Katie könnte keinen schöneren Tag erleben als diesen. Sie gewinnt den Jackpot der Lotterie von Kalifornien, der sie augenblicklich zur Milliardärin macht. Die Sache hat nur zwei Haken. Katie hat das Los gar nicht selbst gekauft. Außerdem ist sie laut kalifornischem Gesetz für die nächsten Stunden vogelfrei und wer sie umbringt, bekommt statt ihrer den Hauptgewinn.
«Ein Jackpot zum Sterben» lässt es vor allem im zweiten Akt der Inszenierung, ab dem Moment, in dem Katie gejagt wird, richtig krachen. In dieser Phase ist der Story kein Einfall zu absurd, um Katie in eine Gefahrensituation zu bringen – und sie ebenso absurd aus dieser Situation zu befreien. Während Awkwafina für den lauten, schallenden Humor zuständig ist, darf sich John Cena als der Held mit der weißen Weste präsentieren, der sogar den Bösen (und das sind so ziemlich alle Menschen, denen Katie begegnet) Gutes abzugewinnen vermag. Das Duo rockt die Handlung – auch wenn Awkwafinas Darstellung der Gejagten nicht nur manchmal an Melissa McCarthy erinnert. Zufall? Regisseur Paul Feig hat in den letzten 20 Jahren mehrfach mit Melissa McCarthy zusammengearbeitet. Zu ihren gemeinsamen Projekten gehören «Taffe Mädels» und «Ghostbusters» – jenes Remake, das bei den Fans der Reihe doch recht derbe durchgefallen ist. Bei all der Kritik wird allerdings ein Film vergessen: «Spy – Susan Cooper undercover». Vor allem in der härteren 16er-Version kann der Film überzeugen – als Agentenfilm und Agentilmparodie. Feig kann also durchaus Action inszenieren. In «Ein Jackpot zum Sterben» allerdings kommt er beim Inszenieren eben dieser Actionszenen immer dann ins Schwimmen, wenn es zum harten Körpereinsatz rund um Hauptdarstellerin Awkwafina kommt. Dass sie in den harten Szenen von einem Double vertreten wird, ist leider nicht zu übersehen. Anders sieht dies in den Szenen aus, in denen John Cena im Mittelpunkt steht, der souverän den Actionhelden gibt und sichtbar mit Spaß während der Dreharbeiten bei der Sache gewesen ist.
Mit fortschreitender Laufzeit spürt man dem Film allerdings an, dass der Story die Puste ausgeht. Ein weiterer Handlungsstrang muss dementsprechend aufgebaut werden, in dem eine Agentur im Fokus steht, die sich darauf spezialisiert hat, Lottogewinner zu beschützen – in einem weitaus größerem Rahmen als Noel dies als Freiberufler tun kann. Die Geschichte der Agentur würde genug Stoff für eine eigene Filmhandlung hergeben – daher wirkt sie ziemlich rudimentär in ihrer Inszenierung. Sie bietet gerade den Stoff, den der Film braucht, um über die Runden zu kommen, sie kann aber eben auch nicht verheimlichen, dass ihr Potenzial gerade einmal angekratzt wird.

• Ein Jackpot zum Sterben • The Purge • Sharkdado • Taffe Mädels • Ghostbusters • Spy – Susan Cooper undercover
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