Die Kritiker

«Die Bestatterin – Der Tod zahlt alle Schulden»

von

Lisa Taubenbaum ist Bestatterin im Familienunternehmen, die sich über Tode freut. Denn für sie ist auch tote Kundschaft eine gute. Ob man sich auch über den restlichen Fernsehfilm freuen kann, verrät die Quotenmeter.de -Kritik.

Cast & Crew

Vor der Kamera:
Anna Fischer ist Lisa Taubenbaum
Christoph Letkowski ist Kommissar Zellinger
Patrick von Blume ist Kommissar Goller
Frederik Bott ist Hannes Taubenbaum
Hartmut Volle ist Alfons Taubenbaum

Hinter der Kamera:
Regie: Isabel Braak
Drehbuch: Arne Nolting/ Jan Martin Scharf
Schnitt: Katharina Schmidt
Kamera: Simon Dreschner
Die junge Bestatterin Lisa hat es mit ihrem Beruf nicht gerade leicht. Nicht nur, dass sie sich mit der Bürokratie hinter dem Tod beschäftigen muss, auch das Rekonstruieren von Leichen gehört zu ihrem Alltag. Auch wenn sie ihren Beruf liebt, erschwert ihr gerade dieser die Partnersuche enorm. Dann ruft sie ein vermeintlicher Jagdunfall im nahegelegenen Wald auf den Plan. Der Unfall bleibt nicht alleine und die Vorfälle in dem kleinen Dorf häufen sich. Lisa versucht herauszufinden was es wirklich mit den Toden auf sich hat und muss aufpassen, dass sie bald nicht selbst einen Bestatter braucht.

Der Tod kann für das Medium Film entweder ein dankbares Motiv sein, oder sich als zu schwermütig erweisen. «Die Bestatterin – Der Tod zahlt alle Schulden» entscheidet sich für eine Gratwanderung zwischen Komik und Krimifall, schafft es aber sich für die meiste Zeit auszubalancieren.

Anna Fischer, die durch mehrere Auftritte in «Bella Block» und «Notruf Hafenkante» bekannt ist, macht als Bestatterin, die sich zur Ermittlerin wandelt, eine sympathische Figur. Nicht nur, dass sie besonders bei der Partnersuche ihren Sinn für gutes humoristisches Timing unter Beweis stellt, auch als engagierte und ernsthafte Hobbydetektivin kann sie überzeugen.

Was an «Die Bestatterin» besonders erfrischend ist, ist der Schauplatz des Bestattungsunternehmens. Serien wie «Six Feet Under» und Filme wie «Harould und Maude» haben zwar das Setting und die Thematik für sich bereits entdeckt, im deutschen Fernsehfilm findet man es hingegen nur ausgesprochen selten. Noch dazu wird die Protagonistin Lisa am Ende des ersten Drittels vom kleinen ländlichen Dorf in die Großstadt beordert, was den Film abwechslungsreich hält und neue Charaktere auf den Plan treten lässt.

Trotz des erfrischend anderen Settings und einer starken Anna Fischer stolpert man als Zuschauer nicht selten über holprige Dialoge, die fernab von jeglichen realistischen Gesprächen sind. Der schöne Look des Films, der mit sanften Farben und einigen überraschenden Einstellungen aufwartet, kann darüber jedoch hinwegtrösten.

Was hingegen einem Teil des Publikums bitter aufstoßen könnte, ist die finale Auflösung, was es letztendlich mit den Vorfällen auf sich hat. Nicht, dass der Plot nicht mehr nachvollziehbar bleiben würde, doch wirkt der Weg dorthin recht gestelzt und auch einige Entscheidungen der Hauptprotagonistin sind unglaubwürdig.

Auch wenn man dem Finale in dieser Hinsicht durchaus etwas ankreiden kann, ist es dennoch dramatisch inszeniert und kann auch dort mit guten schauspielerischen Leistungen punkten. Noch dazu lassen die letzten Sekunden des Fernsehfilms das Publikum mit einem Schmunzeln zurück.

Fazit: «Die Bestatterin – Der Tod zahlt alle Schulden» kann mit seinem morbiden und zugleich unverbrauchten Setting überzeugen, ebenso wie mit der passend besetzten Anna Fischer. Auch wenn das Finale nicht vollends zufriedenstellend ist, verbindet der Fernsehfilm die richtige Prise Humor mit Kriminalfall und hinterlässt den Zuschauer mit einem wohligen Gefühl, was man bei dem Filmtitel vielleicht nicht vermutet hätte.

Das Erste zeigt «Die Bestatterin – Der Tod zahlt alle Schulden» am Samstag, 01. Juni 2019 um 20.15 Uhr.

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