Tyra Banks hat Klage gegen Netflix sowie die Macher der Dokuserie «Reality Check: Inside America’s Next Top Model» eingereicht. Die ehemalige Gastgeberin und Produzentin von «America’s Next Top Model» wirft den Verantwortlichen Verleumdung, Vertragsbruch und eine irreführende Darstellung ihrer Person vor. Die Klage wurde vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht.Im Zentrum des Rechtsstreits steht ein mehrstündiges Interview, das Banks für die dreiteilige Dokumentation gegeben hatte. Nach Darstellung der Klägerin wurde aus einem rund dreieinhalbstündigen Gespräch lediglich etwa eine Viertelstunde verwendet. Die ausgewählten Ausschnitte seien aus dem Zusammenhang gerissen und so zusammengeschnitten worden, dass ein verzerrtes Bild ihrer Aussagen entstanden sei. Insbesondere ihre Bereitschaft zur Selbstkritik und ihre Einordnung früherer Entscheidungen bei «America’s Next Top Model» seien weitgehend unberücksichtigt geblieben.
Ein besonderer Streitpunkt betrifft die ehemalige Kandidatin Shandi Sullivan. Diese schildert in der Dokumentation einen Vorfall während der zweiten Staffel der Castingshow und bezeichnet die damaligen Ereignisse als sexuellen Übergriff. Banks argumentiert in ihrer Klage, sie sei während des Interviews nicht darüber informiert worden, dass Sullivan die Situation heute auf diese Weise bewerte. Durch den Schnitt sei der Eindruck entstanden, sie habe einer entsprechenden Frage ausweichen wollen. Tatsächlich habe sie unmittelbar auf die Kandidatin und deren Geschichte reagiert.
Die Dokumentation erschien im Februar bei Netflix und beschäftigte sich mit dem Vermächtnis der über viele Jahre erfolgreichen Castingshow. Dabei wurden zahlreiche umstrittene Elemente des Formats thematisiert, darunter Aufgabenstellungen, die Teilnehmerinnen als Obdachlose, Drogenabhängige oder Angehörige anderer ethnischer Gruppen darstellen sollten. Kritiker hatten bereits seit Jahren eine kritischere Aufarbeitung der Sendung gefordert. Banks verlangt nun unter anderem die Herausgabe des ungeschnittenen Interviewmaterials und eine Entschädigung, deren Höhe von einer Jury festgelegt werden soll. Netflix, die Produktionsfirma EverWonder Studio sowie die Regisseure Mor Loushy und Daniel Sivan äußerten sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen.






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