Bei den Emmy Awards zeichnet sich ein historischer Wechsel ab. Wie „Variety“ unter Berufung auf mehrere Insider berichtet, befindet sich die Television Academy in fortgeschrittenen Gesprächen mit Prime Video über die künftigen Übertragungsrechte. Sollte es zu einer Einigung kommen, würde die wichtigste amerikanische Fernsehpreisverleihung erstmals seit ihrem Start im Jahr 1949 nicht mehr im klassischen Broadcast-Fernsehen ausgestrahlt.Damit würde zugleich das sogenannte „Wheel Deal“-Modell nach 31 Jahren enden. Seit 1995 wechselten sich ABC, CBS, Fox und NBC mit der Übertragung der Primetime Emmys ab. Die diesjährige 78. Verleihung bei NBC und Peacock war die letzte Ausgabe des aktuellen Achtjahresvertrags, der 2018 geschlossen worden war. Dem Bericht zufolge zahlten die Sender zuletzt etwas mehr als acht Millionen US-Dollar pro Jahr für die Rechte. Welche Summe Prime Video bietet, ist bislang nicht bekannt.
Die Television Academy hatte in den vergangenen Monaten verschiedene Modelle geprüft. Neben einer Fortsetzung des Rotationsprinzips mit möglicherweise veränderter Senderbeteiligung stand sogar eine gleichzeitige Übertragung auf mehreren Sendern und Streamingdiensten zur Diskussion. Dieses Modell soll jedoch unter anderem wegen der komplizierten Vermarktung der Werbezeiten verworfen worden sein. Academy-Chef Cris Abrego bestätigte gegenüber „Variety“ zuletzt lediglich, dass die Gespräche über einen neuen Vertrag weiterlaufen.
Für Prime Video wäre der Deal ein weiterer großer Schritt ins Geschäft mit Live-Preisverleihungen. Der Streamingdienst übernahm bereits die Academy of Country Music Awards, nachdem diese CBS verlassen hatten. Auch andere große Preisverleihungen wandern zunehmend zu Streamingplattformen: Die SAG-AFTRA Actor Awards wechselten zu Netflix, während die Oscars ab 2029 bei YouTube zu sehen sein werden.







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