Die Kritiker

«Tatort: Der gute Weg»

von

Eine harte Milieustudie, bei der eine Polizistin zu Tode kommt und letztendlich noch weitaus mehr dahinter steckt. Was es genau ist, zeigt die Quotenmeter.de-Kritik.

Cast & Crew

Vor der Kamera:
Mark Waschke ist Robert Karow
Anna Herrmann ist Sandra
Peter Trabner ist Harald Stracke
Meret Becker ist Nina Rubin
Jonas Hämmerle ist Tolja Rubin
Peter Trabner ist Harald Stracke

Hinter der Kamera:
Regie: Christian von Castelberg
Drehbuch: Christoph Darnstädt
Schnitt: Dagmar Lichius
Kamera: Björn Knechtel
Produktion: Sebastian Geissler/ Christian Metz
«Tatort: Der gute Weg» verliert keine Zeit: gleich in den ersten Minuten wird die junge Polizistin Sandra in einer Schießerei tödlich getroffen, zwei weitere Polizisten werden ebenfalls niedergeschossen, sind aber nur verletzt. Eigentlich sollte es nur eine Routineangelegenheit wegen Ruhestörung sein. Doch einer der Polizisten hakt weiter nach und möchte die Wohnung betreten. Der Mann in ihr möchte ihn anfangs nicht hereinlassen, doch die Streife verschafft sich Einlass und entdeckt ein Drogennest von Kriminellen. Die Schießerei beginnt. Tolja Rubin, ein Polizeipraktikant, hat die Schießerei dank Schutzweste überlebt. Fortan muss er mit dem Schock dieser Nacht leben und sich zudem gegen die kritischen Blicke seiner Kollegen wehren, denn seine Mutter ist ausgerechnet die Kommissarin. Diese ermittelt in dem Fall und allmählich kommen Dinge an die Oberfläche, die auf alle Beteiligten ein schwieriges Licht werfen.

Die Absicht von «Der gute Weg» wird schon in den ersten Minuten deutlich und als Zuschauer merkt man schnell, dass dieser «Tatort» den harten Alltag von Polizisten auf der Straße abbilden möchte. Schön ist, dass die Folge die Polizisten dabei nicht als eindimensionale Saubermänner darstellt, sondern in den Ermittlungen auch auf deren weißer Weste ein paar Flecken findet.

Noch dazu ist das Zusammenspiel zwischen Kommissarin Nina Rubin und ihrem Sohn interessant zu verfolgen und bleibt durchaus nachvollziehbar. Als Mutter möchte sie ihren Sohn von dem gefährlichen Beruf des Polizisten fernhalten, doch der hat andere Pläne und möchte sogar im Straßeneinsatz aktiv sein. Noch dazu sind die Ermittlungsmethoden und das Auftreten von Nina Rubin sehr unkonventionell und erfrischend anders.

Was in diesem «Tatort» auffällt, ist der gezielte Einsatz von Deutsch-Rap-Musik, in der es unter anderem um Polizisten und deren Einsatz geht. Auch das wirkt auf angenehme Art neu, doch nicht alles ist in «Der gute Weg» gelungen. An wenigen Stellen gibt es kleine humoristische Einlagen, die mehr an Slapstick, als an gut pointierten Humor erinnern. Diese hätte man entweder anders einbinden oder sie vollständig weglassen müssen. Eine konsequentere Entscheidung hätte diesem «Tatort» definitiv gut getan.

Was man jedoch bei «Der gute Weg» sehr positiv hervorheben muss, ist die Erzählweise des Films. Diese arbeitet zwar nicht mit mehreren Zeitebenen oder doppelten Böden, nimmt aber durch Rückblenden immer wieder Bezug auf die Schießerei am Anfang. Dadurch fragt sich der Zuschauer selbst, ob alles wirklich so abgelaufen ist, wie es die beiden überlebenden Polizisten schildern oder ob es doch Ungereimtheiten in ihren Aussagen gibt.

Im Mittelteil dieses «Tatort» ermüdet sich der Fall für eine kurze Zeit, nimmt aber danach schnell wieder Fahrt auf, und kann diese auch bis zum Finale aufrechthalten. Und besonders am Ende fällt das starke Schauspiel von Peter Trabner auf, der einen der Überlebenden verkörpert.

Fazit: «Tatort: Der gute Weg» ist eine glaubhafte Studie des Berufs des Polizisten, die nicht davor zurückscheut auch auf Themen wie Korruption und Vorurteile in den Behörden einzugehen. Dabei ist der Fall nicht immer angenehm oder etwa humorvoll, doch mit gutem Schauspiel und einem starken Finale kann «Der Gute Weg» sich in die Reihe der überdurchschnittlich guten «Tatort» Folgen einreihen.

Das Erste zeigt «Tatort: Der gute Weg» am Sonntag, 05. Mai um 20.15 Uhr.

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