3 Quotengeheimnisse

Mit null Zuschauern zum Tagessieg

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Der etwas andere Wochenrückblick auf kleine, feine und bisher verborgene Quotensensationen – diesmal mit Ermittlern, Filmen, Musik und Trödel.

Quotenexplosion bei VIVA


Der Musiksender VIVA, der aktuell morgens und bis nachmittags sendet, ist ein Stück aus den Köpfen der Jugend verschwunden. Die durchschnittlichen Reichweiten des Kanals belegen das. Läuft’s gut, kommen die einzelnen Musikstrecken auf 50.000 bis 60.000 Zuschauer. Ausnahmen aber bestätigen die Regel. Und so lösten die am Dienstagmittag gezeigten «Top 20 Single Charts» einen heftigen Sprung nach oben aus. Der Musikkanal freute sich zu diesem Zeitpunkt über durchschnittlich 0,14 Millionen Zusehende. Und auch sonst lief es am Dienstagvormittag richtig gut für den Musiksender. Schon das um elf Uhr gezeigte «Music» lief mit im Schnitt 0,12 Millionen Fans klar besser als sonst.

Zum Vergleich: Am Tag zuvor hatten die Musiksendungen von VIVA am Vormittag und Mittag 0,03 und 0,04 Millionen Zusehende ab drei Jahren.

Mit null Zuschauern an die Spitze


Die Debatte um die Korrektheit von Quoten im Pay-TV ist in diesen Tagen in vollem Gange. Sky Deutschland will nun ein eigenes und größeres Messpanel aufbauen und erhofft sich davon eine Steigerung der ausgewiesenen Reichweiten. Zu dieser Debatte passt eine kleine Kuriosität vom vergangenen Mittwoch. Da landete bei TNT Film nämlich eine Produktion auf dem sender-internen ersten Platz, die nach AGF-Quotenausweisung null Zuschauer hatte. Der ab 21.45 Uhr gezeigte Film «Training Day». Ergo kam kein einziger Film des Senders am Mittwoch auf eine messbare Zuseherzahl.

Das ist für TNT Film, der nicht dafür bekannt ist, regelmäßig für Schlagzeilen in Sachen Zuschauerzahlen zu sorgen, schon eine kleine Seltenheit. Am Tag zuvor, also am Dienstag, hatte übrigens der Primetime-Film «All about the Money» mit etwa 30.000 Zuschauern gewonnen.

Vorabend-Rekorde


Dem Sat.1-Format um 19 Uhr, «Fahndung Deutschland», steht eine ungewisse Zukunft bevor. Die Live-Sendung, abwechselnd von Simone Panteleit und Karen Heinrichs moderiert, bespielt seit Mai den Vorabendslot – und macht das recht ordentlich. Dennoch will Sender Sat.1 im Herbst neue Formate zu dieser Zeit testen. Doch kommt diese Entscheidung zu einer wenig passenden Zeit? Gerade die zurückliegende Woche startete doch sehr vielversprechend. Sowohl am Montag als auch am Dienstag holte das Format 9,1 Prozent Marktanteil bei den Umworbenen – und das, obwohl das zuvor gesendete «Auf Streife: Die Spezialisten» mit 9,9 und 10,9 Prozent in der Zielgruppe deutlich schwächer lief als sonst. Am Mittwoch dann generierte die Live-Sendung aus Berlin immer noch gute 8,1 Prozent bei den Jungen. Ein wenig aus der Reihe fiel letztlich nur der Freitag, als das Magazin nur etwas mehr als sieben Prozent kam.

Und auch sonst sprechen die Werte für sich: Bis dato war die Premierenwoche mit im Schnitt 8,4 Prozent in der Zielgruppe die erfolgreichste, Mitte Juli kam man diesem Wert mit 8,2 Prozent aber schon wieder ziemlich nahe. Und jetzt standen in der zurückliegenden Woche wieder 8,4 Prozent auf dem Papier.

Nicht nur Sat.1 schlug sich am direkten Vorabend ziemlich ordentlich, auch kleinere Sender stellten neue Bestwerte auf: Da wäre zum Beispiel «Bares für Rares» zu nennen. Die Trödelshow mit Horst Lichter läuft seit wenigen Monaten auch bei ZDFneo und sollte dort die Access Prime auf Vordermann bringen. Was geglückt ist: Am Donnerstag holte die 19.25-Uhr-Folge mit 0,65 Millionen Zuschauern die bisher beste Reichweite bei ZDFneo und stellte damit den Mittwochs-Rekord (0,61 Millionen) direkt wieder ein – und ist somit deutlich erfolgreicher als früher dort gezeigte Krimiware. Im Gesamtmarkt wurden starke 3,0 Prozent Marktanteil generiert – womit man rund beim Doppelten des sonstigen Senderniveaus lag.

Und auch Sat.1 Gold fährt mit seinen Ermittler-Doku-Wiederholungen ziemlich gut. 0,68 und 0,71 Millionen Menschen sahen alte Ausgaben von «K 11» am Mittwochvorabend ab 19.25 Uhr. Das entsprach einem Marktanteil von tollen 4,2 und 3,7 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

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