „Arm und Reich“ mit unterschiedlichen Ansätzen eingehen werden. Ich denke, dass wir damit einen Schwerpunkt im Programm von RTL schaffen, der außergewöhnlich ist.

Vielen Dank für das Gespräch, Peter Kloeppel.

Kurz-URL: qmde.de/59319
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