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Sky-Sportchef Weber: ‚An Details arbeiten und leichter daherkommen‘

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Zum Start der neuen Bundesligasaison sprachen wir mit dem neuen Sky-Sportchef Burkhard Weber über die Veränderungen der Bundesliga-Berichterstattung, über «Samstag Live», das Thema Boxen und die Probleme in der DEL.

Herr Weber, bei Ihrem Amtsantritt sagten Sie, Sie seien langjähriger Sky-Kunde, Sie kennen also das Sportprogramm von Premiere/Sky. Was würden Sie sich denn ins Sportprogramm zurückwünschen?
Boxen. (zeigt auf zwei Magazine, die vor uns auf dem Tisch liegen)

Sie haben sich schon ausgestattet…
Ich habe gelesen, dass David Haye auch eine eigene Zeitschrift hat und jetzt waren die Kollegen kürzlich in Silverstone. Ich bat sie, mir dieses Heft mitzubringen, das mir eben heute Morgen zugeschickt wurde. Das liegt jetzt aber wirklich zufällig hier vor uns. Boxen ist einfach Pay-TV. Es ist toll hochwertige Kämpfe im Programm zu haben, für mich ist aber auch wichtig, dass es eine Konzeption gibt. Und dafür brauche ich einen „deutschen Helden“. Ich war früher bei RTL und dort haben wir das Thema Boxen für uns entwickelt. Das war sicherlich auch ein Glücksfall einen Mann wie Maske oder Schulz zu haben. Einen solchen Helden brauchen wir.

Sie müssen auch schauen, ob Sie diesen Helden dann so groß machen können…
Ja, damals hieß es immer: RTL hätte Maske groß gemacht. Wäre er kein großer Boxer gewesen, dann wäre das alles gar nicht möglich gewesen. Sie können niemanden in den Ring stellen, der dann nicht auch die entsprechende Leistung bringt. Wir müssen jetzt einfach schauen: Gibt es einen solchen Sportler oder gibt es den nicht?

Hat Boxen hohe Priorität? Ich sprach vorhin noch mit ihrem Sport-Kommunikationschefüber den Klitschko-Kampf, der bei BSkyB sogar als Pay-Per-View-Fight verkauft wurde…
Ab einem gewissen Punkt ist Pay-Per-View sicherlich interessant…
Das wäre ja noch einmal ein Schritt weiter…
Also ich würde Boxen gerne bei Sky zeigen, aber ich bin erst seit dem 6. Juni hier. Ich muss noch viel im Haus kennenlernen. Boxen hat nicht oberste Priorität.

Die liegt bei der Bundesliga.
Allgemein beim Thema Fußball.

Aber fangen wir mit der Bundesliga an. Einige Neuerungen sind schon bekannt, andere werden Sie uns jetzt verraten.
Wir setzen das fort, was wir schon vergangene Saison getestet haben. Die Vorberichte am Samstag zur Bundesliga beginnen weiterhin bereits um 14.30 Uhr. Wir haben eine Auswertung gemacht und festgestellt, wir haben Zuschauer gewonnen, obwohl wir gegeneinander, also gegen die 2. Liga, gesendet haben. Dann hat man mir ins Buch geschrieben, ich möge das Topspiel neu erfinden. Wir erfinden jetzt Fernsehen nicht neu, aber man kann sicherlich verschiedene Elemente nehmen und schauen, dass man so einen Mehrwert für den Zuschauer schafft. Sie wissen, dass die Vorberichte zum Topspiel am Samstag künftig schon um 17.30 Uhr beginnen – wir haben also eine Stunde Vorlauf. Ich selbst bin ein großer Freund von US-Sportübertragungen. Dort setzt man stets auf Expertenteams. Bei uns gab es ja in der Regel immer einen Stehtisch mit Moderator und einem Experten. Wir werden jetzt in der kommenden Saison einen größeren Tisch nehmen – nicht in Nussbaum, nicht in Eiche – sondern im Sky-Look und setzen einen Moderator mit drei Experten dran. Wir freuen uns, dass der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Markus Merk unserem Team angehören wird.

Wer wird der zweite Experte?
Künftig wird der U17-Nationaltrainer Steffen Freund samstags das Geschehen bei uns analysieren.

Diese Experten sind dann jeden Samstagabend zu sehen?
Korrekt, Sebastian Hellmann wird diese drei Experten jeden Samstag zum Topspiel begrüßen.

