Mit «Frühstücksfernsehen» gelang es Olli Dittrich am Montagabend, den Sender aus der komödiantischen Bedeutungslosigkeit zu retten. Seine «MoMa»-Parodie war hervorragend.
In kaum einem Genre hinkt das Erste Deutsche Fernsehen seinem öffentlich-rechtlichen Konkurrenten ZDF so stark hinterher wie im Bereich Comedy und Satire. Während die Mainzer mit «Neues aus der Anstalt», «Pelzig hält sich» und der «heute-show» drei qualitativ herausragende und sogar hinsichtlich der Einschaltquoten richtig beachtlich laufende Vertreter im Angebot hat, liegt Das Erste hier seit Jahren brach. Der «Satire Gipfel» hat sich weitgehend in der Bedeutungslosigkeit verloren, «Das Ernste» war maximal unfreiwillig komisch und ansonsten gab es zuletzt kaum ernstzunehmende Versuche, mehr Witz in das angestaubte Programm zu bringen. Mit «Frühstücksfernsehen am Abend» gelang den Programmverantwortlichen nun nach langer Zeit endlich wieder ein Glücksgriff.
Ein großer Vorteil zu «Das Ernste» ist zudem, dass man hier auf Parodien konkreter Personen verzichtet. Man beschränkt sich stattdessen auf gewisse Prototypen, deren Merkmale vor allem Dittrich punktgenau auf die Leinwand bringt und muss sich deshalb nicht mit dem Problem auseinandersetzen, Optik und persönliche Eigenarten einer Person exakt nachzuahmen. Auch wenn nicht anzunehmen ist, dass man hier ähnlich geschludert hätte wie bei Florian Schröders missglücktem Versuch, Satire ins ARD-Programm zu bringen, erleichtert es die Arbeit ungemein - insbesondere dann, wenn das Budget nicht das allerhöchste ist.
Die Auftaktfolge von «Frühstücksfernsehen am Abend» ist jedenfalls ein Volltreffer, der die Wandlungsfähigkeit von Olli Dittrich ebenso eindrucksvoll zur Schau stellt wie dessen Auge für parodierbare Persönlichkeitsmuster und damit jede Sekunde des Formats wertvoller macht als zahlreiche andere Comedy-Shows. Die Parodie des «MoMas» gelingt gut, ohne das Vorbild wirklich in ein schlechtes Licht zu rücken. Allerdings verliert das Format deutlich, wenn man morgens so gar nicht fern sieht und deshalb das Original noch nie zu Gesicht bekommen hat. Und nunja, wer erst mal durch schale Pointen signalisiert bekommen muss, wann er etwas witzig zu finden hat, ist hier natürlich auch an der falschen Adresse und sollte seine Zeit lieber wieder mit Mario-Barth-Auftritten verschwenden.• Das Ernste • Dittrich • Frühstücksfernsehen am Abend • Kurts Nachrichten • MoMa • MoMas • Morgenmagazin • Morgenmagazins • Neues aus der Anstalt • Pelzig hält sich • Satire Gipfel • Stratmann • Tagesschau • heute-show
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