Einige mögen die aktuellen Zuschauerzahlen der neuen ZDF-Telenovela «Lena – Liebe meines Lebens» mit ein wenig Schadenfreude betrachten. Beispielsweise die Verantwortlich von Grundy Ufa, die im Sommer nach sieben Jahren keinen Zuschlag mehr für eine neue Staffel einer Telenovela bekommen haben. Stattdessen darf sich nun Wiedemann & Berg TV an der täglichen Serie probieren und hat damit durchaus Probleme. Kurzum: Die Quoten sind schlecht wie noch nie und auch die Gesamtzuschauerzahlen sind im Vergleich zu «Alisa» und «Hanna» noch einmal deutlich gesunken.
„Wir verlangsamen die Erzählstruktur etwas und schaffen dadurch Raum für stärker charakterorientiertes Erzählen. Außerdem entzerren wir die anfängliche Konfliktdichte und geben dem Versöhnlichen, den harmonischen Momenten, mehr Platz“, sagt die für Telenovelas beim ZDF verantwortliche Redakteurin Monika Schmid im Interview mit Quotenmeter.de. Die Großaufnahmen – in Argentinien durchaus üblich, hierzulande eher ungewohnt – würden künftig fokussierter eingesetzt. Erstaunlich ist auch, dass Schmid indirekt zugibt, dass die ersten Episoden nicht gerade sonderlich „wertig“ aussahen. Spekulationen über ein äußerst geringes Budget machten auch deshalb die Runde.
Einzelne Schauplätze sollen nun wertiger aussehen, heißt es aus Mainz. Für Schmid steht fest, dass es nicht am Inhalt liegt, sondern an der formellen Umsetzung – konkret also am Tempo und an der Erzähldichte. „Es kristallisiert sich heraus, dass die Zielgruppe der ab 30jährigen sich mehr und mehr angesprochen fühlt und dass gleichzeitig die über 50-jährigen mit der Erzählstruktur Probleme haben, weil sie Telenovela mit einer sehr langsamen Erzählweise verbinden“, erklärt sie. In den Quoten ist dies aber noch nicht abzulesen. Bei den 14- bis 49-Jährigen sind die Werte keinesfalls besser als zuvor bei der Grundy Ufa-Produktion «Hanna».
Schmid wollte allerdings auch betonen, dass Startschwierigkeiten von Telenovelas durchaus üblich sind. Man wisse, dass ein Dachmarkenwechsel immer eine Herausforderung für das deutsche Publikum sei. „Die Zuschauer verlieren ihre geliebten Serienfiguren wie Nachbarn, an die sie sich gewöhnt haben und die nun wegzogen sind. Dieser Verlust löst Trauer aus, sie brauchen Zeit, die Neuen kennen zu lernen und sich an sie zu gewöhnen“, so Schmid. Zuversicht gewinne sie, weil die Marktforschung sage, dass «Lena» generell gefalle. Schauspieler seien beliebt und auch das Liebespaar würde positiv bewertet.• Lena
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