Die Mediengruppe Fox Corporation hat die Übernahme von Roku angekündigt. Der Deal bewertet den Streaming-Plattformbetreiber mit rund 22 Milliarden US-Dollar und zählt zu den größten Transaktionen der vergangenen Jahre im Medien- und Streaminggeschäft. Die Unternehmen gehen davon aus, dass die Übernahme in der ersten Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen wird.Fox zahlt den Roku-Aktionären 160 Dollar pro Aktie in einer Kombination aus Bargeld und Fox-Aktien. Nach Abschluss der Transaktion sollen die bisherigen Fox-Aktionäre rund 73 Prozent des neuen Unternehmens halten, während die bisherigen Roku-Eigentümer auf etwa 27 Prozent kommen. Roku-Gründer Anthony Wood soll dem Unternehmen erhalten bleiben und künftig auch dem Verwaltungsrat von Fox angehören.
Mit der Übernahme verbindet Fox seine Nachrichten-, Sport- und Unterhaltungsangebote sowie den kostenlosen Streamingdienst Tubi mit der technischen Plattform von Roku. Das Unternehmen erreicht nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Streaming-Haushalte weltweit. Zusätzlich erhält Fox Zugriff auf die Werbeplattform, die Nutzerdaten und die direkte Kundenbeziehung von Roku. Gemeinsam würden beide Unternehmen zum drittgrößten TV-Anbieter der Vereinigten Staaten gemessen am Sehverhalten aufsteigen.
Fox-Chef Lachlan Murdoch sprach von einem „entscheidenden Moment“ für den Konzern. Die Kombination aus hochwertigen Live-Inhalten und einer führenden Streaming-Plattform eröffne neue Wachstumschancen. Roku wiederum sieht in der Übernahme die Möglichkeit, schneller zu expandieren und die Entwicklung neuer Produkte zu beschleunigen. Roku hatte 2025 erstmals in seiner Unternehmensgeschichte einen Jahresgewinn ausgewiesen. Der Nettogewinn lag bei 88,4 Millionen Dollar, der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 4,74 Milliarden Dollar.
Bemerkenswert ist auch die strategische Bedeutung des Deals. Während klassische Medienunternehmen bislang vor allem Inhalte produzierten und an Plattformen auslieferten, kontrolliert Fox künftig zusätzlich einen der wichtigsten Zugangswege zum Streaming-Fernsehen in Nordamerika. Das Unternehmen betonte jedoch, Roku weiterhin als offene und partnerfreundliche Plattform betreiben zu wollen. Für Anbieter wie Netflix, Disney+, Amazon Prime Video oder Apple TV+ soll sich demnach zunächst nichts ändern. Allerdings dürfte die Übernahme den Wettbewerb im Streaming-Markt nachhaltig verändern und die Diskussion über die zunehmende Konzentration von Inhalten und Plattformen neu entfachen.






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