Sähe man sich gezwungen, 'Blood and Sand', das erste Kapitel der Starz-Serie «Spartacus» mit nur einem Wort zu beschreiben, ist Einigkeit mit dem restlichen Publikum vermeintlich garantiert: Überraschend. Die Ironie besteht dabei wiederum in einer weiteren Zweideutigkeit, abhängig vom jeweiligen Blickfeld, das sich entweder auf den Gesamtkontext oder aber die einzelnen Episoden richten mag. Fakt ist, dass die Serie sowohl vor ihrer eigentlichen Premiere, als auch nach dem außergewöhnlichen Finale, für ausgiebigen Gesprächsstoff sorgt. Die Rede ist von dem Engagement Sam Raimis, der kühnen Verlängerung, mutmaßlich expliziten Sex- und Gefechts-Sequenzen, dem abschreckenden Pilotfilm sowie riskantem Mut und dem Leiden des Hauptdarstellers Whitfield.
Für die Hauptrolle des Thrakers wurde der weitesgehend unbekannte Australier Andy Whitfield verpflichtet. In seiner Heimat ein Star, gab der ehemalige Mechaniker mit «Spartacus» sein Debut in den Vereinigten Staaten. An seiner Seite spielen unter anderem John Hannah («Die Mumie»-Trilogie) als machtgieriger Batiatus und Manu Bennett («30 Days of Night») als Champion des Ludus (Kampfschule) Crixus. Lucy Lawless, die sechs Jahre lang Xena porträtierte, kehrte zum kriegerischen Genre zurück und wurde zu Batiatus' Frau Lucretia. Neben vielen weiteren Figuren, die von eher unbekannten Darstellern verkörpert werden, ist Peter Mensah als Leiter des Ludus zu sehen. Den meisten Filmanhängern dürfte er als Überbringer schlechter Nachricht bekannt sein, der in «300» unter den Worten “This is Sparta!” in tiefe Dunkelheit stürzt.
Betrachtet man ihn nun, im Schatten der restlichen zwölf Episoden, erscheint er wie ein Prolog, der für die Zukunft einzustimmen vermag. Die erste Folge bietet eine vollkommen differenzierte Atmosphäre und einen trügerischen Eindruck. Der Ludus ist noch kein Thema, ebensowenig wie die großartigen Charaktere Batiatus, Lucretia, Crixus und Varro. Stattdessen loteten die Produzenten den Spielraum aus und lieferten teils stark übertriebene Szenen, die Kunstblut en masse verschwendeten. Gab man «Spartacus» nach diesen schwachen 50 Minuten noch eine Chance, so wurde man die folgenden Wochen mit zahllosen Wendungen und damit einhergehenden 'What the Fuck'-Momenten belohnt, die ihresgleichen suchen.• Spartacus • Blood and Sand • Vengeance • 300 • Andy Whitfield • Sam Raimi
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