Vermischtes

Warum Mobile Gaming in Deutschland immer beliebter wird

In nahezu jedem Haushalt lassen sich Smartphones aufspüren.

Intensiv wird das Handy genutzt, etwa für soziale Netzwerke, Musik-Streaming oder Online-Banking. Und ebenso: Für Gaming. Menschen in Deutschland vergnügen sich millionenfach mit Spiele-Apps.

Fakten: Zahlen zum mobilen Markt in Deutschland


Rund 71 Millionen Menschen in Deutschland besitzen ein Smartphone. Unter den 16- bis 29-Jährigen ist fast niemand zu finden, der kein Handy besitzt. 22,9 Millionen Menschen geben an, mindestens gelegentlich Spiele-Apps zu starten. Bei Interesse an Gaming kommen relativ häufig auch Spielekonsolen zum Einsatz: Etwa 20,8 Millionen Menschen begeben sich auf Xbox-, PlayStation- und Nintendo-Konsolen auf Abenteuer.

Beim mobilen Spielen gilt: Je jünger, desto wahrscheinlicher sind Spiele-Apps auf dem Gerät installiert. Während sich 89 % der jungen Zielgruppe (16 bis 29 Jahre) Videospielen widmen, ist dies für Menschen über 65 Jahren nur zu 22 % ein Zeitvertreib.

Am häufigsten gespielte Genres auf deutschen Handys


Die mobile Gaming-Branche wird von (Hyper) Casual Games beherrscht. Das zugrundeliegende Konzept: Unkompliziert zu bedienen, einfach zu lernen. Beim Endless Runner Temple Run rennt eine Spielfigur automatisch durch eine verwinkelte Tempelanlage. Aufgabe ist es, Hindernissen springend und rutschend auszuweichen. Auf dem Weg sind Münzen verstreut, die Power-ups freischalten. Was kompliziert klingt, wird mit simplen Wischbewegungen gesteuert.

Zulauf erfahren auch (Social) Online Casinos. Wird der Bildschirm gedreht, bleibt auf modernen Displays genügend Platz für alle fünf oder sechs Walzen eines Spielautomaten. Slots lassen sich bequem über den Browser starten, ohne dass eine App herunterzuladen ist. Und mit einem Casino Bonus können User noch mehr aus den Spielen herausholen. Thematisch sind die Spiele breit gestreut, erzählen von Reisen durchs Weltall über Abstecher ins alte Ägypten bis hin zum Aufenthalt im Wilden Westen.

Mobile Spiele-Apps fachen gern den Wettbewerb an. In einem Battle Royale wie PUBG Mobile oder Fortnite kämpfen Gamer auf einer Karte um die Krone. Ausrüstung liegt verstreut. Nur wer unnötige Konflikte meidet, hat eine Chance auf den Sieg. MOBAs wie League of Legends setzen aufs Team. Hier ist im Vorteil, wer sich mit anderen gut abstimmt.

Welche Faktoren zum Wachstum beigetragen haben


Fürs Mobile Gaming waren technologische Fortschritte überlebenswichtig. Bei einer unterbrochenen Internetverbindung zeigt die Spiele-App keine Werbung an, und dem Entwickler entgehen Einnahmen. Auch In-App-Käufe lassen sich nicht durchführen. Multiplayer-Spiele sind auf eine stabile Internetverbindung angewiesen. Starke Latenz oder die plötzliche Inaktivität eines Mitspielers mindern den Spielspaß. 4G und 5G haben neue Mobilfunkstandards eingeführt, die Schwächen ausgebügelt und Mobile Gaming auf die nächsthöhere Stufe gehievt haben.

In den letzten zehn Jahren sind Smartphones leistungsfähiger geworden. In Handys verrichtet ein leistungsfähiger Mini-PC seinen Dienst, der bei hochaufgelösten Multimedia-Inhalten nicht sofort zu straucheln anfängt.

