Die Kritiker

«Reiterhof Wildenstein – Die Pferdeflüsterin»

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Mit «Reiterhof Wildenstein – Die Pferdeflüsterin» zeigt Das Erste den Auftakt der neuen Fernsehserie rund den namensgebenden Pferdehof. Wie der erste Ritt auf dem Reiterhof war? Unser Kritiker sagt es.

Cast & Crew

Vor der Kamera:
Klara Deutschmann ist Rike Wildenstein
Shenja Lacher ist Ferdinand Wildenstein
Ulli Maier ist Elsa Wildenstein
Helmfried von Lüttichau ist Dr. Georg Stadelmeier
Alexander Khuon ist Christian Falkenberg
Hinter der Kamera:
Regie: Vivian Naefe
Drehbuch: Andrea Stoll
Schnitt: Georg Söring
Kamera: Peter Döttling
Musik: Birger Clausen
Rike Wildenstein kommt frisch aus den Vereinigten Staaten angereist, um der Beerdigung ihres Vaters beizuwohnen. Doch kaum ist sie auf dem alten Reiterhof aus ihrer Jugend zurück, muss sie sich mit ihrer verbleibenden Familie herumschlagen. Die einen werfen ihr vor den Hof und die Familie im Stich gelassen zu haben, während andere sie wiederum liebevoll empfangen. Und kaum ist Rike wieder da, merkt sie, dass der Reiterhof finanziell nicht so läuft wie er sollte und auch die Reiter auf dem Hof gehen mit den Pferden alles andere als angemessen um. Deswegen entscheidet sich die junge Rike dagegen wieder in die Staaten zu reisen und bleibt auf dem Hof. So muss sie sich nicht nur gegen ihre Familie durchsetzen, sondern auch gegen die Methoden auf dem Hof und steigt dabei auch selbst aufs Pferd.

«Reiterhof Wildenstein – Die Pferdeflüsterin» ist eine Art „Fernseh-Klassik“, die besonders «Rosamunde Pilcher»-Fans ansprechen wird. Für Das Erste ist die Kombination aus Familiendrama und Pferdedresseur nicht neues, hat sie doch schon Anfang 2018 die Serie «Gestüt Hochstetten» gesendet (Quotenmeter berichtete: http://www.quotenmeter.de/n/98414/die-kritiker-gestuet-hochstetten). Und auch abseits davon ist die Verbindung von Melodrama und Pferdegeschichten eine beliebte Narrative, die man schon in den 1970er und 80er Jahren mehrfach im Fernsehen sehen konnte.

Was bei «Reiterhof Wildenstein» anfangs als klare Stärke auffällt, ist die Optik und Peter Döttlings Kamera, die die Szenarie des Hofs optimal einfängt. Helle Farben, ein leichter Weichzeichner und schöne Landschaftsaufnahmen sind gut gewählt und passen zu der ruhigen Inszenierung des Serienauftakts.

Durch die Tier-Thematik sind Szenen, in denen Pferde gezähmt und geritten werden, natürlich obligatorisch. Und die Inszenierung von diesen ist durchaus gelungen und ansehnlich geworden. Was hingegen weniger positiv auffällt, ist ein Großteil der Dialoge.

Denn diese fallen viel zu oft klischeehaft und arg melodramatisch aus, sodass weder Glaubwürdigkeit, noch eine ernsthafte Dramatik entstehen kann. Allerdings kann die Hauptdarstellerin Klara Deutschmann trotz eher misslungener Dialoge überzeugen und fällt als hin und hergerissene junge Frau zwischen ihrer Familie und der zweiten Heimat in den USA positiv auf.

Abseits der abgedroschenen Dialoge könnte «Reiterhof Wildenstein» ein noch viel erheblicheres Problem haben. Denn die Frage ist, ob der Reihenauftakt auch genügend Zuschauer zum Einschalten, beziehungsweise Dranbleiben bewegen wird. Durch die etwas träge Inszenierung wird der Auftakt wohl nicht allzu viel Erfolg bei der jüngeren Zielgruppe haben, somit muss Das Erste auf die älteren Generationen setzen.

Fazit: «Reiterhof Wildenstein – Die Pferdeflüsterin» ist kein perfekter Serienauftakt, lässt aber erahnen, dass durchaus Potential in der neuen Freitagabend Unterhaltung steckt. Dennoch würde eine deutliche Prise mehr Dramatik und bessere Dialoge der neuen Pferdeserie sehr gut tun. Zumindest die vierbeinigen Darsteller können auf ganzer Linie überzeugen.

Das Erste zeigt «Reiterhof Wildenstein – Die Pferdeflüsterin» am Freitag, 10. Mai um 20.15 Uhr.

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