Die Kritiker

«Dirty Sexy Money»

von

Inhalt


Dutch George ist Familienanwalt des Darling-Clans in New York City. Als sich seine Frau von ihm trennt, wächst der gemeinsame Sohn Nick bei seinem Vater auf, steht dabei allerdings immer im Schatten des reichen Arbeitgebers und seiner Kinder. Geprägt durch seine Kindheit kümmert sich der idealistische Nick, der ebenso wie sein Vater Anwalt geworden ist, deswegen vor allem um arme und benachteiligte Menschen.

Sein Leben verändert sich, als sein Vater auf mysteriöse Weise bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt und Familienpatriarch Tripp Darling Nick als neuen Familienanwalt gewinnen will. Mit einem unmoralisch hohen Angebot versucht Tripp, George zu überreden, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und zukünftig die Familienangelegenheiten der Darlings zu regeln. Kein leichter Job, wie Nick schon nach kurzer Zeit feststellen muss. Fortan darf er sich mit den Marotten der einzelnen Familienmitglieder auseinandersetzen und ein ums andere Mal deren Eskapaden ausbügeln. Schon nach dem ersten Arbeitstag ist er auf dem besten Wege, seine junge Familie auf die gleiche Weise in den Schatten der Darlings zu stellen, wie einst sein Vater.

Darsteller


Peter Krause («Six Feet Under - Gestorben wird immer») ist Nick George
Donald Sutherland («M*A*S*H») ist Tripp Darling
Jill Clayburgh («Ally McBeal») ist Letitia Darling
William Baldwin («Der Tintenfisch und der Wal») ist Patrick Darling
Natalie Zea («Passions») ist Karen Darling
Glenn Fitzgerald («40 Tage und 40 Nächte») ist Brian Darling
Seth Gabel («Der Da Vinci Code») ist Jeremy Darling
Samaire Armstrong («O.C., California») ist Juliet Darling
Zoe McLellan («JAG - Im Auftrag der Ehre») ist Lisa George
Blair Underwood (« City of Angels») ist Simon Elder
Lucy Liu («Kill Bill») ist Nola Lyons

Kritik


Gute drei Jahre hat es gedauert, bis die in den USA nach der zweiten Staffel bereits abgesetzte Dramaserie «Dirty Sexy Money» ihren Weg ins deutsche Free-TV gefunden hat. Fast überflüssig zu erwähnen ist, dass hinter dem Coup, dieses Kleinod voller Geld, Macht und Sünde in deutscher Synchronfassung zu zeigen, ein kluger Kopf bei ZDFneo steht, dem Sender, der sein Repertoire ausgewählter internationaler Serien im vergangenen Jahr vor allem an Qualität statt an Quote auszurichten vermochte.

Auch «Dirty Sexy Money» passt recht gut in das Muster, wenngleich sich der Zuschauer anfangs doch über die stark Daily Soap-artige Aufmachung wundert. Der wunderbare Peter Krause tritt beim Familienclan Darling als Nachfolger seines Vaters als Anwalt an - obwohl der Beruf seines Vaters seine Kindheit zerstört und seine Mutter vertrieben hat. Tand und Dekadenz reichen sich beim New Yorker Clan die Hand - doch auch der merkwürdige Tod seines Vaters scheint in Verbindung mit der Familie Darling zu stehen. Die spannende Ausgangssituation kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aufmachung eher mittelmäßig und die Charakterentwicklung Nicks anfangs recht unkonsequent ausfällt.

Fast durchgängig flach, aber mit viel Potential zur Charakterentwicklung präsentiert sich dann auch der übrige Cast: Donald Sutherland überzeugt als charismatischer und einflussreicher Patriarch Tripp Darling, Jill Clayburgh mimt als Letitia Darling seine affärengebeutelte Frau, die im Hauptberuf repräsentativen Aufgaben als Ehefrau eines reichen Mannes nachkommt. Spannender sind ihre fünf gemeinsamen Kinder, die alle auf die ein oder andere Art verzogen sind: William Baldwin ist als Patrick Darling auf dem besten Wege, Senator zu werden, gibt sich aber lieber mit transsexuellen Prostituierten ab, die drohen, sich umzubringen, sollte er sie verlassen. Natalie Zea spielt Karen Darling, die beinah Nick geheiratet hätte und nicht müde wird, dies vor ihrem Verlobten und Nicks Ehefrau Lisa immer wieder zu erwähnen. Glenn Fitzgerald stellt als Brian Darling das wohl interessanteste Familienmitglied dar - der Priester ist verheiratet und hat ein uneheliches Kind, das er nicht anerkennt. Er hasst Nick und scheint involviert in den Flugzeugabsturz, bei dem Dutch George umkam.

Die jüngsten Zwillinge Jeremy und Juliet Darling stolpern leider über ihre stereotypen Rollen: Seth Gabel ergeht sich als Jeremy zwischen dem Besuch beim Koksdealer und dem Pokerspielen vor allem in Selbstmitleid, Samaire Armstrong ist als Juliet vor allem darum bemüht, ihre Schauspielkarriere voranzutreiben. In der Pilotfolge werden alle Charaktere im Schnelldurchlauf samt beispielhafter Probleme vorgestellt, was statt in liebevoller Skurrilität in einem Daily Soap-ähnlichen Pseudodrama endet, bei dem die Charaktere noch zu unausgegoren sind, um «Dirty Sexy Money» als vollwertige Dramaserie zu bezeichnen.

Schade auch, dass das Mantra von Nicks Ehefrau Lisa, dem Ruf als Anwalt der Darlings der eigenen Familie zuliebe nicht zu folgen, bereits in der Pilotfolge als selbsterfüllende Prophezeiung über der Handlung schwebt: Der Familienclan nutzt ihren Anwalt am ersten Arbeitstag als Seelsorger, Türsteher oder Pressesprecher und gibt dabei die Richtung vor, in die sich die Serie entwickeln wird - kleine Episoden und selbstgemachte Probleme von Menschen, die in Einfluss und Geld schwimmen. Ein etwas subtileres Vorgehen hätte der Serie gutgetan, um dem Zuschauer nicht das unnötig ungute Gefühl zu geben, eine beliebige Daily Soap zu schauen, die sich zwischen Selbstmordversuchen, Affären und Ausflügen ins Rotlichtmilieu bewegt.

So bleibt die Pilotfolge von «Dirty Sexy Money» ein durchwachsener bis relativ guter Auftakt eines Formates, das sein Spannungspotential noch nicht konsequent genug ausgespielt hat. Gerade die Handlungslinien mit Brian Darling und Nick Georges Versuche, den Tod seines Vaters aufzuklären, könnten aber im weiteren Verlauf der zwei produzierten Staffeln für eine durchweg gelungene Serie sorgen. Wer ZDFneo empfängt, sollte also durchaus einen Blick riskieren und sich entführen lassen in eine Welt, in der Geld keine Rolle spielt und Moral so ausgelegt wird, wie es gerade passend erscheint.

ZDFneo zeigt «Dirty Sexy Money» ab dem 24. März 2011 immer donnerstags um 20:15 Uhr.

Kurz-URL: qmde.de/48525
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