Seit Jahren liegen die Mainzer fast durchgängig im Senderranking ganz vorne - nicht zuletzt dank ihrer starken Primetime. In dieser Woche lief es allerdings nicht ganz so gut, da der Dreiteiler «Der gleiche Himmel» auf hohem Niveau enttäuschte und «ZDFzeit» besonders mies lief.
Die monatlichen Analysen zum Fernsehmarkt vermitteln schon seit geraumer Zeit fast immer sehr ähnliche Kernbotschaften: Für die Privaten geht es mit Ausnahme des überraschend starken VOX seit geraumer Zeit signifikant bergab, während ARD und insbesondere ZDF ihr Niveau weitgehend konstant zu halten wissen. Aber warum? Die drei größeren Erfolgssender unserer Zeit eint letztlich einerseits die Tatsache, in der Daytime die einzigen spannenden Impulse der jüngeren Vergangenheit gesetzt zu haben - Das Erste mit dem Quiz-Vorabend, das ZDF mit «Bares für Rares» und VOX mit seinen frauenaffinen Dokusoaps, zu deren Gunsten man das Schmuddelgenre Scripted Reality weitgehend aus dem Programmablauf verbannt hat. Und dann wäre da noch die Primetime, in der es genannten Sendern ebenfalls am besten gelingt, beinahe die gesamte Woche erfolgreich zu gestalten. Ganz klar vorne liegt am Abend zumindest beim Gesamtpublikum das Zweite.
Angesichts dessen war die vergangene Woche fast schon eine Enttäuschung, was in erster Linie dem DDR-Dreiteiler «Der geteilte Himmel» geschuldet war. Nach einem ordentlichen, aber für ZDF-Verhältnisse eben auch schon nicht überragenden Auftakt mit 4,68 Millionen Interessenten und 15,0 Prozent Marktanteil verlor das Projekt am Mittwoch und Donnerstag deutlich an Strahlkraft und erzielte nur noch 4,11 und 4,08 Millionen sowie jeweils gut 13 Prozent. Als schlecht kann man diese Zahlen wohl kaum bezeichnen, ohne sich den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, jedes Gefühl für Verhältnismäßigkeiten verloren zu haben. Gleichwohl sagen die nackten Zahlen aber auch: Nur die traditionell schwachen Dienstags-Dokus, zwei Samstagabend-Shows sowie eine «Inga Lindström»-Wiederholung am Mittwoch, die lediglich als Lückenfüller gegen das zeitgleich im Ersten ausgestrahlte Länderspiel Deutschlands gegen England gezeigt wurde, liefen in diesem Monat schwächer als die beiden späteren 90-Minüter. Da hatte man sich wohl schon etwas mehr erhofft.
Beim jungen Publikum wiederum platzierte sich Nelson Müllers erster Lebensmittel-Test mit 1,09 Millionen und 10,6 Prozent sogar ziemlich weit vorne, lediglich die Champions League sowie drei Krimis liefen noch besser. Relativ weit unten dagegen waren die Sonntagsfilme angesiedelt, die in der Regel nur um die sechs Prozent erreichten. In den vergangenen Tagen lief es hier mit Abstand am besten für den Samstagskrimi «Ein starkes Team», das tolle 12,3 Prozent bei 1,20 Millionen erreichte und überdies auch insgesamt auf richtig starke 6,87 Millionen und 22,1 Prozent gelangte, während der DDR-Dreiteiler nur zu Beginn wirklich erfreuliche 8,9 Prozent verbuchte, bevor er auch hier auf unspektakuläre 6,7 und 6,8 Prozent zurückfiel.• Bares für Rares • Charité • Das Jahrhunderthaus • Das Spiel beginnt! • Der Alte • Der Bergdoktor • Der geteilte Himmel • Der gleiche Himmel • Ein starkes Team • Goldene Kamera • Inga Lindström • Lena Lorenz • Mensch Schröder • ZDFzeit
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