Die Kritiker

«Ein starkes Team - Tod einer Pflegerin»

von

Das routinierte Ermittlerteam knöpft sich in der neuesten Folge der Reihe die finsteren Machenschaften in einem Pflegeheim vor.

Stab

Darsteller: Florian Martens, Stefanie Stappenbeck, Arnfried Lerche, Jaecki Schwarz, Eva Sixt, Frédéric Brossier
Schnitt: Katharina Schmidt
Musik: Jens Langbein, Robert Schulte Hemming
Kamera: Markus Selikovsky
Drehbuch: Timo Berndt
Regie: Johannes Grieser
Die neue Folge der weiterhin äußerst beliebten Krimireihe «Ein starkes Team» mit dem Titel «Tod einer Pflegerin» bringt ein brisantes Thema auf den Bildschirm: den Pflegenotstand in deutschen Altenheimen. Leider wird jedoch schnell offensichtlich, dass die Episode dabei weit hinter den sich erzählerisch bietenden Möglichkeiten zurückbleibt und dieses brisante Thema nur äußerst oberflächlich behandelt.

Die Handlung dreht sich diesmal um den Mord an einer jungen Altenpflegerin namens Lotte (Helena Sattler), die tot im Schwesternzimmer des Altenheims aufgefunden wird, in dem sie erst seit Kurzem arbeitete. Das starke Team aus Stefanie Stappenbeck und Florian Martens nimmt daraufhin routiniert die Ermittlungen auf und stößt schnell auf ein Netz aus Verdächtigen und möglichen Motiven. Von einem rachsüchtigen Ehemann, über einen gewalttätigen Freund, bis hin zu einer Heimleiterin mit dunklen Geheimnissen ist gewissermaßen für jeden etwas dabei, denn die Episode bietet eine Vielzahl an Spuren und Verdächtigungen, die jedoch oft klischeehaft wirken und nie tiefgründig erörtert werden.

Denn der in deutschen Heimen allenthalben grassierende Pflegenotstand wird dabei nur an der Oberfläche gestreift. Anstatt sich ernsthaft mit den realen und drängenden Problemen der Pflegebranche auseinanderzusetzen, dient der Pflegenotstand lediglich als Hintergrundkulisse für die Mordgeschichte. Das ist eine vertane Chance, um ein gesellschaftlich relevantes Thema in den Fokus zu rücken und den Zuschauern die ernsten Konsequenzen dieses drängenden gesamtgesellschaftlichen Problems mit all seinen ernsten Gefahren näherzubringen.

Die in dieser Folge vorgestellten Figuren bleiben ebenso überwiegend flach und stereotyp. Lotte, die ermordete Pflegerin, wird hauptsächlich durch die Augen der Ermittler betrachtet und bleibt als Figur blass und wenig greifbar, dabei hätte ihr Charakter weitaus vielschichtiger und komplexer angelegt werden können, um den Zuschauer emotional stärker zu involvieren – schließlich ist sie der eigentliche emotionale Ankerpunkt für das Thema Pflegenotstand. Doch auch die Verdächtigen wirken oft wie Abziehbilder bekannter Krimiklischees – vom rachsüchtigen Ehemann bis hin zur skrupellosen Heimleiterin.

Die Ermittlungsarbeit des starken Teams mag dabei gewohnt solide wirken, doch trotzdem fehlt es der Episode an Tiefgang und Originalität. Die Spannung bleibt über weite Strecken verhalten, und die Auflösung des Falls wirkt vorhersehbar und wenig überraschend. Hier hätte eine stärkere Fokussierung auf das soziale Umfeld der Pflegeheime und die dortigen Missstände für mehr Dramatik und Relevanz sorgen können.

Insgesamt liefert «Ein starkes Team – Tod einer Pflegerin» damit eine routinierte, aber wenig inspirierte Krimifolge ab. Die oberflächliche Betrachtung des Pflegenotstands ist eine bedauerlicherweise verpasste Gelegenheit, um ein wichtiges gesellschaftliches Thema tiefer zu beleuchten und dem Zuschauer die Dramatik und Dringlichkeit der damit verbundenen Gefahren näherzubringen. So bleibt «Tod einer Pflegerin» letztlich nur eine weitere wenig erinnerungswürdige Folge in der langen Geschichte des «Starken Teams».

Die neue Folge von «Ein starkes Team» mit dem Titel «Tod einer Pflegerin» wird vom ZDF am Samstag, den 8. Juni um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

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