Quotencheck

«Rette die Million»

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Wie kommt Jörg Pilawas erste ZDF-Sendung bisher beim Publikum an?

Im September 2009 wurde publik, dass Jörg Pilawa neue Wege bestreiten würde: Seine langjährige Tätigkeit als ARD-Allzweckwaffe würde er aufgeben und zum ZDF wechseln. Im Oktober 2010 gab er dann dort seinen Einstand – als bewährter Quizshow-Moderator eines Formats namens «Rette die Million!». Als endemol-Produktion ist dieses mittlerweile in vielen Ländern vertreten und startete zuerst in Großbritannien unter dem Titel «The Million Pound Drop Live», wo mittlerweile vier Staffeln ausgestrahlt wurden. In den USA wurde die Show dagegen nach einer Season abgesetzt. Wie erfolgreich ist das Konzept hierzulande?

Am 13. Oktober startete «Rette die Million!» mit 6,06 Millionen Zuschauern und 19,8 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum ab drei Jahren, womit man deutlich oberhalb des Senderschnitts lag. Gleiches gilt für die Quoten bei den 14- bis 49-Jährigen, wo 1,26 Millionen Zuschauer dem ZDF starke 10,0 Prozent bescherten. Im November ging es mit der zweiten Ausgabe auf 5,13 Millionen und 16,3 Prozent bergab; beim jungen Publikum hielt man sich mit 9,4 Prozent Marktanteil sehr stabil.

Die dritte Folge wurde am 29. Dezember ausgestrahlt und erreichte nur noch 4,55 Millionen Zuschauer und 13,8 Prozent Marktanteil, womit man nicht mehr allzu weit vom Senderschnitt entfernt war: Dieser betrug in der TV-Saison 2010/11 12,2 Prozent. Bei den Jüngeren lag man mit 7,5 Prozent ebenfalls nur noch leicht über dem Schnitt. Im neuen Jahr wurde «Rette die Million!» wie ursprünglich geplant meist zweimal im Monat ausgestrahlt. Am 19. Januar 2011 wurde mit 4,92 Millionen Zuschauern erstmals die Reichweite ausgebaut; der Marktanteil stieg auf 14,5 Prozent bei allen. Nur bei den 14- bis 49-Jährigen ging es weiter bergab, denn nur noch 6,3 Prozent Marktanteil wurden gemessen.

In den folgenden Ausgaben zeigte sich ein Aufwärtstrend, denn mit der sechsten Episode am 16. Februar konnten erstmals wieder mehr als fünf Millionen Bundesbürger erreicht werden: 5,10 Millionen und 14,9 Prozent schalteten ein. Beim jungen Publikum lag man mit 5,8 Prozent aber erstmals unter dem ZDF-Schnitt. Drei Tage später wurde ausnahmsweise an einem Samstagabend ein Promi-Special der Show gezeigt. Dieses erreichte 5,25 Millionen Zuschauer und 16,4 Prozent Marktanteil, war damit also sehr erfolgreich. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen sah es mit 6,8 Prozent wieder freundlich aus.

Zwei Ausgaben später – am 23. März – fiel «Rette die Million!» allerdings mit nur noch 3,55 Millionen Zuschauern auf einen Tiefpunkt. Mit 10,9 Prozent lag die Sendung mittlerweile unter dem Senderschnitt und kam auch beim jungen Publikum auf nur 5,0 Prozent bei 0,65 Millionen Zuschauern. Diese Negativrekorde sollten am 20. April noch einmal teilweise unterboten werden: Hier wurde mit 3,45 Millionen Zuschauern die schlechteste Reichweite der Staffel gemessen. Immerhin lag der Marktanteil mit 11,9 Prozent noch auf einem durchschnittlichen Niveau. Aber auch die kommende zwölfte Folge kam nur auf 3,47 Millionen und 11,0 Prozent – wurde das Pilawa-Format zum Quotenflop?

Eher das Gegenteil ist der Fall: Denn ab Ende Mai konnte sich die Show wieder deutlich steigern: 4,07 Millionen Zuschauer brachten am 25. Mai 14,4 Prozent Marktanteil. Derselbe Wert wurde auch zwei Wochen später gemessen. Beim jungen Publikum lag man mit 6,6 und 6,9 Prozent wieder oberhalb des Senderschnitts. Und das zweite Promi-Special bescherte dem ZDF am 08. Juni Topquoten: Mit 5,74 Millionen Zuschauern wurde der zweitbeste Wert seit dem Start gemessen. Gleiches gilt für den Marktanteil von 19,6 Prozent, der nur minimal hinter dem Staffelrekord liegt. Von den 14- bis 49-Jährigen sahen erstmals seit November 2010 wieder mehr als eine Million zu: 1,05 Millionen brachten hier starke 8,9 Prozent Marktanteil ein.

Den Aufwärtsschwung der Promi-Ausgabe konnte Jörg Pilawa auch in die nächsten beiden regulären Shows hinüberretten, die 4,54 und 4,91 Millionen Bundesbürger einschalteten. Die Marktanteile von 15,6 und 16,9 Prozent lagen deutlich im grünen Bereich, ebenso diejenigen bei den Jüngeren, wo 7,7 und 8,2 Prozent gemessen wurden. Das Staffelfinale am 06. Juli sahen 4,13 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 14,8 Prozent, womit wieder Einbußen hingenommen werden mussten. Ein Grund war die Frauenfußball-WM, die regelmäßig über fünf Millionen Zuschauer, darunter viele Jüngere, auch bei Spielen ohne deutsche Beteiligung erreichte.

Im Durchschnitt erreichte die 18-teilige erste Staffel von «Rette die Million!» 4,54 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 14,7 Prozent beim Gesamtpublikum ab drei Jahren. Damit liegt das Format 2,5 Prozentpunkte oberhalb des ZDF-Durchschnitts. In der Zielgruppe konnten im Schnitt 0,85 Millionen Zuschauer und 6,9 Prozent Marktanteil generiert werden, womit man leicht oberhalb des Senderschnitts lag. Zwar zeigte die Quotenkurve zuletzt nach oben, aber die erfolgreicheren Ausgaben liefen zuletzt außerhalb der regulären TV-Saison im Sommer, wo generell ein schwächeres Konkurrenzprogramm zu erwarten ist. Wie stark die Show mit Jörg Pilawa wirklich ist, wird sich im Herbst zeigen.

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