Heute Abend zeigt RTL II die Auftaktfolge von «Achtung, die Dietrichs kommen!». Dabei hat der Sender aus einer spannenden Idee nur wenig gemacht…
Die „da oben“ gegen die „da unten“. Auf der einen Seite die Eliten, deren vorrangiges Ziel es ist, sich selbst zu bereichern. Auf der anderen Seite die breite Masse, die sich bevormunden und ausbeuten lässt. Dieses Bild zeichnen Populisten bei AfD und Pegida nur allzu gern. Aber auch ganz objektiv gesehen, abseits abenteuerlich-populistischer Anschauungen, kann eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft in einigen Hinsichten nicht von der Hand gewiesen werden. Beispielsweise, wenn man von sozialer Gerechtigkeit spricht.
Die neue RTL II-Sendung «Achtung, die Dietrichs kommen! – Das Leben der etwas anderen Millionärsfamilie» knüpft exakt an dieser Stelle an. Genau genommen handelt das Format von einer vierköpfigen Familie, die nach einem unverhofften Erbe von 13 Millionen Euro zu den oberen 10.000 gehört und es so richtig krachen lässt. Nur: Ahnung vom Leben in der High Society hat die Familie nicht. Ob auf der Luxusyacht oder im Nobelrestaurant: Wo die Dietrichs auftauchen, benehmen sie sich daneben und verbreiten Chaos. Erst später stellt sich heraus, dass es sich bei den Dietrichs nicht um die angenommenen Chaoten, sondern um die vier Comedians Markus Krebs, Christiane Olivier, JayJay Jackpot und Tobias von Freyend handelt, die ihr Umfeld gehörig auf den Arm genommen haben.
Das Hauptproblem des Formats ist dabei, dass die vier Hauptcharaktere viel zu überzeichnet daherkommen. Das wirkt sehr übers Ziel hinausgeschossen. Hinzukommt, dass die Mittel, mit denen die Dietrichs provozieren, häufig ziemlich primitiv sind. Dass Vater Jürgen vor den Augen eines der "Opfer" in der Sendung vermeintlich öffentlich uriniert, hat mit gutem Geschmack nicht viel zu tun. An ein klassisches Comedy-Format erinnern «Die Dietrichs» tatsächlich kaum, für echte Lacher sorgt die 45-minütige Auftaktfolge nur selten. Ein bisschen weniger Krawall, ein bisschen mehr Comedy: Das hätte der Sendung gewiss gut getan.

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