Mit «Junior Chef» startete kabel eins am Dienstagabend eine sehr gut gemeinte, ehrliche Helfer-Dokusoap, die aufgrund mancher Schnitzer in der Umsetzung etwas hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.
Mit «Junior Chef» startete diesen Dienstagabend bei kabel eins ein weiteres Beispiel für eine löblich geartete Helfer-Dokusoap. Das grundlegende Konzept ist altbekannt (es geht um in Not geratene Betriebe), hat aber einen kleinen eigenen Dreh, durch den auch ein Generationenkonflikt-Aspekt Eingang in die Sendung findet: Die zweistündige Produktion stellt Familienbetriebe aus Deutschland vor, bei denen nicht mehr alles ganz rund läuft. Daher erhält der Nachwuchs der Seniorchefs für eine Woche das Kommando, obendrein ist den Juniorchefs die Unterstützung des Unternehmenscoach Thomas Ebrahim gewiss. In der Premierenfolge greift er der 23-Jährigen Jenny Klein unter die Arme, die in einem beschaulichen Ort bei Neuss zusammen mit ihren Eltern verzweifelt um das Überleben der gemeinsamgeführten Bäckerei kämpft. Discount-Bäckereien und Konkurenz aus der nahe gelegenen Stadt kosten dem über 110 Jahre alten Unternehmen die Kundschaft, und Jennys Eltern Anke und Wiljo sind strikt gegen jegliche Form der Änderung. Jenny wiederum hat allerlei Ideen, wie der Familienbetrieb gegen die Mitbewerber bestehen könnte.
Bevor die Analyse der zu behebenden Mängel im Betrieb beginnt und die Ummodelung der Bäckerei in Angriff genommen wird, blicken die Macher von «Junior Chef» ausführlich auf den Alltag in dem Familienbetrieb. Dieses ausgedehnte Porträt der Familie und ihrer gemeinsamen Arbeitsstätte hebt die Sendung auf eine Laufzeit von zwei Stunden und bremst die Dokusoap enorm aus. Dieser Einstieg macht zwar die Hilfesuchenden detailliert bekannt und sorgt so für einen weiteren Unterschied zwischen diesem Format und dem Genreprimus «Rach, der Restauranttester», allerdings ist er zu schleppend erzählt. Jedes Familienmitglied darf wiederholt mit tränenden Augen erklären, weshalb es an der Bäckerei hängt – was offensichtlich dazu gedacht ist, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Jenny und ihren Eltern aufzuzeigen, in dieser Bandbreite aber haarscharf daran vorbei schrammt, unnötig rührselig zu sein.• Junior Chef • Rach der Restauranttester
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