Eine der größten Branchenüberraschungen dieses Jahres war zweifelsohne der Wechsel Matthias Opdenhövels zur ARD. Schließlich konnte man sich für den früheren VIVA-VJ eigentlich keinen besseren Job als die Moderation der Spielshow «Schlag den Raab» vorstellen. Und doch gab Opdenhövel die Moderation der erfolgreichen Samstagabend-Sendung nach fast fünf Jahren ab und wechselte in diesem Sommer zu den Öffentlich-Rechtlichen.
Die Moderation der ersten «Sportschau», bei der die erste Runde des DFB-Pokals zuammengefasst wurde, brachte Opdenhövel erwartbar souverän hinter sich. Fast schon etwas zu abgeklärt wirkte der Detmolder, der im Vorfeld der Premiere Ehrfurcht und vielleicht etwas Nervosität vor dem großen Namen «Sportschau» zugegeben hatte. Dass der Moderator bei diesem Format in ein relativ enges Korsett gesteckt wird, bei dem präsentatorische Freiheiten nur in geringem Maße möglich sind, wusste man vorher. Und dennoch ließ Opdenhövel die aus «Schlag den Raab» bekannten zynischen Kurzkommentare punktuell einfließen: Beispielsweise dann, als er nach einem Inverview mit Peter Pacult konstatierte, dass dieser gerade so aussehe, als hätte man ihm das Fahrrad geklaut. Abgesehen von einem Versprecher, in dem er den FC Bayern als FC Bayer betitelt hatte, wirkte Opdenhövel wie der (fast zu) perfekte «Sportschau»-Moderator für den modernen Fußball: Ohne langweilige Floskeln auskommend, dafür mit bissigen Kommentaren und der ihm bekannten Lockerheit in Sachen Moderation.
Im Interview mit Jürgen Klopp nach dem Spiel drängte er sich etwas in den Vordergrund, anstatt knappe Fragen an den siegreichen Trainer des BVB zu stellen. Im direkten Vergleich bekam dies Sebastian Hellmann von Sky besser hin – dort wurde auch mehrmals zu individuellen Spielern nachgefragt. Insgesamt aber präsentierte sich Opdenhövel auch bei dieser Live-Moderation in guter Verfassung. Dass ARD-Experte Mehmet Scholl zum Schluss der Sendung darauf anspielte, dass Reinhold Beckmann heute irgendwie anders ausgesehen habe, trifft es auf den Punkt: Einen wirklich großen Unterschied zwischen ihm und Opdenhövel konnte man noch nicht bemerken. Und das ist ein durchaus positives Fazit.
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