Quotencheck

«Big Brother» - die täglichen Folgen

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Ab Mitte August verschärfte sich die Quotensituation. Im Mai war der Große Bruder mit starken Werten gestartet.

Ab Mitte August verschärfte sich die Quotensituation. Im Mai war der Große Bruder mit starken Werten gestartet.

Groß waren sie, die Erwartungen an die elfte Staffel «Big Brother», die Anfang Mai 2011 ihren Anfang nahm. Kein Wunder, hatten es die Macher doch geschafft, mit der zehnten Staffel die erfolgreichste seit fünf Jahren auf das Parkett zu legen. Das erwähnten sie im Vorfeld auch gerne; und trugen somit selbst ein Stück weit dazu bei, die Messlatte ein wenig höher zu legen. Dass sich dieser Erfolg wiederholen lässt; daran glaubten aber die wenigsten und auch Ex-Endemol-Chef Borris Brandt sagte zum Start im Quotenmeter.de-Interview, dass er nicht davon ausgehe, dass die Quoten in solchen Höhen bleiben. Brandt hatte – wieder einmal – Recht. Dabei verlief der Start richtig gut. Die erste Tageszusammenfassung um 19.00 Uhr kam auf 9,6 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe, insgesamt schalteten 1,16 Millionen Menschen ab drei Jahren ein. Das war zugleich die höchste Quote der Woche, mit 7,1 Prozent wurden am ersten Sonntag die niedrigsten Werte gemessen. RTL II und Endemol konnten aber zufrieden sein; 8 Prozent im Wochenschnitt ließen sich sehen.

Der Große Bruder präsentierte sich in guter Form, kam in Woche zwei im Schnitt auf 7,8 Prozent, in Woche drei gar auf 8,5 Prozent bei den Werberelevanten. Das Konzept der Sommerstaffel schien aufzugehen; die Reichweiten stiegen leicht: Von 0,85 Millionen ab drei Jahren in Woche eins auf 0,89 Millionen in der dritten Woche. Besonders stark startete man in Sendewoche vier: Hier kam die Montags-Daily mit 9,6 Prozent auf sehr starke Werte, am Mittwoch kratzte das 19.00 Uhr-Format mit 9,9 Prozent sogar an der Marke zur Zweistelligkeit. 0,86 Millionen waren an diesem Tag insgesamt dabei. In Sendewoche fünf holte die elfte «Big Brother»-Staffel dann im Schnitt sogar 8,7 Prozent Marktanteil – und war somit nur minimal schwächer als die starke zehnte Staffel.

Ab Juni aber ging es bergab: 7,9, 7,8 und sogar nur noch 7,1 Prozent im Wochenschnitt – interessante Charaktere hatten sich verabschiedet, die Handlung im Haus plätscherte vor sich hin. Die Gesamtreichweite beeinflusste das aber noch wenig: In der dritten Juniwoche waren im Schnitt noch 0,82 Millionen Menschen ab drei Jahren dabei. Ende Juni sah es dann besonders bitter aus – das hatte aber auch seine Gründe. Die Frauen-Fußball-WM, die für überraschend starke Quoten sorgte, spielte bei dem Verfall der Quoten natürlich eine Rolle. Am Sonntag, 26. Juni, wurden um 19.00 Uhr zum Beispiel nur 3,6 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe gemessen. Auch in der Woche vom 27. Juni bis 3. Juli gingen die Quoten noch mehr in die Knie, 6,5 Prozent Marktanteil im Wochenschnitt sind für das verhältnismäßig treure «Big Brother» schon zu wenig.

Nach dem Ende der Frauen-WM erholten sich die Quoten wieder, kamen aber nie mehr auf den Stand von davor. Die Wochenschnitte im Juli: 7,5, 7,3, 7,7 und 7,8 Prozent bei den Umworbenen. Die Gesamtreichweite lag im Wochenschnitt zwischen 0,77 und 0,88 Millionen. Eine einzige Daily kam auf mehr als eine Million Zuschauer insgesamt, am 18. Juli wurden 1,05 Millionen gemessen. Zu diesem Zeitpunkt war die Verlängerung der Staffel schon beschlossen: Fünf Wochen hatte RTL II obendrauf gepackt – eine Fehlentscheidung, wie sich ab August zeigen sollte.
Noch mehr spannende Kandidaten mussten gehen, die Macher führten das Regelwerk ad absurdum, in dem sie Ex-Kandidaten wieder ins Haus ließen – der Frust bei den Fans war groß. Und das schlug sich auf die Marktanteile nieder. In der ersten August-Woche – mit Sicherheit keine einfache Sendezeit – kam «Big Brother» noch auf 7,3 Prozent in der Zielgruppe, eine Woche später waren es nur noch 6,8 Prozent, noch eine Woche später 7,1 Prozent. Und das, obwohl der Große Bruder diesmal nicht gegen ein großes Sportevent antreten musste. Am Wochenende stand oft die fünf vor dem Komma, sodass das teure Reality-Projekt nur noch auf Senderschnitt lief. Die Gesamtreichweiten gingen zum Wochenende hin auf teilweise 0,60 Millionen zurück. Ab dem 22. August verschärfte sich die Quotenkrise: Am Wochenende weniger als vier Prozent, im Wochenschnitt nur noch 6,1 Prozent Marktanteil – zu wenig für RTL II. Mit 6,0 Prozent war die vorletzte Sendewoche die am wenigsten erfolgreiche, die finale Woche schaffte es schließlich auf 6,1 Prozent in der Zielgruppe bei insgesamt 0,75 Millionen Zuschauern ab drei Jahren.

RTL II wäre also gut bedient gewesen, die elfte Runde diesmal nicht in eine Verlängerung zu schicken. Hätte das Finale wie einst angedacht am 8. August stattgefunden, so wäre die Staffel im Schnitt auf 7,7 Prozent Marktanteil gekommen. Dank der Verlängerung sinkt der durchschnittliche Wert nun auf 7,4 Prozent. Zum Vergleich: Die zehnte Staffel schaffte 10,6 Prozent. Die neunte Runde war übrigens noch einen Tick schlechter: Hier kam man wegen des extrem schwachen Starts zu Weihnachten auf nur 7,2 Prozent, holte aber nach einer Aufholjagd gegen Ende mehrfach zweistellige Werte. Diesmal lief es anders herum. 0,80 Millionen Menschen sahen im Schnitt die Tageszusammenfassungen der elften Staffel – in der Vorgängerrunde waren es (bei anderer Laufzeit) 1,06 Millionen ab drei Jahren. Dennoch: Mit dem erreichten Ergebnis liegt «Big Brother», was es auf Grund der Produktionskosten auch muss, weit über dem Senderschnitt.

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