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«Temptation Island», ein TV-Relikt

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Inspiriert von aufkeimendem Erfolg, unter anderem in Italien, kehrt die TV-Reality-Show zurück. In Amerika übrigens mit durchwachsenem Erfolg. Hierzulande probiert sich TV Now an dem Format und wertet es gemeinsam mit RTL aus. Was Sender und Streaming-Dienst sich erhoffen...

2001, in Deutschland ist TV-Romantik streng verbunden mit dem «Herzblatt», mit Sicherheit auch mit «Nur die Liebe zählt». 2001, ein neues TV-Genre startet durch. Mit dem internationalen Erfolg von Reality-Shows in all ihren Facetten, «Survivor» etwa in den USA, «Big Brother» in Deutschland, ändert sich die Vielfalt auf dem Bildschirm. Eines der vielen Formate des Reality-Genres ist auch «Temptation Island». FOX in den USA und RTL hier in Deutschland testen diese ungewöhnliche Kuppelshow, in der mehrere Paare sich dem ultimativen Treuetest auf einer malerischen Insel unterziehen.

Nun, weder die US-Version noch deren Abbild bei RTL war von sonderlichem Erfolg geprägt. Die Konsequenz: Recht schnell war Schluss. Andere, neue Ideen bevölkerten den Programmplan. In den zurückliegenden 18 Jahren entstanden vielerlei Flirt-Formate, das «Bachelor»-Franchise ist davon sicherlich das bekannteste. Und genau wegen dessen Erfolg und des zur Zeit vorherrschenden Nostalgie-Booms erlebt “die Insel der Versuchung” dieser Tage ihr Comeback. Seit Mitte Januar zeigt der amerikanische Kabelsender USA Network eine weitere Staffel des Formats. Eine Weiterentwicklung, die zumindest nach Meinung von amerikanischen Kritikern keine wirkliche ist. Während die Macher davon sprachen, seriöser geworden zu sein, fühlen sich die Autoren des amerikanischen Magazins Vulture eher in die Vergangenheit zurückversetzt. Mit einem entscheidenden Unterschied. Die Kandidaten hätten sich in den 17 Jahren weiterentwickelt - und wären nun mit deutlich mehr Kalkül bei der Sache. In Amerika - genau wie andernorts - ist bekannt, dass Formate wie «Bachelor» und «Temptation Island» für das ersehnte bisschen Ruhm sorgen können. Zumindest teilweise.

Großer Jubel über die Rückkehr eines (wenn auch kurzlebigen) TV-Klassikers sieht also anders aus. Das liegt auch in den Ratings begründet; sie dürften die Erwartungen von USA Network nicht erfüllen, liegen konstant bei weniger als einer Millionen und schafften es vielfach nicht unter die Top25 des Tages im amerikanischen Kabelfernsehen. Und dennoch hat das im Banijay-Katalog befindliche Format auch in Deutschland wieder einen Abnehmer gefunden. RTL - und dessen Streaming-Dienst TV Now.

Man habe den internationalen Markt beobachtet und festgestellt, dass die Show erfolgreich in verschiednene Märkten laufe, berichtet ein RTL-Sprecher auf Anfrage von Quotenmeter.de. So sei dann die Idee entstanden, die Kuppelshow als TV-NOW-Original für die Bundesrepublik herzustellen. Nach der linearen TV-Premiere am Mittwoch auf dem «Bachelor»-Sendeplatz werden alle Folgen der ersten Staffel bei TV NOW zum Abruf bereit stehen, im TV geht es dann immer am späteren Sonntagabend bei RTL weiter.

Einen vergleichbaren Weg wie in Deutschland und den USA ging das Format übrigens in Italien. Im Land von Pizza und Pasta lief das Versuchungs-Projekt schon 2005. Seit 2014 ist es zurück auf dem Bildschirm und so erfolgreich, dass inzwischen sogar ein Promi-Ableger hinzugekommen ist. Auch in Rumänien und Finnland werden neue Staffeln produziert. “Show wird international sehr unterschiedlich produziert - wir haben uns dabei nicht konkret an anderen Ländern orientiert, sondern in enger Abstimmung mit Banijay eine ganz eigene deutsche Fassung kreiert, die sich an internationalen Formatvorgaben orientiert, aber dennoch als deutsche Version eindeutig identifizierbar ist”, erklärte ein Sendersprecher gegenüber Quotenmeter.de.

Sicherlich wohltuend: Bei «Temptation Island» unterlag RTL nicht der Versuchung, die Geschichten grenzenlos zu strecken. Mit Ausnahme des zweistündigen Auftakts und des ebenso langen Finales läuft das Format einstündig. Eine redaktionelle Entscheidung, wie es seitens des Privatsenders heißt. Einen näheren Kommentar dazu wollte man nicht abgeben.

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