Die Show der großen Gefühle kehrte am Dienstagabend zurück zu Sat.1 - und schien nie weg gewesen zu sein. Gehörigen Anteil am gelungenen Comeback hatte auch der ewig unterschätzte Wayne Carpendale.
Lobend zu erwähnen ist auch die Auswahl der Kandidaten, die fast ausnahmslos eine spannende Geschichte zu erzählen haben und einen gewissen natürlichen Unterhaltungsfaktor besitzen - wohlgemerkt einen natürlichen, keinen aufgesetzten und überkandidelten, woran zuvor noch «Deal or No Deal» krankte. Und wenn die Telegenität mal zu wünschen übrig lässt, gelingt es durch eine gekonnte Inszenierung, dies zu kaschieren. So etwa bei einer sechsfachen Mutter aus dem Kosovo, die von ihren Kindern überrascht werden soll - und nicht allzu gesprächig daherkommt. Dagegen ist der Talk zwischen Carpendale und einer 85-jährigen Frau, die noch einmal ihren in Australien lebenden Bruder sehen möchte, ebenso herzlich wie amüsant. Entsprechend rückt man hier den Fokus mehr auf die betagte Dame, die ihr Vertrauen dem Moderator gegenüber damit begründet, dass er doch "der Sohn von Howard Carpendale" sei.
Große Gefühle, glühende Herzen und Glücks-Tränen: Moderator Wayne Carpendale bringt in «Nur die Liebe zählt» zusammen, was zusammengehört.
Einen gehörigen Anteil am Gelingen der Show hat natürlich auch Wayne Carpendale, der die nicht ganz einfache Aufgabe hat, Pflaume würdig zu ersetzen - der immerhin fast zwei Dekaden lang die Show präsentierte. Umso höher ist ihm anzurechnen, dass er auf Anhieb mit seinem eigenen Stil zu punkten weiß und kein einziges Mal unsicher daherkommt. Er wirkt herzlich, authentisch und ernsthaft interessiert an seinen Kandidaten und hat augenscheinlich keinerlei Schwierigkeiten dabei, auf diese zuzugehen und mit ihnen zu interagieren. Sein Hang zur Selbstironie und Schlagfertigkeit ist insbesondere in einer Sendung angenehm, die ansonsten wenig humoristische Elemente beinhaltet und somit droht, etwas zu ernst zu geraten. Noch etwas mehr im Zaum halten darf Carpendale allerdings den Drang, permanent zu lächeln oder grinsen - denn hier fühlt man sich dann manchmal schon an das etwas unfaire Image erinnert, das ihm seit Jahren anhaftet: Das des schmierigen Schönlings, dessen größtes Talent ist, der Sohn eines bekannten Musikers zu sein.
Insgesamt ist den Machern von «Nur die Liebe zählt» kaum etwas vorzuwerfen, weshalb man ohne jeden Zweifel von einem gelungenen Comeback sprechen kann. Wie langlebig es ausfallen wird, hängt letztlich aber primär wieder einmal von den Einschaltquoten ab - die vor allem auch deshalb spannend zu beobachten sein werden, weil die Dienstags-Primetime in Sat.1 zuletzt fast immer mit deutschen Filmproduktionen bestückt wurde. Die Zahl der neuen Spielfilme für diesen Programmslot sank aber schon zuletzt deutlich, weshalb die Filmemacher mit einer gewissen Sorge auf dieses neue Konzept blicken, mit romatischer Färbung Quote zu generieren. Carpendale jedoch hätte sich den Erfolg verdient - und könnte weiter dazu beitragen, als Moderator ernst genommen zu werden.• Deal or No Deal • Nur die Liebe zählt
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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
17.12.2014 09:47 Uhr 1
bitte weitermachen nicht schon wieder aufhören