Sportcheck

Die Formel1-Bilanz 2018

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Außerdem: Wie könnte die Bundesliga ab Sommer 2021 laufen und wie gefragt war die Bundesliga-Konferenz am Samstag?

Motoren dröhnen lauter


Sporthighlights der kommenden Woche

  • Mittwoch, 14.05 Uhr: Biathlon: Weltcup in Pokljuka (Das Erste)
  • Donnerstag, 18.30 Uhr: Handball Bundesliga: u.a. Gummersbach - Füchse (Sky)
  • Freitag, 19.30 Uhr: Eishockey DEL Nürnberg - München (Telekom Sport)
  • Freitag, 20.45 Uhr: Rodeln, Weltcup in Calgary (Eurosport)
  • Samstag, 18.30 Uhr: Fußball Bundesliga Hoffenheim - Schalke (Sky)
  • Samstag, 18.30 Uhr: Fußball Premier League Chelsea - ManCity (DAZN)
  • Quotenmeter Exoten Tipp: Hockey World Cup, u.a. mit Deutschland-Niederlande am Mittwoch ab 13.30 Uhr (DAZN)
Das erste vollständige Formel1-Jahr der Rennserie im Besitz des Medienkonzerns Liberty Media ist vorüber. Der Konzern hat in zahlreichen Ländern das neue Angebot F1TV gelauncht, einen OTT-Dienst. Das geschah auch in Deutschland. Unter anderem war der Dienst der Grund, weshalb Sky erst einmal aus den Übertragungen ausgestiegen ist. Ebenfalls ein Grund war die Verlängerung mit Privatsender RTL – bis Ende 2020 zeigen die Kölner die Königsklasse des Motorsports komplett live. Dass dies nun – abseits von F1TV – exklusiv der Fall war, tat auch den Einschaltquoten in diesem Jahr gut.

Die Formel1-Bilanz 2018 fällt recht positiv aus: Die 21 Rennen der Saison 2018 sahen durchschnittlich 4,54 Zuschauer, das entspricht einer Steigerung von 150.000 gegenüber dem Vorjahr. Allerdings muss man sagen: Etwa 300.000 sind ausgestiegen, denn 2017 noch zählten die Sky-Übertragungen im Schnitt an die 500.000 Fans. RTL erklärt dies auch mit dem Saisonverlauf und der frühen Entscheidung im Kampf um den Weltmeistertitel. Spätestens nach dem Großen Preis von Singapur verlor das silber-rote Duell an der WM-Spitze jedoch an Brisanz, bereits vier Rennen vor Schluss war die WM in Mexiko entschieden.

Insgesamt lagen die Live-Übertragungen in der Saison 2018 zwölf Mal über den Zahlen im Vorjahr. RTL profitierte nach eigenen Angaben auch von den geänderten Startzeiten. In der Regel werden Europa-Rennen nun um 15.10 Uhr begonnen, nicht mehr um 14 Uhr wie früher. RTL-Sportchef Manfred Loppe sagt: „Dass wir angesichts der schwierigen Wettbewerbssituation im TV-Markt im Allgemeinen, der Fußball-WM 2018 und dem frühzeitigen Titelgewinn von Lewis Hamilton dennoch um 150.000 Zuschauer gegenüber dem Vorjahr zulegen konnten, verbuchen wir als vollen Erfolg. Die Formel 1 hat sich einmal mehr als eine herausragende Sportmarke erwiesen, die auch weiterhin Wachstumspotentiale hat. Mein besonderer Dank gilt dem gesamten Team ebenso wie unseren drei Experten Nico Rosberg, Timo Glock und Christian Danner. Alle drei haben uns und auch die Zuschauer überzeugt. In umfangreichen Umfragen haben sie unserem Trio attestiert, dass sie ein Höchstmaß an Kompetenz mit einer wohltuenden Frische und Leichtigkeit vereinen.“

Und Loppe wagt auch einen Blick auf die Saison 2019, die kommenden März beginnt: „Für das kommende Jahr erwarten wir vor dem Hintergrund der umfangreichen Regeländerungen einen noch intensiveren Wettbewerb, in dem sich vermutlich insbesondere Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Red-Bull-Pilot Max Verstappen auf Augenhöhe bekämpfen werden. Darauf freuen wir uns schon jetzt.“

Ein Blick in die Glaskugel – was kommen könnte in der Bundesliga


Spätestens 2019 dürfte die Gerüchteküche über die neuen Fernsehverträge rund um die Bundesliga wieder an Fahrt aufnehmen. Die Vergabe der TV-Rechte im Zyklus 21 bis 25 wird wohl Mitte 2020 erfolgen – somit übrigens halbwegs parallel zur Vergabe des nächsten Rechte-Zyklus zur Champions League. Es dürfte in diesem Punkt ein spannender Sommer 2020 werden. Schon jetzt aber gibt es Planungen, Gespräche und erste Beschlüsse für die nächste Bundesliga-Periode. So wurde etwa festgelegt, dass es ab Sommer 2021 keine Erstliga-Montagsspiele mehr geben soll. Dafür findet ab dann an zehn Sonntagen ein drittes Erstligaspiel statt. Wir lassen hier mal den Spekulationen freien Lauf und sagen, wie die Bundesliga den Spielplan gestalten könnte und wer TV-Partner sein könnte.

