Lockt eine Liga, in der die Bayern scheinbar mühelos zum Titel marschieren die Zuschauer noch vor den Fernseher?
Die Luft scheint endgültig raus aus dem Titelrennen der Fußball-Bundesliga. Der FC Bayern München liegt uneinholbar vorne und zeigt nicht die leisesten Anzeichen dafür, in nächster Zeit zu schwächeln, geschweige denn Punkte liegen zu lassen. Die „Konkurrenz“ aus Dortmund, Leverkusen und Gelsenkirchen hängt nicht nur den Bayern, sondern auch den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher. Sorgt dieser Spannungsverlust an der Spitze dafür, dass die Fernsehzuschauer der Bundesliga überdrüssig werden?
Auffällig hoch waren die Zuschauerzahlen in der Folgesaison 2010/2011, als sich Borussia Dortmund völlig überraschend die Schale sicherte. 6 Millionen Fernsehende sahen, teilweise auch durch die WM angefixt, im Schnitt die Sportinstitution des deutschen Fernsehens. Das brachte dem Ersten damals durchschnittlich 23,4 Prozent Marktanteil ein. Allerdings war auch diese Spielzeit, gemessen an den Geschehnissen an der Tabellenspitze, nur mäßig spannend. Die Borussia hatte zu diesem Zeitpunkt stattliche zwölf Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger. Ist der Grund für die guten Zahlen also die Neugier auf ein Team, das niemand recht auf dem Zettel hatte und trotzdem die Liga aufmischte? Jedenfalls knackte die «Sportscha»u in den ersten sieben Samstagen der Rückrunde vier Mal die 6-Millionen-Marke und verbuchte am 21. Spieltag als Spitzenwert aller beobachteten Saisons tolle 7,02 Millionen Zuschauer. An diesem Sonnabend wurde eine Zusammenfassung des Revierderbys vom Vortag und des Sensationssiegs des 1.FC Köln gegen den FC Bayern nach 0:2-Rückstand gezeigt.
Zusammenfassend wird deutlich, dass die Begeisterung des Fußballfans für die «Sportschau» nicht von einem spannenden Ringen um die Meisterschaft abhängig ist. Die geringen Verluste an durchschnittlichen Zuschauern und durchschnittlichen Marktanteilen sind zu vernachlässigen. Vielmehr scheint es die Zuschauer anzuziehen, wenn eine Überraschungsmannschaft wie Dortmund 2011 den polarisierenden Bayern die Stirn bietet. Im Sommer steht wieder eine WM an, die das Interesse der mäßig Fußballinteressierten wieder exponentiell steigern könnte. Falls die von vielen Experten prophezeite Dominanz des Rekordmeisters jedoch über Jahre anhält, würde das wohl auch die «Sportschau» zu spüren bekommen.• Sportscha • Sportschau
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