Fernsehfriedhof

Der Fernsehfriedhof: Schönebergers Retro-Flop

von
Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 133: Ein Rückblick, der schnell selbst wieder Geschichte war.

Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir einer genauso lustlosen wie erfolglosen Kopie.

«Soundtrack Of My Life - Stars und ihre Lieblingssongs» wurde am 10. Januar 2005 auf ProSieben geboren und entstand damit zu einer Zeit als der Boom der Retro-Shows, den die «80er Show» und die «Ultimative Chartshow» ausgelöst haben, schon langsam am abklingen war. Von diesem Kuchen wollte offenbar auch die Chefetage von ProSieben noch ein letztes Stückchen abhaben und schickte am Montagabend zur besten Sendezeit ein Format nach ganz ähnlichem Muster auf den Schirm.

Der Rückblick orientierte sich dabei, wie es der Titel vermuten lässt, jedoch nicht an bestimmten Zeitspannen oder Themen, sondern an den Vorlieben der prominenten Gäste, von denen es pro Sendung stets vier gab. Sie stellten nicht nur ihre Lieblingslieder vor, sondern wurden auch mit Songs konfrontiert, für welche die Redaktion eine besondere, persönliche Bedeutung vorab recherchiert hat. Auf diese Weise sollte in den Erinnerungen der Stars und natürlich auch der Zuschauer geschwelgt werden. So erfuhr das Publikum, dass es der Song „Thriller“ von Michael Jackson war, der Detlef „D!“ Soost dazu brachte, die Fußball- gegen Tanzschuhe einzutauschen.

Als Gastgeberin verpflichtete der Sender die ehemalige «Girlscamp»-Moderatorin Barbara Schöneberger, die zeitgleich durch die letzten Folgen ihrer Comedy-Talkshow «Blondes Gift» für ProSieben führte. Mit ihren «Mania»-Shows bei RTL präsentierte sie an der Seite von Dirk Bach zudem ein weiteres Retro-Format für die Konkurrenz.

Den Blick in ihre musikalische Mottenkiste wagten neben Soost auch Uwe Ochsenknecht, Antje Buschschulte, Oliver Korittke, Gülcan Kamps (damals noch Karahancı), Sven Ottke, Meret Becker und Karl Dall. Mehr Promis schafften es nicht in die Show, denn das wenig originelle sowie inhaltlich schwache Konzept und die lieblose Umsetzung konnten von Anfang an nicht überzeugen und lockten nicht einmal anderthalb Millionen Zuschauer an. Der Marktanteil in der Zielgruppe lag bei enttäuschenden 7,6 Prozent und veranlasste den Sender dazu, kurzen Prozess zu machen. Im Lead-Out der Sendung sollte übrigens die Christian-Ulmen-Comedyreihe «Mein neuer Freund» punkten, die aber noch schneller, nämlich schon nach einer Folge, abgesetzt wurde.

«Soundtrack Of My Life - Stars und ihre Lieblingssongs» wurde am 17. Januar 2005 beerdigt und erreichte ein Alter von zwei Folgen. Die Show hinterließ die Moderatorin Barbara Schöneberger, die noch bis 2007 regelmäßig in der RTL-Impro-Comedy «Frei Schnauze» auftrat und ab 2008 neben zahlreichen Events auch die «NDR Talkshow» übernahm. Das Konzept wurde im Jahr 2010 von RTL in ähnlicher Form unter dem Titel «18 - Die beste Zeit meines Lebens» mit Oliver Geissen noch einmal erfolglos widerbelebt.

Möge die Show in Frieden ruhen!

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs erscheint am kommenden Donnerstag und widmet sich dann der angestaubten Internet-Show der ARD.

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