App Stores regeln den sicheren Vertrieb, sichten neue Apps, bevor diese eingebunden werden. Abodienste wie Apple Arcade oder Google Play Pass ermöglichen den Zugriff auf hunderte Apps und Spiele. Keine Werbung, In-App-Käufe sind deaktiviert. Dies erschließt neue Zielgruppen, die von Mikrotransaktionen abgeschreckt wurden.

Entgegenkommend: Intuitiv und leicht zugängliche Apps


Manche Games haben stundenlange Tutorials. Über viele Seiten erstrecken sich Hinweise, welche Attribute ein Charakter hat, wie diese skalieren und sich im Kampf bemerkbar machen, et cetera. Dem gegenüber stehen mobile Spiele-Apps, die überladenen Spielmechaniken eine klare Absage erteilen. Hier wird kein Buch gelesen, sondern sofort gespielt. Entwickler designen das Spiel so, dass keine Einarbeitung erforderlich ist.

Warum mobile Spiele so zugänglich sind, liegt auf der Hand: Sie werden unterwegs gespielt. Im Bus oder wartend beim Arzt sollen sie Langeweile vertreiben. Ein Casual Game soll keine komplexe Geschichte erzählen oder schwierig zu spielen sein. Hier einmal wischen, da zweimal tippen – schon ist das Level fertig gespielt.

Monetarisiert: In-App-Käufe und Battle Passes


Typischerweise ist Mobile Gaming von Free-to-play-Spielen geprägt. Alle Spielinhalte sind gratis zugänglich. Je nach Geschäftsmodell lassen sich Level immer schwieriger zu Ende bringen, ohne In-App-Käufe zu tätigen. Mikrotransaktionen schalten Gegenstände frei, die Level stark vereinfachen. Dass Spiele-Apps vor dem Download einen Kauf erfordern, ist eher unüblich. Hauptsächlich ist dies bei Games der Fall, die als Port veröffentlicht werden und zuvor bei Steam oder auf Spielekonsolen erhältlich waren.

In Deutschland lassen sich Mikrotransaktionen einfach über den Mobilfunkanbieter abrechnen. Alternativ lassen sich Kreditkarten, PayPal, Klarna, Paysafecard und Guthabenkarten benutzen.

Herausforderungen und Bedenken


Mobile Apps haben zum Teil bedenkliche Berechtigungen, dürfen uneingeschränkt auf Kameras und Kontakte zugreifen. Außerhalb des App Stores heruntergeladene Dateien bergen das Risiko, Malware zu installieren. Zwecks Kontosicherheit sind sichere Passwörter und 2FA einzustellen. Soweit möglich, sollte Tracking und der Datensammelwut einiger Apps widersprochen werden. Updates sollten regelmäßig erfolgen, damit das OS geschützt bleibt.

Vorhergesagt: Was dem mobilen Sektor bevorsteht


In den nächsten Jahren könnten Technologien wie Cloud Gaming und Augmented Reality mobile Spiele-Apps verändern. Mittels Cloud Gaming lassen sich brandaktuelle Videospiele relativ unkompliziert streamen, ohne für viel Geld teure Hardware zu erwerben. GTA VI wird mit hoher Wahrscheinlichkeit über Cloud-Dienste abrufbar sein. AR-Spiele wie Pokémon GO erweitern die Realität. Pokémon sind draußen in der freien Natur zu fangen, statt lediglich auf dem Bildschirm herumzutippen. Hier ist Potenzial für neue Genres auszuschöpfen.

Fazit: Mobiler Spielspaß nicht mehr wegzudenken


Dass Mobile Gaming kontinuierlich wächst, ist zum einen dem technologischen Fortschritt zuzuschreiben. Andererseits verstehen Entwickler immer besser, welche Genres mobil am besten funktionieren. Spiele-Apps sind für Millionen Deutsche zum selbstverständlichen Zeitvertreib geworden. Cloud-Dienste und Technologien wie AR werden den Markt voraussichtlich um neue Nischen ergänzen.

Kurz-URL: qmde.de/169715
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