Senden Sie dann aus einem größeren Studio im Stadion?
Wir wollen näher an die Fans rücken – wir müssen auf dem Rasen sein. Dort brauchen wir eine Fläche von vier Mal vier Metern – die DFL hat uns das erlaubt. Wir dürfen unseren Sky-Tisch direkt auf dem Rasen aufbauen – natürlich werden wir die Spieler bei ihrem Aufwärmprogramm nicht stören. Wir suchen uns also einen schönen Platz irgendwo auf dem Feld. Wenn wir samstags um 17.30 Uhr auf den Sender gehen, haben wir in den ersten Minuten noch einmal die wichtigsten Szenen der Nachmittagsspiele. Nach den ersten zehn Minuten wollen wir dann auch schon direkt auf das Topspiel hinführen. Wir werden aktuelle Berichte zu den Mannschaften liefern und die Teams analysieren.

Und dann geht es um 18.20 Uhr hoch zum Kommentator…
Richtig, das ist jetzt ein Kommentatoren-Paar. Als Co-Kommentator werden wir einen unserer Sky-Experten haben: Stefan Effenberg oder Jens Lehmann und vielleicht auch mal Franz Beckenbauer.

Sie verlagern Ihren Experten demnach nach oben.
In diesem Fall ja. Grundsätzlich möchte ich aber nicht mehr so sklavisch sein. Wenn wir am Samstagnachmittag zwei Topspiele haben, dann werden wir Franz Beckenbauer vielleicht mal nach Ismaning ins Studio einladen – wir wollen auf die aktuelle Situation des Spieltags reagieren und eben nicht sagen: Wir machen das seit zehn Jahren und das darf man nicht ändern.

Marcel Reif war stets der Topspiel-Kommentator. Ich weiß aber auch, dass Marcel Reif nicht der beste Freund von Co-Kommentatoren ist.
Das ist richtig. Es wird nicht immer Marcel Reif sein, der das Topspiel macht, in der Regel setzen wir Kai Dittmann ein, aber Marcel Reif wird auch einige Spiele begleiten. Wir haben mit ihm gesprochen, er kann sich das vorstellen. Es ist etwas Neues für ihn. Ich habe Marcel Reif damals vom ZDF zu RTL geholt, ich weiß wie er in dieser Frage tickt – aber er zeigte sich dieser Neuerung gegenüber aufgeschlossen.

Marcel Reif bleibt auch ihr Chefkommentator.
Selbstverständlich. Marcel Reif ist für mich der beste Fußballkommentator Deutschlands.

Ihr Experten-Team bleibt unverändert?
Lars Ricken ist nicht mehr dabei, er ist als Nachwuchskoordinator in Dortmund gerade am Wochenende einfach sehr eingespannt. Ansonsten bleibt alles beim Alten. Stefan Effenberg zum Beispiel freut sich sehr auf seine Einsätze als Co-Kommentator. Wenn dem Experten oben etwas auffällt – Thema Mehrwert für den Zuschauer – und wir können dies durch eine Grafik untermauern, dann werden wir aus dem Spiel rausgehen. Wir setzen dann auf einen Splitscreen, blenden eine entsprechende Grafik ein. Stefan Effenberg kann so beispielsweise erklären: Bei Bayern geht heute über rechts gar nichts, weil Rafinha das und das falsch macht. Der Zuschauer sieht das anhand der Grafik, er sagt sich: Wow, jetzt habe ich das auch verstanden. Maximal wird das zwei Mal pro Halbzeit passieren, maximal 40 Sekunden lang.

Kommt für Lars Ricken ein neuer Experte hinzu?
Nein, wir haben jetzt unsere neue Runde am Samstagabend, darauf konzentrieren wir uns. Das ist auch für Sebastian Hellmann eine ganz neue Situation – es soll ja eine Diskussion am Sky-Tisch entstehen. Im nächsten Schritt, vielleicht nach sechs oder sieben Spieltagen, werden die Experten auch selbst Grafiken zeichnen und am Touchscreen agieren.

Nachmittags moderieren weiterhin Dieter Nickles und Jan Henkel?
Jessica Kastrop gehört auch noch dazu. Wir wollen da nicht so festgefahren denken. Für mich fällt das alles unter Fußball – und da verstehen wir uns als Team. Wir müssen schauen, wie wir das hinkriegen, ohne dass man sagt, das sind jetzt die vier Gesellschaften DFB-Pokal, Bundesliga, Champions League und Euro League. Ein bisschen Wechsel tut da sicher nicht weh.

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