Quotencheck

«Dinner Party - Der Late-Night-Talk»

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Dank einer Drittsendelizenz befindet sich die nächtliche Gesprächsrunde mit Oliver Pocher nach wie vor im Programm von Sat.1 - trotz anhaltend desolater Einschaltquoten.

Schon seit Jahren kämpft insbesondere Sat.1 darum, die Formate, die dem Privatsender aufgrund von Drittsendelizenzen aufgedrückt werden, loszuwerden. Der Hauptgrund für die senderseitige Aversion gegen diese Sendungen ist in erster Linie die Tatsache, dass man schon einst mit «Planetopia» , aber eben auch heutzutage mit «Grenzenlos»  oder eben «Dinner Party - Der Late-Night-Talk»  durchweg schlechte Erfahrungen hinsichtlich deren Zugkraft gemacht hat und regelmäßig Ladenhüter durch das eigene Aufgebot schleppen muss, welche die Quotenbilanz deutlich nach unten ziehen. Oliver Pocher und Ariana Baborie, die seit diesem Jahr durch den seit Mai vergangenen Jahres laufenden und zunächst von Marlene Lufen moderierten Talk führen, stellen hier keine Ausnahme: Fast immer lief es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gegen 0:15 Uhr katastrophal schlecht.

So lesen sich zwar die Anfang Mai erreichten 3,9 und 4,1 Prozent Gesamt-Marktanteil bei bestenfalls 0,30 Millionen Zuschauern ziemlich mies, wenn man den Sat.1-Senderschnitt als Bezugsgröße zurate zieht, doch in dem von uns analysierten Zeitraum von Mai bis Mitte September erreichten diese beiden Episoden tatsächlich schon die zweit- bzw. dritthöchsten Werte. Dass da in der Tat noch viel Luft nach unten ist, zeigte sich etwa am dritten Mai-Dienstag mit unglaublich schwachen 2,0 Prozent bei 0,15 Millionen, bevor es zum Monatsende dann immerhin wieder auf 3,6 Prozent bei 0,26 Millionen hinauf ging. In der werberelevanten Zielgruppe punktete letztgenannte Ausgabe mit 4,8 Prozent bei 0,15 Millionen am ehesten, den Monatstiefpunkt markierte auch hier die dritte Mai-Folge mit 2,6 Prozent bei 0,08 Millionen.

Die Monate darauf glänzten nicht gerade mit numerischem Abwechslungsreichtum und lagen in der Tat in den allermeisten Fällen bei Werten zwischen zwei und fünf Prozent in beiden Konsumentengruppen, wobei mehr als vier Prozent grundsätzlich nur bei den 14- bis 49-Jährigen erreicht wurde. Mit einer Ausnahme: Die Folge vom 12. Juni überragte die gesamte restliche Ausstrahlungsperiode mit 0,37 Millionen Interessenten sowie 5,2 Prozent eindeutig, bei den Werberelevanten wurden fast schon mittelmäßige 7,3 Prozent bei 0,19 Millionen Zuschauern verbucht. Wie vergänglich diese Eintagsfliege war, zeigte sich allerdings schon eine Woche später wieder sehr eindrucksvoll, als auf einmal wieder nur 2,1 und 2,2 Prozent bei 0,15 Millionen ausgewiesen wurden.

Einer Schmach gaben sich Pocher und Baborie allerdings fast nie hin: Weniger als zwei Prozent in einer der beiden wichtigsten Zuschauergruppen zu erzielen. Fast nie, da es einmal doch zu diesem Totalausfall kam, genauer gesagt am letzten Juli-Dienstag: Atemberaubend schlechte 1,1 Prozent der jüngeren Zuschauer wurden bei nur noch 0,03 Millionen Interessenten erzielt, zwei Wochen später wurde dann allerdings mit 5,0 Prozent bei 0,14 Millionen wiederum der zweithöchste Marktanteil im gesamten Ausstrahlungszeitraum eingefahren. Das bringt zum Ausdruck, dass die Sendung zwar immer wieder mal richtig schlechte und nicht ganz so schlechte Tage hatte, eine nennenswerte Entwicklung der Einschaltquoten nach oben oder unten allerdings nicht auszumachen war.

Durchschnittlich erreichte «Dinner Party» in den vergangenen viereinhalb Monaten eine Zuschauerzahl von gerade einmal 0,21 Millionen, was selbst nach Mitternacht gerade einmal für 3,0 Prozent aller Fernsehenden langte. Damit wurde noch nicht einmal die Hälfte dessen verzeichnet, was Sat.1 gemeinhin zu leisten imstande ist, nämlich rund sechseinhalb Prozent. Ähnlich trist sah es auch in der klassischen werberelevanten Zielgruppe aus, wo letztlich 3,6 Prozent bei 0,10 Millionen auf dem Papier standen. Zum Vergleich: Sat.1 kam hier in der abgelaufenen Fernsehsaison auf 8,2 Prozent - also auch hier mehr als das Doppelte. Die Verantwortlichen von Sat.1 dürften also sehr froh sein, dass die Good-Times-Kreation immerhin nur nachts zu sehen ist, wo miese Einschaltquoten die Gesamtbilanz eines Senders nicht mehr allzu stark nach unten ziehen - und wahrscheinlich wenig Hoffnung haben, dass mit dem neuen Moderator Simon Beeck, der ab Oktober an Oliver Pochers Seite stehen wird, die Werte auf einmal in die Höhe schnellen.

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