Der Spielplan in Liga 1
Hier sind die wohl geringsten Änderungen zu erwarten. Weder freitags um 20.30 Uhr noch samstags um 18.30 Uhr dürfte es Verschiebungen geben. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass die Liga noch mehr Spiele von der von Fans so geliebten Anstoßzeit samstags um 15.30  Uhr entfernt. Eventuell kommt es aber zu Änderungen am Sonntag. An jetzt zehn Spieltagen wird ein drittes Spiel eingeführt. Wo werden diese Spiele platziert? Sonntags um 13.30 Uhr – und somit zu einer für zweite Liga und Amateurclubs unfreundlichen Zeit? Oder wagt man sich vielleicht noch einmal an ein Primetime-Spiel um 20.30 Uhr? Der Sonntag birgt also das meiste Überraschungspotential.

Der Spielplan in Liga 2
Durch den Beschluss die erste Liga vom Montag zu nehmen, fallen der zweiten Liga wieder fünf Montags-Spiele abends um 20.30 Uhr mehr zu. Gleichzeitig beauftragten die Klubs die Liga zu prüfen, ob sich wesentliche Mehreinnahmen durch die Einführung eines Spiels am Samstagabend gegen 20.30 Uhr erzielen ließen. Möglich wäre hier, dass dafür ein Spiel von Samstag um 13 Uhr in die Primetime rutscht. Ansonsten dürfte es bei Anstoßzeiten freitags um 18.30 Uhr, am Samstagmittag und am frühen Sonntag bleiben.

Die Paketierung
Wohl die spannendste Frage. Wie schnürt die Liga ihre neuen TV-Pakete? So könnte es durchaus interessant sein, ob die Liga Einzelspiel und Konferenz am Samstagnachmittag getrennt voneinander anbietet. So müsste Sky nicht mehr alle Einzelspiele erwerben. Als ziemlich sicher gilt, dass die Topspiele am Samstagabend ein Paket bleiben. Die Spiele am Sonntag und Freitag werden wohl – wie auch immer verteilt – ein weiteres Paket bilden.

In Liga 2 stellt sich die Frage, ob diese wieder ausschließlich en bloc verkauft wird, oder ob die DFL den Weg freimacht und eventuell die Topspiele am Montag aus dem Paket herauslöst und somit für etwas Wettbewerb unter den Brodcastern sorgt. Im Free-TV dürfte sich nichts Wesentliches ändern. Es gibt aktuell keinen Bedarf, den Fortbestand der «Sportschau»  um 18.30 Uhr ernsthaft zu diskutieren.

Wer könnte zum Zuge kommen?
Als sehr sicher gilt, dass Sky weiterhin wichtigster Partner der Liga bleibt. Die Bundesliga ist die DNA von Sky – allerdings nicht mehr in dieser Eindeutigkeit wie vielleicht noch vor zehn Jahren. Aktuell zeigt Sky 45 Bundesliga-Spiele (inklusive Supercup und Relegation) nicht. Es ist durchaus im Bereich des Vorstellbaren, dass sich diese Zahl ab Sommer 2021 noch einmal erhöhen wird. Dass Eurosport nochmal Lust auf das Abenteuer Bundesliga hat, ist derweil nicht gesagt. Unsere Einschätzung: Die Live-Rechte verteilen sich in der nächsten Rechteperiode auf zwei Partner, ein kleineres Paket geht an DAZN. Die spannendste Frage ist vielleicht: Wie positioniert sich Sky zu Liga 2? In Italien hatte sich das dortige Sky jüngst von der Serie B getrennt, auch in Österreich ist die zweite Liga nicht mehr bei Sky zu sehen.

Im Free-TV bleiben ARD und ZDF die wichtigsten Partner, für das Privatfernsehen ist die Bundesliga angesichts der Kosten nicht attraktiv. Zudem erfolgt die Zuschauerbindung nur langsam, wie jüngst Nitro mit «100% Bundesliga» erleben musste. Es wäre also nicht überraschend, wenn Nitro die Rechte hier abgeben würde. Nicht zu erwarten ist derweil ein Einstieg der FAANG-Player. Weder für Amazon, noch für Google oder Facebook würde dieses kostenintensive Modell aktuell wirklich Sinn machen.
 

Quotenbox


Winterzeit, Skispringen-Zeit. Doch noch ist das Fieber beim Publikum nicht ausgebrochen: Am Samstag, den 1. Dezember holte der Skispringen-Weltcup im ZDF ab 15.50 Uhr nur 2,02 Millionen Menschen an die Mattscheiben, das glich leicht überdurchschnittlichen 13,7 Prozent Marktanteil. 0,13 Millionen 14- bis 49-Jährige bedeuteten unterdessen dürftige 3,1 Prozent. Dafür florierte König Fußball: Am Samstag fuhr die Bundesliga-Konferenz bei Sky einen neuen Saisonrekord ein. 1,58 Millionen Fußballfans waren ab 15.30 Uhr beim Pay-TV-Anbieter mit an Bord. Das führte zu mehr als beeindruckenden 11,0 Prozent Marktanteil. Bei den Werberelevanten lief es mit 16,9 Prozent Marktanteil noch stattlicher. Und am Sonntag war das ProSieben-Maxx-Publikum mal wieder süchtig nach Football. Die Begegnung der Baltimore Ravens mit ihren Gastgebern aus Atlanta, den Falcons, kam ab 19.05 Uhr auf 0,53 bis 0,59 Millionen Sportfans ab drei Jahren. Die Zielgruppenreichweite begann bei 0,42 Millionen mit dem ersten Viertel und kletterte bis zum letzten Viertel auf 0,49 Millionen. Die großartigen Marktanteile lagen zwischen 1,6 und 1,9 Prozent bei allen sowie zwischen 3,7 und 4,8 Prozent bei den Umworbenen.

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